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Futterproben Dioxinbelastung 77-mal höher als erlaubt

Labortest auf Dioxinbelastung: Grenzwerte drastisch überschrittenZur Großansicht
dpa

Labortest auf Dioxinbelastung: Grenzwerte drastisch überschritten

Die Produkte des Futtermittel-Herstellers Harles und Jentzsch waren offenbar weitaus stärker mit Dioxin belastet als bisher bekannt. Nach Angaben des Agrarministeriums Schleswig-Holstein war die Belastung teilweise 77-mal höher als der erlaubte Grenzwert.

Kiel - Neue Enthüllung im Dioxinskandal: Bei Futterfetten der Firma Harles und Jentzsch ist der Grenzwert für das Gift extrem überschritten worden. In neun von zehn Fällen war die Belastung zu hoch. Nach Angaben des Kieler Agrarministeriums war in manchen Proben knapp 77-mal so viel Dioxin enthalten wie erlaubt. Das ergaben Laboruntersuchungen von weiteren Proben. Am Donnerstag hatte das Ministerium mitgeteilt, die Dioxinbelastung in Futterproben des Unternehmens betrage das Zehnfache des Grenzwertes. Der liegt bei 0,75 Nanogramm.

Das Fett sei nicht für die Futtermittelherstellung geeignet, so das Ministerium. Insgesamt liegen der Behörde bislang 30 Laborergebnisse vor. Harles und Jentzsch wies den Vorwurf zurück, in kriminelle Machenschaften verwickelt zu sein. Siegfried Sievert, Geschäftsführer und Gesellschafter der Firma, sagte im Interview mit SPIEGEL TV Magazin: "Wir haben keine Fette benutzt, die nicht erlaubt sind", sagte er. Woher die Dioxinbelastung stammt, wisse er angeblich auch nicht: "Ich kann es ihnen nicht sagen. Wir sind am Untersuchen, wir arbeiten mit den Behörden eng zusammen. Uns hat es eiskalt erwischt."

Tierfutter schon seit Monaten verseucht

Dagegen bestätigte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Kiel einen Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", wonach bereits am 19. März 2010 ein privates Labor in einer Probe des Fettlieferanten Harles und Jentzsch doppelt so viel Dioxin gemessen hatte wie erlaubt. Die Firma meldete dies aber nicht. Das Agrarministerium habe erst am 27. Dezember von der Grenzwertüberschreitung erfahren, heißt es in dem Bericht. Das Ministerium stellt Strafanzeige. Seinen Angaben zufolge wurden verseuchte Industriefette schon seit längerem zu Tierfutter verarbeitet.

Unklar ist laut SPIEGEL TV Magazin zudem die Rolle des Zwischenhändlers Olivet. Die Holländer hatten die Mischfettsäuren bei der Raffinerie Petrotec gekauft, um sie anschließend an Harles und Jentzsch zu verkaufen. Offensichtlich weiß die Firma mehr, als sie zugibt. Auf die Frage, ob er sich erklären könne, wie das passieren konnte, sagte der Seniorchef van Gelder: "Natürlich kann ich das. Aber wenn ich hier etwas sage, dann wird ein riesiges Theater gemacht. Und deswegen sage ich gar nichts."

Verbraucher lassen sich indes nicht von dem Skandal beeindrucken: Zwei Drittel der Kunden gaben in einer Umfrage an, sie hätten ihr Ernährungsverhalten nicht verändert. Nur 14 Prozent wollen demnach weniger Eier essen, vier Prozent vorerst ganz auf Eier verzichten.

Die Behörden hatten im Zuge des Skandals fast 5000 Betriebe geschlossen. Er hatte begonnen, nachdem bekannt geworden war, dass ein Lieferant aus Schleswig-Holstein nach offiziellen Angaben rund 3000 Tonnen dioxinverseuchter Industriefette an Hersteller von Tierfutter in mehreren Bundesländern geliefert haben soll. Das von diesen erzeugte Futter war an zahlreiche Bauernhöfe geliefert und an Legehennen und Masttiere verfüttert worden.


Mehr über die Hintergründe des Dioxinskandals bei SPIEGEL TV Magazin, Sonntag, 23.10 Uhr RTL.

