München - Jahrelang kämpfte der Bezahlsender Sky Deutschland gegen die ARD-Sendung " Sportschau". Der Privatsender störte sich an den Fußballspielzusammenfassungen am frühen Abend. Denn Sky überträgt alle Bundesliga-Spiele live und sieht seine Rechte durch die Übertragung in der "Sportschau" entwertet. Doch nun gibt der Bezahlkanal seine harte Haltung auf. "Wir könnten mit einer Sportschau um 18.30 Uhr leben", sagte Sky-Chef Brian Sullivan der "Financial Times Deutschland". "Ich glaube, dass unser Geschäft auch unabhängig davon weiter wachsen wird."
Zwar ist Fußball für Sky immer noch das größte Zugpferd. Der Sender will Sullivan zufolge aber mehr auf Service und Präsentation seiner Inhalte setzen, um damit dauerhaft in die Gewinnzone zu kommen. "Wir konzentrieren uns auf intelligente Investitionen", sagte Sullivan.
Bei der anstehenden Vergabe der TV-Rechte für die Bundesliga von 2013 bis 2017 sind laut Kartellrecht zwei Szenarien möglich:
Dass Sky-Chef Sullivan nun vom zweiten Szenario Abstand nimmt, bedeutet einen radikalen Strategiewechsel. Seit der Gründung unter dem Namen Premiere 1990 hatte der Bezahlsender gegen die Fußballberichte im frei empfangbaren Fernsehen gekämpft, um mit den exklusiven Sportübertragungen Kunden zu gewinnen.
Nach eigenen Angaben gab Sky für die Bundesliga-Rechte zuletzt rund 275 Millionen Euro jährlich aus - machte mit dieser Strategie aber Verluste in Milliardenhöhe. Sky hat unter anderem mit der starken Konkurrenz durch die Deutsche Telekom zu kämpfen, die über Internetanschlüsse Bundesliga-Spiele überträgt. "Die Sportschau ist für uns nicht der entscheidende Faktor. Ich glaube, man hat früher nicht genug getan, die Übertragung der Live-Spiele attraktiv genug zu machen", sagte Sullivan.
Formel-1-Übertragung könnte 2012 enden
Der Amerikaner führt Sky seit Anfang 2010 und hat im vergangenen Jahr das Programm rund um die Sportübertragungen ausgebaut. Anfang Dezember startet Sky einen 24-Stunden-Sportnachrichtensender mit 200 neuen Mitarbeitern.
Sullivan deutete zudem an, dass der Bezahlsender den Ausstieg aus der Formel-1-Übertragung zum Jahresende überprüfe. Auch hier ist die Konkurrenz der frei empfangbaren Sender groß. "Wir wissen es noch nicht", sagte Sullivan zu Überlegungen, die Formel 1-Übertragung aufzugeben. "Die Formel 1 ist ein tolles Produkt, hat aber eine sehr starke Präsenz im Free-TV."
mmq/dpa-AFX
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