Trotz sinkender Konsumlaune: Experten erwarten glänzendes Weihnachtsgeschäft
Die Euro-Krise drückt zwar auf die Kauflaune in Deutschland. Im Dezember wird sich der Konsumklimaindex dem Marktforschungsunternehmen GfK zufolge erstmals seit Monaten leicht eintrüben. Doch für das Weihnachtsgeschäft erwarten die Experten eine Steigerung um neun Prozent.
Nürnberg/Frankfurt am Main - Das Weihnachtsgeschäft wird gut laufen, obwohl die Deutschen im Dezember voraussichtlich nicht mehr ganz so konsumfreudig sein werden wie bisher. Der vom Marktforschungsunternehmen GfK heute veröffentlichte Konsumklimaindex erreichte im November 6,1 Punkte, der gleiche Wert wie im Oktober. Im Dezember wird der Index, für den fast 4000 Menschen befragt werden, auf voraussichtlich 5,9 Punkte fallen.
Die Euro-Krise drückt in der Vorweihnachtszeit auf die Kauflaune der Verbraucher, deshalb wird sich laut GfK das Konsumklima in Deutschland voraussichtlich leicht eintrüben. Der Aufwärtstrend der vergangenen Monate werde "vorerst zum Stillstand" kommen. Trotz des leichten Rückgangs aber bleibe das Gesamtniveau "zufriedenstellend".
Durch das noch immer insgesamt hohe Niveau bleibe der private Konsum weiter "eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur", hieß es. Trotzdem seien die Verbraucher "nach wie vor aufgrund der europäischen Schuldenkrise sowie der spürbar sinkenden Konjunktur verunsichert". Im November hätten sich deswegen die einzelnen Faktoren, aus denen das Konsumklima errechnet werde, "uneinheitlich" entwickelt.
Zwar hätten sich die Erwartungen der Verbraucher zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands im November "auf niedrigem Niveau" behauptet, teilte die GfK mit. Diese hätten zum dritten Mal in Folge geringfügig zugelegt. Die Einkommenserwartungen der Verbraucher seien jedoch deutlich zurückgegangen. Im langfristigen Vergleich aber seien die Einkommenserwartungen "noch immer als gut zu bezeichnen".
Mit den Einkommenserwartungen verringerte sich im November die Anschaffungsneigung der Verbraucher, wie die GfK mitteilte. Auch hier bleibe das Niveau aber "nach wie vor sehr hoch". Grund hierfür sei die gute Beschäftigungslage in Deutschland. Diese verringere die Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes und fördere damit die Planungssicherheit "gerade im Hinblick auf größere, werthaltige Anschaffungen". Gefördert werde die Konsumneigung auch dadurch, dass durch niedrige Zinsen die Anreize zum Sparen derzeit gering seien.
Für das Weihnachtsgeschäft rechnen die Marktforscher mit einem guten Ergebnis, 285 Euro werde sich der Verbraucher im Durchschnitt seine Weihnachtsgeschenke kosten lassen. Das wären neun Prozent mehr als im Vorjahr. Der Einzelhandel kann sich damit auf eine Gesamtsumme von 14,9 Milliarden Euro freuen.
nck/Reuters/dpa
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