Großrazzia Chinesische Behörden nehmen 2000 Medikamentenfälscher fest

In China sind fast 2000 Menschen bei einer landesweiten Razzia verhaftet worden - weil sie in großem Stil Arzneimittel gefälscht haben sollen. Die Ermittler beschlagnahmten nachgemachte Produkte im Wert von 180 Millionen Dollar.

Medikamente: Produktionsstätten von Fälschern in China zerstört
ddp

Medikamente: Produktionsstätten von Fälschern in China zerstört


Peking - Die Operation der chinesischen Polizei war offenbar sorgfältig vorbereitet und bestens koordiniert. Mehr als 18.000 Einsatzkräfte seien an der landesweiten Razzia gegen Produktpiraterie im Arzneimittelbereich beteiligt gewesen, teilte das Sicherheitsministerium mit.

Das Ergebnis: Die Ermittler nahmen fast 2000 Personen wegen Medikamentenfälschung fest. Zudem seien nachgemachte Produkte im Wert von mehr als 180 Millionen Dollar beschlagnahmt sowie etwa 1100 Produktionsstätten zerstört worden.

Die gefälschten Arzneien sollten unter anderem gegen Diabetes, hohen Blutdruck oder gegen Tollwut helfen. Sie seien im Internet, über Zeitungsannoncen und im Fernsehen angeboten worden. Trotz des Erfolge der Razzia, sei es zu früh, Entwarnung zu geben, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums: "Medikamentenfälschung ist noch lange nicht ausgemerzt. Die Kriminellen hecken neue Pläne aus und werden bei ihren Betrügereien raffinierter."

Chinas Regierung hatte nach einigen Skandalen mehrfach versprochen, ihr Sicherheitssystem zu verschärfen, bislang aber eher wenig unternommen. Mitte April wurden in dem asiatischen Land Kriminelle verhaftet, die Gelatinekapseln in Umlauf gebracht haben sollen, die mit giftigem Chrom hergestellt worden waren. Die Gelatine hatten sie aus alten Schuhen und anderen Lederresten gewonnen. Die sollten eigentlich recycelt werden - zu Lederjacken.

Zu den aufsehenerregendsten Skandalen der vergangenen Jahre gehörte mit Melamin verseuchtes Milchpulver. Melamin wird zur Kunststoffherstellung eingesetzt und täuscht einen höheren Proteingehalt vor. 2008 starben nach dem Verzehr von melaminhaltiger Milch sechs Kinder, 300.000 wurden krank. Auch bei Spielzeug, Zahnpasta, Kinderkleidung oder Reifen wurden Standards oftmals nicht eingehalten.

wit/Reuters



insgesamt 8 Beiträge
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NETSUBJEKT 05.08.2012
1. China recycelt Sondermüll und bringt in auch in Deutschland auf den Markt
In den "1 EURO-Shops" , "Asia-Shops" und den Sonderregalen der Billig-Supermärkte verkaufen sie ebenfalls ihren giftigen Plunder, der hauptsächlich aus Abfällen recycelt wird. Diese Abfälle würden bei uns als Sondermüll behandelt werden. Und ein Teil davon stammt sogar aus europäischen Staaten. In unseren Läden findet man sie dann als Textilien, Werkzeuge, Haushaltsgeräte, bzw. viele Dinge des täglichen Bedarfs. Bei der Anwendung von Chemikalien, zum recyceln der Abfälle kennen die Hersteller keine Skrupel. Auch nicht gegenüber den eigenen Mitarbeitern, die dem giftigen Material täglich ungeschützt ausgesetzt werden. Wer mehr wissen will braucht nur zu googlen nach: "giftige Chemikalien in chinesischen Waren"
spiekr 05.08.2012
2. Sie liegen juristisch and faktisch falsch
Zitat von NETSUBJEKTIn den "1 EURO-Shops" , "Asia-Shops" und den Sonderregalen der Billig-Supermärkte verkaufen sie ebenfalls ihren giftigen Plunder, der hauptsächlich aus Abfällen recycelt wird. Diese Abfälle würden bei uns als Sondermüll behandelt werden. Und ein Teil davon stammt sogar aus europäischen Staaten. In unseren Läden findet man sie dann als Textilien, Werkzeuge, Haushaltsgeräte, bzw. viele Dinge des täglichen Bedarfs. Bei der Anwendung von Chemikalien, zum recyceln der Abfälle kennen die Hersteller keine Skrupel. Auch nicht gegenüber den eigenen Mitarbeitern, die dem giftigen Material täglich ungeschützt ausgesetzt werden. Wer mehr wissen will braucht nur zu googlen nach: "giftige Chemikalien in chinesischen Waren"
Der Importeur / Inverkehrbringer ist der Kriminelle, der davon ausgehen kann, dass Billigprodukte Schadstoffe enthalten. Die Chinesen sind an hochwertiger Produktion interessiert, weil die Verdienstspanne höher ist.
nojoe 05.08.2012
3.
Zitat von sysopddpIn China sind fast 2000 Menschen bei einer landesweiten Razzia verhaftet worden - weil sie in großem Stil Arzneimittel gefälscht haben sollen. Die Ermittler beschlagnahmten nachgemachte Produkte im Wert von 180 Millionen Dollar. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,848300,00.html
Die hatten wahrscheinlich zu wenig Umsatz.
Willi Wacker 05.08.2012
4. Contergan
war keine Fälschung, sondern legal. Und deutsch. War? Vioxx war erst gestern. Auch legal.
chb_74 05.08.2012
5. Contergan und Vioxx
Zur Contergan-Katastrophe konnte es kommen, weil der Stand von Wissenschaft und Technik in den 50ern nicht der war wie heute und außerdem nicht die toxikolgischen und klinischen Prüfungen gefordert waren, wie heute (die moderne europäische Arzneimittelgesetzgebung, die durch ihre hohen Anforderungen einen erheblichen Anteil an hohen Entwicklungskosten hat, entstand erst als Reaktion auf Contergan). Bei Vioxx hat man das klassische Dilemma des Arzneimitteltestens: nach 20 Jahren läuft das Patent aus, also muss das Präparat so nach 10-12 Jahren mal irgendwann auf den Markt, d.h. man kann nicht endlos testen, sonst ist es ein Verlust für die Firma und Entwicklung kann sich keiner mehr leisten. Die Nebenwirkungen, die währen der Phasen I-III erkannt wurden, sprachen nicht gegen die Zulassung; als dann in Phase IV beim zugelassenen Produkt Häufungen schwerer Nebenwirkungen auftraten, wurde ja korrekt reagiert und das Präparat vom Markt genommen. Was hat das jetzt genau mit kriminellen Fälschungen aus China, die auch im legalen Arzneimittelverkehr (z.B. bei der Herstellung von Wirkstoffen wie Heparin) ein großes Problem sind, zu tun?
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