Konsumklima: Verbraucher bleiben trotz Rückkehr der Euro-Krise in Kauflaune

Die Verbraucher lassen sich durch die Rückkehr der Euro-Krise nicht verunsichern: Trotz des politischen Patts nach der Italien-Wahl bleiben die Deutschen in Kauflaune. Der entsprechende Index des Marktforschungsunternehmens GfK blieb im März auf einem hohen Niveau.

Nürnberg - Spätestens seit der Wahl in Italien ist die Euro-Krise auch in Deutschland wieder auf die Tagesordnung gerückt - doch die Verbraucher lassen sich davon wenig beeindrucken: Die Kauflaune der Deutschen bleibt hoch. Auch der eisige Winter konnte ihr wenig anhaben, wie das Marktforschungsunternehmen GfK mitteilte. Der GfK-Konsumklimaindex - das wichtigste entsprechende Barometer - erreicht für den April ebenso wie bereits für den März 5,9 Punkte.

Die Verbraucher gingen davon aus, dass die Wirtschaft nach der Flaute zum Jahreswechsel wieder in Schwung komme, schrieben die Experten. Allerdings bilden die aktuellen Zahlen der GfK noch nicht die Wirkungen der Zypern-Rettung einschließlich der möglichen Verunsicherung von Sparern wegen der dort erhobenen teilweisen Zwangsabgabe ab. Die Umfrage wurde noch vor diesen aktuellen Entwicklungen durchgeführt.

"Es bleibt abzuwarten, wie die Eskalation der Schuldenkrise auf Zypern auf die Stimmung der Verbraucher wirkt", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Wenn es einen Effekt gebe, könnte er eher darin bestehen, die Kauflaune zu steigern. Aus Angst um ihr Geld dürften die Verbraucher ihre Sparneigung drosseln und es lieber ausgeben. "Solange die Wirtschaft insgesamt nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, ist das keine schlechte Nachricht für den Konsum."

Arbeitsmarkt beflügelt Konsumlaune

Die Forscher gehen davon aus, dass der private Konsum in Deutschland 2013 um ein Prozent zulegen wird. Der Konsum dürfte damit weit stärker wachsen als die Wirtschaftsleistung insgesamt: Die Wirtschaftsweisen erwarten nur noch ein Plus von 0,3 Prozent. Grund für die Kauflaune der Deutschen sind der GfK zufolge auch die niedrigen Zinsen - sie machen Sparen unattraktiv. Schon seit längerem zeigt sich in Deutschland der Trend, dass die Verbraucher lieber größere Anschaffungen tätigen, als ihr Geld gegen historisch niedrige Zinsen auf die Bank zu tragen.

Besonders die Konjunkturentwicklung sehen die Deutschen wieder wesentlich positiver als noch vor kurzem. Das Barometer für die Konjunkturerwartung stieg im März zum dritten Mal in Folge, und zwar um 3,1 auf plus 0,6 Punkte. Der Indikator lag damit zum ersten Mal seit Juni 2012 wieder über der Nulllinie, die den langjährigen Durchschnitt darstellt.

Beflügelt wird die Stimmung zudem vom stabilen Arbeitsmarkt: Experten gehen davon aus, dass im März ungefähr 3,1 Millionen Menschen ohne Job waren, nach 3,156 Millionen im Februar. Außerdem rechnen die Verbraucher im Schnitt damit, dass ihre persönlichen Einkommen steigen werden.

fdi/dpa/Reuters

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insgesamt 48 Beiträge
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1. ...
gestandeneFrau 27.03.2013
Zitat von sysopDPADie Verbraucher lassen sich durch die Rückkehr der Euro-Krise nicht verunsichern: Trotz des politischen Patts nach der Italien-Wahl bleiben die Deutschen in Kauflaune. Der entsprechende Index des Marktforschungsunternehmens GfK blieb im März auf einem hohen Niveau. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/gfk-konsumklima-verbraucher-bleiben-trotz-euro-krise-in-kauflaune-a-891155.html
Tja, es will ja auch keiner mehr einen Spargroschen bei der Bank bunkern. Zypern war der Versuch, wie weit man gehen kann.
2. Angst beflügelt die Kauflaune!
orthos 27.03.2013
Kaufen solange es noch geht und das Geld in materielle Dinge umsetzen, die den Wert nicht verlieren. So siehts aus!
3. Ist doch logisch...
waldos 27.03.2013
...dass die Leute lieber einkaufen gehen als das Geld auf der Bank vor sich hin schmelzen zu lassen. Ich persönlich werde mir auch alles kaufen, worauf ich Lust habe, wenn ich es mir leisten kann.
4. Weg mit dem Sparbuch!
nervmann 27.03.2013
Wer ordentlich arbeitet, kann und darf auch ordentlich einkaufen. Nur der rollende Rubel bringt Arbeit und Wohlstand.
5.
marthaimschnee 27.03.2013
Die Dchlußfolgerungen sind dermaßen ignorant! Welchen Verbraucher interessiert das Wirtschaftswachstum? Er spürt lediglich irgendwann dessen Folgen, aber nicht heute! Dementsprechend ist für die Relation des Konsums nicht die Wirtschaftsleistung, sondern die Kaufkraftentwicklung bedeutend und der Verlust liegt deutlich über einem Prozent, womit der Konsum bereinigt erneut schrumpft! Damit erübrigt sich auch schon alles weitere, aber jetzt noch herbeizudichten, daß Sparen ja unattraktiv wäre, ist eine komplette Verhöhnung der Zustände. Mehr als 50% der Bevölkerung können gar nichts sparen, zumindest nicht, wenn sie ihren Lebensstandard halten wollen. Würden nämlich viele ihre Spareinlagen plündern oder auch nur die Sparquote senken, gäbe das einen deutlich sichtbaren Ausschlag nach oben - und danach wäre auch bloß nichts mehr, weil zumindest die Spareinlagen ein Einmaleffekt wären! Davon ist in den Zahlen aber weißgott nichts zu sehen.
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