Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Konsumklima: Kauflust der Deutschen nimmt etwas ab

Passanten in einem Berliner Einkaufszentrum Zur Großansicht
DPA

Passanten in einem Berliner Einkaufszentrum

Die deutschen Verbraucher schauen etwas vorsichtiger nach vorn. Erstmals seit Jahresbeginn sank die Kauflaune. Der Konsumklimaindex der Marktforschungsfirma GfK ging leicht zurück.

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland ist zum ersten Mal in diesem Jahr gesunken. Sowohl die Einkommenserwartungen als auch die Kauflust der Menschen seien etwas zurückgegangen, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK mit. Das Barometer für das Konsumklima im April sank um 0,1 auf 9,4 Punkte. "Der Optimismus der deutschen Verbraucher schwächt sich insgesamt etwas ab", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Die Konsumenten blickten skeptischer auf die Konjunktur als zuletzt. Zudem schätzten sie ihre künftige Finanzlage nicht mehr ganz so gut ein, auch ihre Bereitschaft für größere Einkäufe ließ etwas nach. "Trotz der leichten Einbußen ist die Konsumlaune bislang ungebrochen", erklärte Bürkl zugleich. Denn der GfK-Indikator liegt weiter auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Die Studie basiert auf monatlich 2000 Interviews mit Verbrauchern. Die jüngsten Terroranschläge in Brüssel sind noch nicht in die nun veröffentlichten Ergebnisse eingeflossen.

Sorgen bereite den Verbrauchern derzeit die Nachfrageschwäche für deutsche Produkte in einigen wichtigen Absatzmärkten wie China und den USA, sagte Konsumforscher Bürkl. "Denn dies dürfte sowohl die Exportaussichten als auch die Investitionsneigung der deutschen Unternehmen beeinträchtigen." Viele Ökonomen haben jüngst ihre Konjunkturprognose für Deutschland leicht gesenkt.

Dank niedriger Zinsen, geringer Inflation und der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt dürften vor allem die Verbraucher auch in diesem Jahr die Wirtschaft kräftig ankurbeln. Sie werden ihre Ausgaben nach GfK-Schätzung um rund zwei Prozent steigern. Im vorigen Jahr hatte es bereits mit 1,9 Prozent das größte Plus beim Konsum seit 2000 gegeben.

Reallöhne sind 2015 kräftig gestiegen

Grund dafür dürfte der Anstieg der Kaufkraft gewesen sein. 2015 gab es deutliche Einkommenszuwächse. Die Reallöhne legten um 2,4 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Es revidierte damit zwar eine Schätzung von Anfang Februar leicht nach unten, doch die Behörde spricht vom größten Anstieg seit Beginn der Datenerhebung 2008. Andere Zahlen legten sogar nahe, dass es das höchste Plus seit 1992 gewesen sei, sagte eine Statistikerin. Daten für Januar und Februar signalisieren, dass es deutschlandweit auch im ersten Quartal ein deutliches Lohnplus gab.

mmq/dpa/Reuters

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Grafik


SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: