GfK-Studie Brexit-Votum dämpft Stimmung deutscher Verbraucher

Der bevorstehende EU-Austritt Großbritanniens verunsichert laut einer Studie die deutschen Verbraucher. Die Aktien der deutschen Unternehmen haben sich hingegen vom Brexit-Votum erholt.

Einkaufsstraße in Stuttgart (2012)
DPA

Einkaufsstraße in Stuttgart (2012)


Viele Bundesbürger rechnen wegen des geplanten EU-Ausstiegs Großbritanniens in den kommenden Monaten mit einem gebremstem Wirtschaftswachstum in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsunternehmen GfK in seiner Konsumklimastudie für Juli.

Entsprechend werde der Konsumklimaindex im August von 10,1 Punkten auf 10,0 Zählern sinken, hieß es weiter. Dieser Wert liegt aber weiterhin auf hohem Niveau. Zuvor war der Stimmungsindikator drei Monate in Folge gestiegen. Im Juni 2015 hatte er mit 10,2 Punkten den höchsten Stand seit vielen Jahren erreicht.

Aufgrund des wachsenden Konjunkturpessimismus rechnen viele Verbraucher laut GfK auch nicht mehr mit so hohen Einkommenszuwächsen wie bisher. Dennoch liege der Indikator für die Einkommenserwartung mit 49,7 Punkten - nach 59,6 Punkten im Juni - immer noch auf hohem Niveau, wie die GfK mitteilte. Tatsächlich gebe es derzeit kaum einen Grund, sich über sein künftiges Einkommen zu sorgen. Die Arbeitsplätze der meisten Deutschen seien sicher, Renten und Gehälter zuletzt spürbar gestiegen, und die Inflation sei niedrig.

Die Konsumlaune blieb laut GfK ungebrochen. Der Indikator Anschaffungsneigung gewann noch einen Punkt hinzu und kletterte auf 55,4 Zähler. Dies hänge unter anderem damit zusammen, dass sich die Beschäftigten derzeit kaum Sorgen um ihren eigenen Job machten. "Jobsicherheit schafft Planungssicherheit", und dies sei gerade für größere Anschaffungen ein entscheidender Aspekt.

Die Aktienkurse der deutschen Unternehmen scheinen sich von den Folgen des Brexit-Votums erholt zu haben: Der Dax kletterte am Mittwoch um 0,8 Prozent auf 10.326 Punkte. Er erreichte damit zum ersten Mal seit dem 23. Juni, dem Tag des Referendums über den EU-Verbleib Großbritanniens, wieder die 10.300-Punkte-Marke. Damit haben die deutschen Unternehmen alle Verluste, die sie infolge des Votums an der Börse erlitten hatten, wieder wettgemacht.

asa/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
ackergold 27.07.2016
1.
Also ich bestell derzeit mehr in England,... weils billig ist und es noch keine Zölle gibt.
El pato clavado 27.07.2016
2. weniger Stimmung wegen Brexit ?
dreiste Mache von Brexit Gegner. Was schert der Brexit deutsche Verbraucher, die werden gern für blöd verkauft ,aber so blöd sind sie nun auch nicht, der Preis ist heiss, das entscheidet
gpe63 27.07.2016
3. Erstaunlich
Zwei Hinweise: 1) Folgen Sie einmal dem Link auf die Pressemitteilung der GfK im SpOn-Artikel und klicken sie dann auf der GfK-Seite auf den PDF-Link unten in der Pressemitteilung. Dort findet sich in der Mitte der Seite 4 die Verlaufskurve des Konsumklimaindex seit Anfang 2011. Sie beginnt bei einem Wert von 6 und schlängelt sich dann Mitte 2015 auf 10 hoch um Ende 2015 und im ersten Halbjahr 2016 auf etwa 9 zu dümpeln. Dann steigt sie wieder auf das Niveau von 10. Und vor diesem Hintergrund wird ein Abfall von 0,1 interpretiert? Und der wird dann ohne Kausalanalyse und auf Basis von neu eingestreuten Fragen dem Brexit zugeordnet? Dies ist - pardon - erstaunlich (sage ich als promovierter Statistiker der viel mit Marktforschungsdaten zu tun hat). 2) Nur so als Randnotiz: Jeder mag sich seinen Teil dazu denken. In der Pressemitteilung der GfK steht: "Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie GfK-Konsumklima MAXX und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden."
kimmberlie.67 28.07.2016
4. Brexit-Votum dämpft Stimmung deutscher Verbraucher
Hallo Schreiberling,den Meisten geht es am A........ vorbei,so wird ein Schuh daraus.
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