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Gefälschte Medikamente: Pharma-Firma führt Echtheitssiegel ein

Zehn Prozent aller Medikamente sind laut WHO gefälscht. Ein deutscher Pharma-Hersteller führt jetzt als erster ein fälschungssicheres Siegel auf Verpackungen ein. Es soll den wirtschaftlichen Verlust verringern - aber auch die gesundheitlichen Gefahren für die Patienten.

Gefälschte und in Deutschland beschlagnahmte Viagra-Tabletten aus Fernost Zur Großansicht
ddp

Gefälschte und in Deutschland beschlagnahmte Viagra-Tabletten aus Fernost

München - Im Kampf gegen gefälschte Medikamente führt der deutsche Pharmahersteller Bionorica ein Siegel ein. Deutschlands führender Hersteller von pflanzlichen Arzneimitteln versieht die Verpackungen seiner Medikamente künftig mit einer dreidimensionalen und optisch variablen Prägung, sagte Vorstandschef Michael Popp der "Süddeutschen Zeitung".

Durch Kippen der Schachtel werden das Relief der Prägung und die darin enthaltenen Informationen sichtbar. Das Siegel wurde von einem Unternehmen entwickelt, das auch Banknoten herstellt. "Das Siegel ist nicht kopierbar", sagte Popp. Spätestens im Frühjahr 2011 sollen alle Bionorica-Verpackungen fälschungssicher sein.

Mit gefälschten Medikamenten werden jährlich Milliarden Euro umgesetzt. Den Informationen der "Süddeutschen Zeitung" zufolge sind es in diesem Jahr 58 Milliarden Euro - doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. Bislang sind alle Bemühungen seitens der EU oder Herstellern, gegen Plagiate vorzugehen, gescheitert.

Gefälschte Arzneien werden häufig über Internet-Handel vertrieben. Nicht nur wirtschaftlich richten die gefälschten Medikamente Schaden an: "Die Wirkstoffe sind oft von zweifelhafter Qualität. Sie gefährden die Gesundheit der Patienten", sagte Popp, der auch Vize-Vorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie ist, der Zeitung. Die falschen Pillen würden häufig andere Wirkstoffe als auf der Packung angegeben enthalten. Es komme auch vor, dass die Dosierung anders sei.

Vorschläge der EU-Kommission, Medikamentenverpackungen mit Sicherheitszeichen zu versehen, gibt es laut dem Bericht seit zwei Jahren. Im Februar startete auch die Bundesvereinigung Deutsche Apothekerverbände (ABDA) ein siebenmonatiges Pilotprojekt zur Authentifizierung von Arzneiverpackungen. Dabei enthält jede Schachtel eine eindeutige Seriennummer mit Informationen etwa zur Chargennummer oder dem Verfallsdatum. Bei der Abgabe des Medikaments gleicht der Apotheker diese Informationen mit einer zentralen Datenbank ab.

lgr/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. War vorhersehbar
mitbürger 18.06.2010
Es ist genau so gekommen, wie die Kritiker des Versandhandels von Medikamenten vorhergesagt haben. Und es hat Tote gegeben, z.B. das Mädchen, das diese Nitroverbindung geschluckt hat. Es wäre besser, diesen Vertriebsweg wieder zu schließen, damit wieder ordentliche Verhältnisse in Deutschland hergestellt werden, und der Staat auch seine 19 % Mehrwertsteuer kassieren kann. Frau Fischer von den Grünen hat diesen Unsinn eingeführt und Frau Schmidt hat ihn laufen lassen.
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