GfK-Umfrage: Deutsche in Kauflaune wie seit 2007 nicht mehr
Die Deutschen sind beim Geldausgeben "geradezu euphorisch" - so bewertet die GfK ihren aktuellen Konsumklimaindex. Die Kauflaune der Verbraucher ist den Marktforschern zufolge so gut wie vor Beginn der Finanzkrise. Einzige Sorge: die Inflation.
Berlin/Nürnberg - Bereits im Juli hatte die Kauflaune der Deutschen ein Sechsjahreshoch erreicht, nun melden die Marktforscher von der GfK einen weiteren Anstieg des Konsumklimas. Der entsprechende Index verbesserte sich für den Oktober auf 7,1 Punkte, nachdem er für den September noch 7,0 Punkte erreicht hatte. Die Konsumenten gingen davon aus, dass die Konjunktur in den kommenden Monaten an Fahrt gewinnt, teilte die GfK mit. Lediglich die Einkommenserwartung sank zum zweiten Mal in Folge, liegt aber weiterhin auf sehr hohem Niveau.
"Geradezu euphorisch" seien die Verbraucher derzeit zum Geldausgeben bereit, teilte die GfK mit. Sie hielten den Moment für günstig, gerade größere Anschaffungen zu tätigen. Hinzu kämen die historisch niedrigen Zinsen. Die GfK-Forscher befragten für das Konsumbarometer rund 2000 Verbraucher.
Für das Gesamtjahr 2013 gehen die Marktforscher von einem Anstieg des privaten Konsums um etwa ein Prozent aus. Damit dürfte der private Konsum zur entscheidenden Konjunkturstütze werden, sagte GfK-Fachmann Rolf Bürkl. Denn das gesamte Wirtschaftswachstum liege voraussichtlich nur bei weniger als einem halben Prozent. Gründe für die starke Binnenkonjunktur seien die steigende Beschäftigung, stabile Arbeitslosenzahlen sowie reale Einkommenszuwächse.
Euro-Krise könnte Kauflaune drücken
Allerdings zeigen die Verbraucher auch Sorge vor einer höheren Inflation. So bewerten sie die Entwicklung ihrer Einkommen im Oktober zum zweiten Mal in Folge schlechter als zuvor. Außer der Angst vor weiteren Belastungen aus der Euro-Schuldenkrise dürfte der GfK zufolge auch der starke Anstieg bei den Lebensmittelpreisen ein Grund dafür sein.
Zudem fürchten die Forscher, dass die schwierige Regierungsbildung die Kauflaune der Verbraucher drücken könnte. "Es ist aus Sicht der Bürger überhaupt noch nicht absehbar, was auf sie an finanziellen Belastungen zukommt, auch steuerlicher Art", sagte Bürkl. Auch die Euro-Krise, die im Wahlkampf stark in den Hintergrund gerückt war, könnte nun wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten. In der aktuellen Umfrage schlägt sich dies noch nicht nieder - sie war bereits vor der Wahl abgeschlossen.
fdi/Reuters/dpa
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