Von Maria Marquart
Der harte Wettbewerb zwinge die Hersteller von Futtermitteln dazu, scharf zu kalkulieren, sagt DLG-Experte Staudacher. "Der Preisdruck ist enorm." Niedrige Lebensmittelpreise verlangten auch günstige Preise für Futtermittel.
Bei der Rohstoffqualität gibt es starke Unterschiede. Wie auch im aktuellen Dioxin-Skandal gibt es zudem Firmen, die Bestandteile für Futtermittel liefern, gleichzeitig aber auch technische Produkte vertreiben, die nicht in Lebens- oder Futtermittel gelangen dürfen.
Für den Greenpeace-Experten Hofstetter gerät die Herkunft vieler Rohstoffe zum ökologischen Problem. So würden etwa für Palmkernextrakte Wälder gerodet, oder Fischmehle gefährdeten den Artenbestand. Die Herkunft der Rohstoffe ist oftmals nicht festgeschrieben. Manche Hersteller kauften Produkte wie Raps- oder Sojaöl direkt von Ölmühlen, sagt Marktexperte Schubert. Andere Firmen würden Stoffe über mehrere Zwischenhändler aus dem Ausland beziehen. "Hier spielen sicherlich Preisfragen eine Rolle", sagt Schubert.
An dem Prozess der Futtermittelherstellung sei ein ganzer "Rattenschwanz" an Firmen beteiligt, sagt Hofstetter. Darum falle auch die Kontrolle so schwer. Laves-Präsident Haunhorst findet es problematisch, dass Unternehmen, die in der Vorstufe der Futtermittelproduktion stehen, nicht schärfer kontrolliert werden. Dass etwa der Biodieselhersteller Petrotec an Harles & Jentzsch liefere, halte er für "problematisch".
Lückenlose Sicherheit gebe es nicht, sagt Spemann vom Prüfsystem QS. Gefragt sei auch die Eigenverantwortung der Firmen.
mit Material von dpa
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