Verbraucherstimmung Deutsche rechnen mit deutlich höheren Einkommen

Der stabile Arbeitsmarkt schürt den Optimismus der Deutschen. Ihre Hoffnung auf steigende Löhne ist so hoch wie nie zuvor seit der Wiedervereinigung. Auch die Sparneigung wächst wieder.

Büros in München: Hohe Einkommenserwartung bei Deutschen
imago

Büros in München: Hohe Einkommenserwartung bei Deutschen


Nürnberg - Die deutschen Verbraucher setzen auf einen anhaltenden Aufschwung in Deutschland. Vor allem in Hinblick auf ihre Löhne sind die Bundesbürger zuversichtlich. Angesichts niedriger Inflation ist die Einkommenserwartung sogar so hoch wie nie zuvor seit der Wiedervereinigung, teilten die Konsumforscher vom Nürnberger GfK-Institut mit. Der Konsumklimaindex für August kletterte von 8,9 auf 9,0 Punkte. Die Kauflaune ist damit so gut wie zuletzt im Dezember 2006.

Allerdings ist die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen leicht zurückgegangen. Auch die Konjunkturaussichten bewerten die Verbraucher einen Tick weniger optimistisch: Der entsprechende Teilindex liegt jedoch nahe einem Drei-Jahres-Hoch. "Damit bleibt der Trend der Konjunkturerwartung nach oben gerichtet", sagt Gfk-Experte Rolf Bürkl.

Dass die Neigung der Bürger zum Kauf von Wohnungen, Autos oder anderen kostspieligen Gütern zurückging, ist nach Ansicht der Nürnberger Konsumforscher kein Grund zur Sorge. Die Konsumlaune der Bundesbürger bleibe robust, hieß es. Doch auch Geld beiseite zu legen ist wieder ein Thema. Bei der vorangegangen Befragung war die Sparneigung angesichts von Mini-Zinsen extrem zurückgegangen. Inzwischen habe die Wirkung der Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank nachgelassen, hieß es. Bei der Sparneigung gebe es eine Stabilisierung.

Ukraine-Krise als Gefahr für Verbraucherstimmung

Trotz der starken Konjunktur, der guten Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt und des Aufschwungs der Wirtschaft sehen die GfK-Experten aber auch Gefahren für das Verbrauchervertrauen. Es sei nicht auszuschließen, dass der mögliche Abschuss einer Passagiermaschine über der Ukraine die Stimmung "signifikant eintrüben könnte", erklärten sie. In der aktuellen GfK-Studie konnte das Unglück noch nicht berücksichtigt werden, weil die Umfrage bereits nahezu abgeschlossen war.

"Sollte es beispielsweise dazu kommen, dass die Sanktionen gegen Russland verschärft werden, dann könnte das zu Beeinträchtigungen des Konsumklimas führen", sagte GfK-Forscher Bürkl. Dann müssten eine Reihe von Unternehmen, die mit Russland Geschäfte machen, um ihre Exporte fürchten und Mitarbeiter der betroffenen Betriebe um ihre Arbeitsplätze, beschrieb er eine mögliche Spirale. Ein weiterer Effekt, der auf die Konsumstimmung durchschlagen könnte, sei die Sorge vor einem Anstieg der Energiepreise und hier insbesondere vor einem Anstieg der Gaspreise.

mmq/dpa-AFX/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.