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Konsumklima: Shopping-Laune deutscher Verbraucher lässt nach

  Einkaufsmall in Dresden (Archiv): Eskalation im Irak und Israel belastet Konsumverhalten  Zur Großansicht
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Einkaufsmall in Dresden (Archiv): Eskalation im Irak und Israel belastet Konsumverhalten

Die zahlreichen internationalen Konflikte schlagen sich auf die Verbraucherlaune nieder. Der Konsumklimaindex des Gfk-Instituts ist so stark gefallen wie seit drei Jahren nicht.

Berlin - Verbraucher in Deutschland treibt zunehmend die Sorgen um einen Einbruch der Konjunktur um. Ihre Stimmung trübt sich so stark ein wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr, prognostizieren die Nürnberger Marktforscher der GfK in ihrem am Mittwoch vorgelegten Barometer. Der Index für das Konsumklima im September verschlechtert sich demnach auf 8,6 Zähler - ein Minus von 0,3 Punkten. Das ist der niedrigste Stand seit Juni und zugleich der kräftigste Rückgang seit Mai 2011.

Die Bürger treibt vor allem die Furcht um, dass die Wirtschaft unter den internationalen Krisen leidet. "Die Verbraucher gehen davon aus, dass die Konjunktur mindestens einen Gang zurückschalten dürfte", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Krise um die Ukraine wirke auf die Bürger allerdings "noch eher als eine abstrakte Bedrohung", erläutert der Konsumforscher. Es sei bezeichnend, dass der letzte große Dämpfer für die Verbraucherstimmung ebenfalls Folge einer Verunsicherung gewesen sei: Im Frühjahr 2011 hatten die Atomkatastrophe von Fukushima und die Revolutionen in Nordafrika das Konsumklima belastet.

Nun sorgen laut GfK die Eskalation der Situation im Irak, in Israel, der Ukraine sowie die Sanktionsspirale mit Russland für Verunsicherung: "Das hat die bislang überaus optimistischen Konjunkturaussichten der Bundesbürger negativ beeinflusst." Sie beziehen die verschärfte geopolitische Lage stärker in ihre Beurteilung ein, wie die heimische Konjunktur laufen wird.

Der entsprechende Indikator für die "Konjunkturerwartung" verliert 35,5 Punkte und sackt auf 10,4 Zähler ab. Einen solchen Einbruch gab es laut GfK seit Beginn der Verbraucherumfrage 1980 noch nicht. Die Sorge beeinträchtige allerdings nur bedingt die Bereitschaft der Verbraucher, teure Güter wie Möbel oder Autos zu kaufen.

yes/Reuters

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insgesamt 36 Beiträge
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1. Wenns regnet kaufe ich immer Klobürsten
-blub- 27.08.2014
Wie bitte kommt man bei der Berechnung des Konsumklimas auf den Zusammenhang, das internationale Konflikte die Kauflust mindern? Ich möchte hier bitte die psychologischen bzw. soziologischen Studien sehen, die diesen Zusammenhang empirisch belegen! Hat der Autor sich eig. schon einmal mit der Berechnung des GfK befasst? Oder tippt er nur dumm irgendwas ab? Bei den paar Fragen die gestellt werden gib es überhaupt keine Frage, warum die Wirtschaft abschmieren soll! Nur die Frage, wie die wirtschaftliche Entwicklung eingeschätzt wird. Von daher ist die Darstellung des Artikels eine dreiste Augenwischerei und Quacksalberei. Wenn ich mir überlege das sowas als "Arbeit" durchgeht, das dafür jemand Lohn bekommt.. unfassbar!!
2. Was ist denn ein Einkaufsmall?
privado 27.08.2014
Spon arbeitet ja sehr fleissig daran uns Amerika immer näher zu bringen. Aber was bitte ist ein Einkaufsmall? Entweder Shopping-Mall oder Einkaufszentrum, bitte.
3. wir haben doch alles
p2063 27.08.2014
warum sollte man also noch mehr kaufen? glaube kaum, das ein konsumrückgang in irgendwelchen konflikten begründet liegt die sich nicht direkt vor unserer eigenen haustür abspielen...
4. Na hoffentlich!
Nizzre 27.08.2014
In den letzten Jahren wird einem von Politik und Lifestyle-Medien "Shopping" ja als ernsthafte Freizeitbeschäftigung und "tolles Hobby" verkauft. Während gleichzeitig die Verbraucherinsolvenz banalisiert und verharmlost wird. Hoffentlich kommen langsam immer mehr Menschen auf den Trichter, dass "Shopping" keinen Wohlstand schafft und auch kein Statussymbol ist - schon gar nicht in Form immer schneller veraltender Billigprodukte (von Mode bis Elektronik). "Shopping" gibt den schlechtesten Eigenschaften der Menschen ein Ventil: Raffgier, Neid, Genusssucht, Völlerei. Und das sage ich als nicht-religiöser Mensch, denn Shopping ist eben nicht das Ideal des "Jägers und Sammlers", sondern zeigt den Konsum-Messi in seiner ganzen Naivität und Unverantwortlichkeit - als Opfer der Wirtschaft, die immer sinnloseres Zeug an immer sinnentleertere Menschen raushaut. (Plastikring-Gummiarmbänder ...) Bei aller Lust am guten Leben sollten sich die Menschen wieder mehr auf die Wertschätzung der Dinge konzentrieren, als auf "Find it. Get it. Forget it."
5. Nicht die Shopping-Laune der Deutschen läßt nach
paul-48 27.08.2014
sondern die Ungewißheit und Unsicherheit am Arbeitsmarkt steigt! Dazu kann man im Gegensatz zur Politk - Geld bekanntlich nur einmal ausgeben!
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