Geldautomaten: Banken ringen um Höchstgrenze für Abhebegebühr

Wegen der Senkung der Abhebegebühr gibt es kräftig Zoff: Die Privatbanken wollen die Kundenkosten auf zwei Euro senken. Die Sparkassen fordern eine Höchstgrenze von fünf Euro - und verteidigen ihr Begehr damit, dass sie den Großteil des Automatennetzes verwalten.

Geldabheben mit EC-Karte: Bis zu zehn Euro pro Transaktion Zur Großansicht
dpa

Geldabheben mit EC-Karte: Bis zu zehn Euro pro Transaktion

Berlin - Zwischen Banken und Sparkassen gibt es Streit über die geplanten Gebührengrenzen für das Geldabheben an Automaten fremder Institute. Wie die "Bild"-Zeitung am Donnerstag berichtete, beharren Sparkassen und Volksbanken auf einer Höchstgrenze von fünf Euro pro Abhebung.

Dagegen setzten sich die Privatbanken für eine stärkere Senkung der Gebühren ein. "Der Höchstbetrag sollte bei eher zwei Euro und nicht bei fünf Euro liegen", sagte Kerstin Altendorf, Sprecherin des Bankenverbands, der Zeitung. Die privaten Geldinstitute hofften auf eine "schnelle Einigung" mit den Sparkassen und Volksbanken.

Die Sparkassen dagegen werfen den Privatbanken vor, sich nicht an Absprachen zu halten. "Die privaten Großbanken haben in den letzten 15 Jahren rund 20.000 Auszahlstellen abgebaut, gleichzeitig wollen sie ihren Kunden kostengünstige Abhebungen bei Sparkassenautomaten bieten", sagte Michaela Roth, Sprecherin des Sparkassen- und Giroverbands, der "Bild"-Zeitung. Wenn Banken ohne eigenes Automatennetz nur zwei Euro Kundenbelastung haben wollten, sollten sie ihre Kunden an den eingesparten Kosten eines eigenen Automatennetzes teilhaben lassen und den Unterschiedsbetrag erstatten.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) drängt in dem Streit auf eine schnelle Einigung. "Kein Kunde hat Verständnis dafür, wenn sich die Banken streiten", sagte sie zu "Bild". "Wir brauchen eine rasche Einigung und verlässliche Zusagen. Mir ist wichtig: Die Gebühren müssen runter, und zwar deutlich."

Die Banken waren wegen der Anhebung der ohnehin schon hohen Gebühren für das Abheben von Bargeld an fremden Geldautomaten massiv in die Kritik geraten. Im Schnitt fallen laut einer Untersuchung der Frankfurter Finanzberatung FMH aktuell Gebühren von 5,64 Euro an. In einigen Fällen verlangen Banken für das Geldabheben von Nichtkunden sogar bis zu zehn Euro. Nach Angaben von FMH belaufen sich die internen Kosten der Banken für einen Abhebevorgang auf rund 60 Cent.