ulz/dpa

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insgesamt 2803 Beiträge
SaT 04.01.2011
Stärkere Kontrollen könnten nämlich die Wirtschaftlichkeit der Nahrungsproduktion negativ beinträchtigen. Und Geld ist ja alles – auch wenn wir dabei zugrunde gehen. Zudem ist die Dioxinbelastung laut Medien nur für Kinder [...]
Stärkere Kontrollen könnten nämlich die Wirtschaftlichkeit der Nahrungsproduktion negativ beinträchtigen. Und Geld ist ja alles – auch wenn wir dabei zugrunde gehen. Zudem ist die Dioxinbelastung laut Medien nur für Kinder problematisch. Bei den wenigen Kinder die wir in Deutschland haben ist das ein vernachlässigbares Risiko.
doubleq 04.01.2011
Da gibt es eine Meldung über einen Wecker, der im iPhone nicht funktioniert und daraus entstehen 14 Seiten im Forum. ein Thema wie die mit Dioxin verseuchten Futtermittel interessiert dagegen offensichtlich niemanden. Obgleich [...]
Da gibt es eine Meldung über einen Wecker, der im iPhone nicht funktioniert und daraus entstehen 14 Seiten im Forum. ein Thema wie die mit Dioxin verseuchten Futtermittel interessiert dagegen offensichtlich niemanden. Obgleich dieses Thema uns ALLE betrifft - die überwiegende Mehrheit der Verbraucher isst Eier oder Geflügel. Wie wichtig ist da ein Wecker im Handy???
jocurt1 04.01.2011
wenn jeder Bürger nachlesen kann, wer da Ross und Reiter ist, erledigt sich das ganz schnell. ZZ gilt so was als Geschäftsgeheimnis und darf nicht offengelegt werden. Mit der Regel kann ich auch Kacke als Schokoladenaustausch [...]
Zitat von sysopDer Skandal um vergiftete Eier verunsichert die Deutschen. Doch wer trägt Schuld an der Verseuchung? Bei der Suche nach den Verantwortlichen schaltet sich jetzt die Politik ein: Der Bundestag soll sich mit dem Skandal beschäftigen. Müssen die Kontrollen verschärft werden?
wenn jeder Bürger nachlesen kann, wer da Ross und Reiter ist, erledigt sich das ganz schnell. ZZ gilt so was als Geschäftsgeheimnis und darf nicht offengelegt werden. Mit der Regel kann ich auch Kacke als Schokoladenaustausch verkaufen.
mood 04.01.2011
Keine Panik; idiotischerweise ist das hier schon das zweite Forum (http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=26838) Ist zwar vollkommener Quatsch bei einem Thema zwei Foren zu machen, aber es ist so...
Zitat von doubleqDa gibt es eine Meldung über einen Wecker, der im iPhone nicht funktioniert und daraus entstehen 14 Seiten im Forum. ein Thema wie die mit Dioxin verseuchten Futtermittel interessiert dagegen offensichtlich niemanden. Obgleich dieses Thema uns ALLE betrifft - die überwiegende Mehrheit der Verbraucher isst Eier oder Geflügel. Wie wichtig ist da ein Wecker im Handy???
Keine Panik; idiotischerweise ist das hier schon das zweite Forum (http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=26838) Ist zwar vollkommener Quatsch bei einem Thema zwei Foren zu machen, aber es ist so...
buktu1975 04.01.2011
Naja, ein paar Einträge gab es ja schon: http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=26838 Und im übrigen scheint der Mensch in diesem Fall eher kurzfristig zu denken und ein Meister der Verdrängung zu sein,anders kann ich mir [...]
Zitat von doubleqDa gibt es eine Meldung über einen Wecker, der im iPhone nicht funktioniert und daraus entstehen 14 Seiten im Forum. ein Thema wie die mit Dioxin verseuchten Futtermittel interessiert dagegen offensichtlich niemanden. Obgleich dieses Thema uns ALLE betrifft - die überwiegende Mehrheit der Verbraucher isst Eier oder Geflügel. Wie wichtig ist da ein Wecker im Handy???
Naja, ein paar Einträge gab es ja schon: http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=26838 Und im übrigen scheint der Mensch in diesem Fall eher kurzfristig zu denken und ein Meister der Verdrängung zu sein,anders kann ich mir das nicht erklären: Verschlafen beim iPhone=zu spät zur Arbeit kommen=Ärger. Dioxin im Futter=schmeckt man nicht=wird man vielleicht krank von=ich bestimmt nicht, nur andere.
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Dioxine - Gefahr für Mensch und Tier
Dioxine sind chemisch ähnlich aufgebaute Verbindungen, die aber unterschiedlich giftig sind. Der bekannteste Vertreter der Gruppe ist das als Seveso-Gift bekannt gewordene TCDD (2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin). Im Tierversuch kann es schon in einer Konzentration von einem Millionstel Gramm pro Kilogramm Körpergewicht tödlich sein.

Dioxin-Skandale
Der wohl tragischste Dioxin-Skandal fand im Juli 1976 im italienischen Seveso statt. Bei einem Chemieunfall wurde hochgiftiges Dioxin freigesetzt. Zahlreiche Menschen erkrankten an Krebs, 200 an schwerer Chlorakne. In Deutschland ist ein Vorfall in diesem Ausmaß bislang nicht vorgekommen.





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