Von Maria Marquart
Hamburg - Wer im Dioxin-Skandal den Weg der Rohstoffe nachverfolgt, der stößt auf ein kompliziertes Geflecht aus Händlern und Lieferanten. A beliefert B, B beliefert C, und irgendwann landet das Endprodukt beim Hühnerhalter D. Das macht es den Ermittlern im aktuellen Fall so schwer, herauszufinden, wie genau das Gift in das Futtermittel gelangen konnte.
Die romantische Vorstellung, Hühner würden Körner picken und Kühe Gras fressen, entspricht in der deutschen Landwirtschaft längst nicht mehr der Realität. Um aus Tieren das Maximum herauszuholen, kommen genau abgestimmte Futtermischungen in die Tröge.
Die Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerien der Länder sichern genaue Kontrollen bei der Herstellung zu, doch beim jetzigen Skandal weisen alle Beteiligten Versäumnisse und Fehler von sich. Durch die verzweigten Lieferwege wurde das krebserregende Dioxin weit verteilt. Nach Angaben der Bundesregierung kann das Gift bis zu 150.000 Tonnen Tierfutter zugesetzt worden sein.
Bis zu 3000 Tonnen verseuchtes Futterfett hat die Firma Harles & Jentzsch nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums im November und Dezember an 25 Futtermittelhersteller in acht Bundesländern geliefert. An menschliches Versagen oder ein Versehen glauben die Behörden nicht mehr. "Die Darstellung, da hat einer den falschen Hahn aufgedreht, erscheint uns sehr unglaubwürdig", sagte der Sprecher des niedersächsischen Agrarministeriums.
Doch welche Rohstoffe sind überhaupt erlaubt? Wer vertreibt sie, und wer kontrolliert die Hersteller und Lieferanten? Eine Übersicht über die Verbindungen in der Futtermittelindustrie.
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