ssu/AFP

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1. 700% Gewinnspanne - Legalisierter Wucher
HMaurer781 01.04.2010
Klar kostet der Betrieb eines Geldautomaten Geld. Und zwar ca. 60 cent pro Transaktion. Diese Zahl kommt nicht von einer Groß- oder Direktbank, sondern von den Sparkassen selbst. Wenn die Sparkassen jetzt 5 Euro verlangen tun sie das nicht, um ihre Kosten zu decken oder einen fairen Ausgleich zu erzielen. Ihr einziges Ziel ist es, unliebsame Mitbewerber loszuwerden. Bei einem offenen Markt wäre das ja noch OK, aber mit 50% Marktanteil beherrschen die Sparkassen weite Teile des Geschäfts mit Privatkunden und nutzen diese Monopolstellung entsprechend aus. Wie es gehen kann sehen wir in allen anderen Ländern Europas: Hier kostet das Abheben gar nichts oder ca. 1 Euro. Wettbewerb zwischen den Banken wird hier mit Produkten und Konditionen ausgetragen, nicht mit dem Abklemmen unliebsamer Wettbewerber vom Geldautomatennetz. Es wird Zeit, dass sich die privaten Banken (groß und klein) zusammentun, um gegen die über Berliner Lobbyarbeit geschützte Vormachtstellung der Sparkassen vorzugehen.
2. Wie wärs denn mal andersherum?
ReneMeinhardt 01.04.2010
Die Kunden sollten nicht zahlen, dass sie einen Automaten benutzen, sondern sollten einen Bonus ausgezahlt bekommen, z.B. 2 EURO pro Auszahlung. Dann wird es logisch und gerecht. Dann gehen die Kunden zu den Automaten, an denen der ausgezahlte Bonus am höchsten ist. Allen ein paar schöne Osterfeiertage.
3. Zum Teil schlecht recherchiert
inovatech 01.04.2010
Zitat von sysopWegen der Senkung der Abhebegebühr gibt es kräftig Zoff: Die Privatbanken wollen die Kundenkosten auf zwei Euro senken. Die Sparkassen fordern eine Höchstgrenze von fünf Euro - und verteidigen ihre Begehr damit, dass sie den Großteil des Automatennetzes verwalten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,686819,00.html
10 EUR ? Woher nehmen Sie diese Informationen ? Es gibt Banken da kostet das Abheben an JEDEM Automaten 12,50 EUR (z.B. Wirecard Bank AG). Schade das Artikel so ihre Glaubwürdigkeit verlieren. Meine persönliche Meinung ist: Die Gebühren die eine Bank einnimmt, stehen zu keiner Relation zu Realkosten. 2 EUR Automatengebühr ? Wofür ? Wie siehts aus mit Kundenservice ? Finanziert von den Milliardengewinnen.
4. über sowas wird sich gestritten...
gallstone 01.04.2010
Zitat von sysopWegen der Senkung der Abhebegebühr gibt es kräftig Zoff: Die Privatbanken wollen die Kundenkosten auf zwei Euro senken. Die Sparkassen fordern eine Höchstgrenze von fünf Euro - und verteidigen ihre Begehr damit, dass sie den Großteil des Automatennetzes verwalten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,686819,00.html
... obwohl 5€ wohl für jeden verkraftbar wären... zumal man ja mit einer Kundenkarte von Aral auch nicht zu Shell gehen kann ... wie auch immer, die sollten Ihre Zeit mal dazu investieren und ein paar neue Datenbankfelder einführen. Eines davon kann lauten: Darf außerhalb Deutschlands abheben = false (standard) wenn man dann doch ins Ausland fahren will geht man zum Schalter und aktiviert diese Parameter (oder im o-banking), meinetwegen auch bezogen auf ein Land. So würde man auf Anhieb eine Kriminelle Banche tot machen... EC-Karten-Benutzer mit Kamera und und und auspionieren wäre dann zumindestens sinnlos. was das ist zu einfach, na wer hätte das gedacht. Lieber wird über Nebensächlichkeiten "gelabert" grüße!
5. Selber Schuld
daSeeshaupter 01.04.2010
Ich bin gegen eine Regulierung der Gebühren. Die Bank die die Automaten hat bietet ja ihren Kunden das ganze Kostenlos an (Sparkassenkunden können bei allen Sparkassen und V&R Bankkunden bei allen V&R Banken gratis abheben - obwohl es unterschiedliche Institute sind.) Wenn nun eine Direktbank keine Automaten aufstellt und Kontoführung kostenlos macht - tja dann muss der Kunde halt bezahlen (es wird meines Wissens niemand gezwungen kostenpflichtig Geld abzuheben) oder sein Konto dahintun wo es Gratis Geld gibt. Aber erst alles Gratis wollen oder anbieten und dann jammern, dass die Kundennahen Institute für Fremdkunden Gebühren verlangen ist nicht in Ordnung. Die DirektBank kann ja auch Automaten aufstellen - nur wirds dann kein Gratiskonto mehr geben..... Oder unser Liebling die Deutsche Bank - bei 5 Milliarden Gewinn müsste doch auch der ein oder Andere Geldautomat auf dem Land möglich sein - aber nein das kostet ja............................. Somit gibts weiterhin freie Marktwirtschaft........
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So viel kostet Abheben an "fremden" Geldautomaten mit EC-Karte (Euro)
Deutsche Bank 5,99
Postbank 5,99
Commerzbank 5,98
ING-Diba 5,00
Citibank 4,94
Quelle: FMH-Finanzberatung / Süddeutsche Zeitung

Bei diesen Banken ist das "Fremdabheben" am teuersten (Euro)
DKB 10,00
Raiba-Voba Donauwörth 10,00
Sparda Südwest 10,00
Sparda-Bank West 10,00
Sparkasse Fürstenfeldbruck 10,00
Sparkasse Landshut 10,00
Stadtsparkasse Fürth 10,00
Voba Kaiserslautern-Nordwestpfalz 10,00
VR-Bank Coburg 10,00
PSD Bank Hessen-Thüringen 9,90-10,00
Quelle: FMH-Finanzberatung / Süddeutsche Zeitung