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Geldanlage

Wie Sie vom Wandel der Weltwirtschaft profitieren

Die Kräfteverhältnisse in der Weltwirtschaft ändern sich, und damit die Aktienmärkte. Warum Sie nicht mehr allzu sehr auf deutsche Firmen setzen sollten - einige grundlegende Hinweise.

Eine Kolumne von

DPA

Commerzbank

Samstag, 08.09.2018   07:37 Uhr

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Die Commerzbank, immerhin Gründungsmitglied des Dax, wird Ende dieses Monats aus dem deutschen Leitindex hinausgeworfen. Eine Aktie von Deutschlands zweitgrößter Bank ist gerade noch acht Euro wert.

Die Deutsche Bank, einst das größte Bankinstitut Europas, ereilte unlängst ein ähnliches Schicksal: Das Geldhaus fliegt nach 20 Jahren aus dem Eurostoxx 50, dem wichtigsten Börsenindex der Eurozone. Der Kurs der Deutschen Bank ist von einst 90 Euro im Jahr 2007 auf unter 10 Euro gerutscht.

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Was da passiert, ist Ausdruck einer grundlegenden Veränderung der Aktienlandschaft. Wer sein Geld zum Teil in Aktien anlegt, sollte sich verstärkt außerhalb seines Heimatlandes umsehen.

Zur richtigen Geldanlage gehört neben einem Tages- und einem Festgeldkonto das Sparen mit internationalen Aktien. Am besten mit einem kostengünstigen Indexfonds, der bestehende Aktienindizes nachbaut. Denn eine Anlage in einem klassischen gemanagten internationalen Aktienfonds ist viel teurer.

Warum Sie keine gemanagten Fonds nehmen sollten

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Fondsmanager verlangen oft eineinhalb bis zwei Prozent des angelegten Geldes als jährliche Gebühr. Von den mehr als 1200 Weltmarkt-Aktienfonds auf dem deutschen Markt kosten 250 mehr als zwei Prozent Gebühr im Jahr, rechnet die Stiftung Warentest vor.

Bei einem Anlagevolumen von 10.000 Euro sind das schon wenn der Kurs nicht steigt bei zehn Jahren Anlagedauer 2000 Euro Gebühr. Die müssen die Manager dann erstmal zusätzlich erwirtschaften. Das gelingt den meisten aber nicht.

Meine alten Kollegen von der Stiftung Warentest führen eine regelmäßige Statistik. Die zeigt zum Beispiel: Ein großer indexnaher Dekafonds (Sparkassengruppe) mit knapp 1,5 Prozent jährlichen Kosten hat aus 100 Euro seit Auflage im August 2010 schöne 200 Euro gemacht (Deka Dividendenstrategie CF). Der am besten passende Index, der MSCI World, kam dagegen auf 260 Euro.

Indexfonds kriegen Sie preiswert bei vielen Onlinebanken

Dann nehmen Sie doch besser gleich einen Indexfonds. Den kriegen sie preiswert bei vielen Onlinebanken. Und streuen Sie Ihr Geld möglichst breit. Zum Beispiel im Stoxx Europe 600.

Finden sich im Dax gerade 30 Werte, bündelt der Stoxx Europe 600 die wertvollsten 600 Aktien Europas. Die Deutsche Bank macht da gerade noch gut 0,2 Prozent vom Index aus, die Commerzbank sogar nur 0,1 Prozent .

Oder nehmen Sie den MSCI Euroland, in diesem kommen 248 Werte zusammen. Oder den MSCI World, der insgesamt 1600 Firmen aus den offiziellen Industriestaaten listet.

Die Indizes des MSCI funktionieren wie ein Baukastenmodell. Wird ein Konzern in den nationalen Index aufgenommen, findet er sich auch in den MSCI-Indizes. Ihre Geldanlage ist so automatisch immer auf Stand.

Das ist durchaus beruhigend, denn die Weltwirtschaft verschiebt sich. Der historisch wohl unvermeidliche Bedeutungsverlust der hiesigen Wirtschaft geht weiter.

Heute werden in China fünfmal so viele Autos hergestellt wie in Deutschland, zum Teil sogar von deutschen Firmen. Nach Bilanzsumme sind die vier größten Banken der Welt chinesisch. Ein deutsches Institut befindet sich nicht mehr in den Top Ten.

Der deutsche Anteil am weltweiten Bruttosozialprodukt ist von 7,5 Prozent allein für Westdeutschland 1980 auf 4,5 Prozent für das wiedervereinigte Deutschland im vergangenen Jahr geschrumpft. Und das, obwohl Deutschland sich im Welthandel wacker schlägt.

Als Arbeitnehmer oder Rentner spüren wir den Bedeutungsverlust. Als Kleinanleger muss uns das nicht beunruhigen. Denn tatsächlich können Sie schon ab 50 Euro pro Monat an der weltweiten Entwicklung der Wirtschaft und der Aktienmärkte teilhaben.

Richtig draufzahlen werden nur Aktionäre, die zu sehr auf einzelne Firmen gesetzt haben. Auf Energieversorger und Autokonzerne. Und eben auch auf die beiden großen deutschen Banken.

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