GfK-Umfrage Deutsche bleiben in Kauflaune

Die Verbraucher sind die wesentliche Stütze der Konjunktur - und bleiben es wohl auch. Zwar ist der aktuelle GfK-Konsumklimaindex leicht gesunken, dennoch ist die Kauflaune der Deutschen weiterhin hoch. Nur die hohen Lebensmittelpreise drücken auf die Stimmung.

Passanten in Einkaufsstraße: "Konsumlaune weiter ungebrochen"
DPA

Passanten in Einkaufsstraße: "Konsumlaune weiter ungebrochen"


Berlin/Nürnberg - Auch nach der Bundestagswahl bleiben die deutschen Verbraucher sehr optimistisch - wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau als zuletzt. Für November sagen die Marktforscher von der GfK einen Rückgang ihres Konsumklima-Barometers um 0,1 auf 7,0 Punkte voraus.

"Die Konsumlaune der deutschen Verbraucher bleibt weiterhin ungebrochen", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Deshalb erwarten die Marktforscher, dass der private Konsum 2013 um etwa ein Prozent steigt und die Wirtschaft ankurbelt. Die GfK-Forscher befragten für das Konsumbarometer rund 2000 Verbraucher.

Im Vormonat hatte der Indikator den höchsten Stand seit fast sechs Jahren erreicht. Die Verbraucher rechnen der GfK zufolge mit einem Anziehen der Konjunktur. Zwar ging der Wert für die Einkommenserwartungen zum dritten Mal in Folge leicht zurück, bleibt aber dennoch auf einem laut GfK "immer noch ausgesprochen hohen Niveau".

Lebensmittelpreise trüben Stimmung

Die leichte Abschwächung könnte zudem mit der höheren sogenannten gefühlten Inflation zu tun haben. "Deutlich gestiegene Nahrungsmittelpreise verringern nach Ansicht vieler Konsumenten die Kaufkraft, so dass der Optimismus der Verbraucher etwas moderater ausfällt", sagte Bürkl. Auch die Anschaffungsneigung bleibt trotz eines leichten Rückgangs nahe dem höchsten Wert seit Dezember 2006.

Die seit einiger Zeit sehr niedrigen Zinsen tragen dazu bei, dass die Deutschen ihr Geld gern ausgeben. Denn derzeit sei es für sie wenig attraktiv, in klassische Sparanlagen zu investieren, erklärte Bürkl. Zudem geben die Mickerzinsen offenbar Anreiz, auf Pump zu kaufen. Laut einer kürzlich veröffentlichten GfK-Untersuchung nutzen derzeit etwa 33 Prozent der Haushalte einen Ratenkredit für größere Anschaffungen wie ein Auto, Küchen oder Fernsehgeräte. Vor einem Jahr seien es nur 29 Prozent gewesen.

fdi/Reuters/dpa-AFX

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 24 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
nixkapital 31.10.2013
1.
Zitat von sysopDPADie Verbraucher sind die wesentliche Stütze der Konjunktur - und bleiben es wohl auch. Zwar ist der aktuelle GfK-Konsumklimaindex leicht gesunken, dennoch ist die Kauflaune der Deutschen weiterhin hoch. Nur die hohen Lebensmittelpreise drücken auf die Stimmung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/gfk-konsumbarometer-kauflaune-der-deutschen-weiter-hoch-a-930957.html
...die Verbraucher sind die Stütze der Konjunktur? Ich dachte, die Importeure außerhalb Deutschlands wären das. Was denn nun? Ansonsten: Jubel, Jubel, Jubel. Deutschland shoppt sich glücklich, die Krämer frohlocken. Alles ist gut.
blurps11 31.10.2013
2.
Die üblichen GfK-Jubelmeldungen bedeuten ja stagnierende Einzelhandelsumsätze, müssen wir jetzt mit einem Einbruch rechnen ?
hanfiey 31.10.2013
3. Inflation
Hohe Gefühlte Inflation, der war gut!!. Da die Rohstoffpreise dank der Spekulation steigen, werden die Preise für Endverbraucher sich dem Trend anschließen. Alles außer China und Bekleidung aus Billiglohnländern ist in den letzten Jahren Explodiert und kein Ende in Sicht. Nahverkehr, Strom und Energie, Farben und Lacke, Medikamente, alles gestiegen und zwar nicht um 1,6% oder so.
spiegelleser-rs 31.10.2013
4. Statistisches Bundesamt
laut o.g. Behörde betrug das reale Einzelhandelsumsatzwachstum im September gerade einmal 0,2% - Kauflaune auf Rekordniveau sieht wohl anders aus. Mir ist unverständlich, wieso ein in der Vergangenheit einmal hervorragendes Presseorgan sich nahezu monatlich hergibt, derartige Meldungen ohne jegliche sinnvolle Kommentierung zu verbreiten. Einfach erschreckend!
verbalix 31.10.2013
5. Einer nicht ...
...zu vergessenden Anzahl von Mitbürgern hat dank steigender Strom/Miet/Lebensmittelpreise wohl kaum so einen richtigen Bock auf Kauflaune.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.