Konsumklima Europas Verbraucher lassen sich Kauflaune nicht vermiesen

Die Verbraucherstimmung in Europa hat sich im Sommer leicht abgekühlt, bleibt aber auf hohem Niveau. Vor allem die Franzosen denken vermehrt über kostspieligere Anschaffungen nach.

Shoppen in Athen: Konsumklima weiter auf hohem Niveau
AP

Shoppen in Athen: Konsumklima weiter auf hohem Niveau


Auch im dritten Quartal 2015 herrschte unter Europas Verbrauchern ein besseres Konsumklima als in den Vorjahren. Der Konsumklimaindex für die Staaten der EU sank zwar von 10,8 Punkten im Juni auf 10,3 Punkte im September. Damit liegt der vom Marktforschungsunternehmen GfK ermittelte Index aber immer noch auf einem hohen Niveau.

Die Marktforscher selbst sprechen zwar davon, dass die aktuellen Krisen - ob die hohe Zahl an Flüchtlingen, die Kriege und Konflikte im Nahen Osten oder die anhaltende Schuldenkrise in Griechenland - die Stimmung der Verbraucher negativ beeinflusst hätten. Als Belege führt die GfK die Entwicklung in den drei Monaten des dritten Quartals an: Bis zum August war der Index zunächst tatsächlich deutlich auf neun Punkte abgerutscht. Allerdings stieg der Wert im September eben wieder deutlich an - ausgerechnet in dem Monat, in dem die Flüchtlingskrise ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte.

Auch im Vergleich mit den Vorjahren deuten die Zahlen an sich nicht unbedingt auf eine Verunsicherung der Europäer durch Krisen hin. In den Jahren 2010 bis 2014 lag der Index durchgehend unter der Marke von zehn Punkten, von Herbst 2011 bis Sommer 2013 war er sogar im Minus.

In den einzelnen Ländern stellte sich die Kauflaune der Verbraucher in diesem Sommer sehr unterschiedlich dar. Während die Deutschen die Entwicklung der Konjunktur und des eigenen Einkommens weniger optimistisch beurteilten, wuchs die Zuversicht in Frankreich. Das wirkte sich auf die Anschaffungsneigung der Franzosen aus - also auf die Bereitschaft, Waren zu kaufen, die über den täglichen Bedarf hinausgehen. Sie war so hoch wie seit Dezember 2001 nicht mehr.

Italiener und Niederländer bewerten die aktuelle Lage eher abwartend. In Spanien und Portugal, den ehemaligen Euro-Krisenstaaten, erwarten die Verbraucher hingegen Wirtschaftswachstum und höhere Einkommen.

fdi

Mehr zum Thema


insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ichsagsja 14.10.2015
1. Wenn der Artikel heißt ...
"Europas Verbraucher lassen sich Kauflaune nicht vermiesen", dann ist genau das Gegenteil der Fall! Mit Scheinumfragen Konsumstimmung herbeireden, wird immer wieder gerne versucht, aber nie erreicht.
derandereblick 14.10.2015
2. Höhere Einkommen ...
... in Spanien und Portugal, wo man massiv die Löhne und die Renten gesenkt hat? Wie soll das denn gehen?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.