Bezahlung von Frauen Gehaltslücke klafft nur in Teilen Deutschlands

In Dingolfing-Landau verdient ein Mann 38 Prozent mehr, in Cottbus liegen Frauen um 17 Prozent vorne. Die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern unterscheidet sich laut einer Studie je nach Region erheblich.

Eine Frau zählt Geldscheine (Symbolbild)
Corbis

Eine Frau zählt Geldscheine (Symbolbild)


Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer: Dieses als Gender Pay Gap bekannte Phänomen sorgt seit Jahren für Diskussionen. In Deutschland gibt es dabei jedoch offenbar erhebliche regionale Unterschiede. Das zeige eine aktuell laufende Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), berichtet die "Welt". Sie soll erst im Herbst veröffentlicht werden.

Nach den ausgewerteten Daten der Bundesagentur für Arbeit, der das Institut angegliedert ist, gibt es sogar Regionen, in denen Frauen mehr verdienen als Männer. Das liege weniger am Gehalt der Frauen, das in verschiedenen Regionen annähernd gleich sei. Vielmehr unterschieden sich die Einkommen der Männer stark.

"Es scheint so zu sein, dass die Verfügbarkeit bestimmter Jobs für Männer in einer Region entscheidend ist dafür, wie der Gender Pay Gap dort ausfällt", sagte Michaela Fuchs vom IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen, das die Studie durchführt, der Zeitung. "Wo die Männer weniger verdienen, besteht tendenziell ein Pay Gap zugunsten der Frauen. Wo Männer mehr verdienen, sehen wir eher einen Pay Gap zugunsten der Männer."

So sei die Gehaltlücke zugunsten der Männer nirgendwo höher als im bayerischen Dingolfing-Landau. 38 Prozent verdiene ein Mann dort im Schnitt mehr als eine Frau, berichtete das Blatt.

Die höchste Lücke zugunsten der Frauen habe das brandenburgische Cottbus: 17 Prozent verdiene eine Frau dort im Schnitt mehr. Aber die Frauen in beiden Regionen verdienten etwa gleich viel: 2791 beziehungsweise 2814 Euro. Was sich unterscheide, sei das Durchschnittseinkommen der Männer: 4531 zu 2398 Euro.

dab/dpa

insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
FocusTurnier 12.02.2018
1. Grund für Wählerverluste
Diese regionalen Unterschiede sind mMn ein Grund für die starken Wählerverluste der "Volks"parteien im Osten - erzählen die den Leuten dort doch immer, daß Fraien so viel weniger verdienen würden. Die Ossis sind clever und haben die Märchen der Volksvertreter mit der Realität abgeglichen.
spon_3516021 12.02.2018
2. Geht es hier
eigentlich darum, dass der männliche Kollege in der selben Firma bei der selben Tätigkeit mehr verdient, oder um Statistiken, die alle Gehälter beinhaltet und dann die Friseurin mit dem Bankvorstand vergleicht?
Suppenelse 12.02.2018
3. Äpfel und Birnen
Ein neuer Äpfel/Birnen-Vergleich oder eine ernstzunehmende Studie? Leider ist keine Rede davon, ob man wirklich gleiche Arbeit und vor allem gleiche Arbeitszeiten miteinander verglichen hat. Die magischen „21 %“, nicht nur im SPD-Wahlkampf, sondern leider auch von manchen Medien wiederholt lanciert, basieren ja bekanntlich auf völlig unbereinigten Vergleichswerten und sind daher wertlos (was interessierte Kreise nicht davon abhält, weiter von „21 % Gender Pay Gap“ zu klagen), daher bin ich bei Berichten zu dem Thema inzwischen erstmal immer skeptisch.
nic 12.02.2018
4.
Es heißt "im Schnitt". Heißt das, dass die Einkommen alle in einen Topf geworfen werden, durch alle Arbeitnehmer/innen geteilt werden und daraus der Verdienst des Einzelnen bzw. der Einzelnin berechnet wird?
fin2010 12.02.2018
5. politische Statistik
ohne öffentlichen Dienst, ohne Land und Forstwirtschaft, ohne kleinere Unternehmen ... "Sofern nicht anders vermerkt, werden abhängige Beschäftigungs*verhältnisse aller Wirtschafts*abschnitte und Unternehmensgrößen in die Berechnung einbezogen, ausgenommen die Wirtschafts*abschnitte "Land- und Forstwirtschaft, Fischerei", "Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozial*versicherung", "Private Haushalte mit Hauspersonal" und "Exterritoriale Organisationen und Körperschaften" sowie Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten. Dies entspricht der einheitlichen Definition des Gender Pay Gap der EU." Quelle: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VerdiensteArbeitskosten/FAQ/GenderPayGap.html (unbereinigte Gender Pay Gap)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.