GfK-Konsumstudie Deutsche in bester Kauflaune

Die Konsumstimmung der Deutschen ist so gut wie seit 2001 nicht mehr. Immer mehr gehen von steigenden Einkommen aus - und auch aus den Unternehmen gibt es gute Nachrichten.

Designer-Outlet in Neumünster (Archiv)
DPA

Designer-Outlet in Neumünster (Archiv)


Internationale Krisen und Terrorgefahr haben bisher nicht dazu geführt, dass die Verbraucher in Deutschland ihr Geld beisammen halten. Die gute Arbeitsmarktlage sorge für Optimismus, schreibt das Marktforschungsinstitut GfK in seiner Konsumklimastudie.

Der von den GfK-Experten ermittelte Konsumklima-Index für September stieg unerwartet um 0,1 auf 10,9 Punkte. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2001. Ökonomen hatten einen unveränderten Wert erwartet.

Allerdings habe es bei der Einschätzung der weiteren Wirtschaftsentwicklung im August nach fünf Zuwächsen in Folge einen Dämpfer gegeben. Dem Rückgang des entsprechenden Indikators um 14,2 Zähler auf 30,4 Punkte maß Konsumforscher Rolf Bürkl allerdings kein allzu großes Gewicht bei. Das sei eher als "ein Ausrutscher" zu bewerten, die Zahlen blieben auf gutem Niveau, sagte er. Für das Gesamtbild sehen die Autoren keinen Grund zur Sorge.

Einkommenserwartungen auf Rekordhoch

Bei der Frage, wie sich nach Einschätzung der Interviewten das Einkommen des eigenen Haushalts entwickelt, wurde sogar ein Rekord ermittelt. Im August legte der entsprechend Indikator um 0,5 Zähler auf 61,4 Punkte zu. Es war nicht nur der fünfte Anstieg in Folge, sondern auch ein Höchststand seit der Wiedervereinigung: Noch nie seit Beginn der Erhebung für Gesamtdeutschland 1991 sei ein besserer Wert gemessen worden.

Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen bleibt hoch. Der entsprechende Indikator stieg um 3,3 Zähler auf 58,1 Punkte. Damit wurde der Rückgang von Minus 3,1 Punkten im Juli wieder wettgemacht. Die anhaltend schwache Sparneigung gebe der Konsumlaune weiteren Schub. Die GfK befragt monatlich rund 2000 Verbraucher zu deren Konsumverhalten.

Unternehmen erhöhen Wachstumstempo

Auch bei vielen börsennotierten Unternehmen laufen die Geschäfte besser als erwartet. Angaben des Prüfungsunternehmens EY (Ernst & Young) zufolge setzten im ersten Halbjahr 107 von 300 Firmen ihre Gewinn- oder Umsatzprognosen herauf. Das sei der höchste Stand seit 2011.

"Dank einer positiven weltweiten Konjunkturentwicklung, niedriger Zinsen und vor allem einer deutlich anziehenden Nachfrage in Europa entwickeln sich die Geschäfte gut - besser als viele Unternehmen es zu Jahresbeginn erwartet hatten", sagte EY-Partner Marc Förstemann.

Lediglich 29 der 300 Firmen, die dem Prime Standard angehören, erwarteten schlechtere Geschäfte als zunächst angenommen. Zu dem strenger regulierten Prime Standard gehören auch die Börsenindizes Dax, MDax, TecDax und SDax.

Die insgesamt positive Entwicklung dürfte sich EY zufolge fortsetzen. Zahlreiche Dax-Konzerne hatten demnach in den ersten Wochen des zweiten Halbjahres seine Prognose angehoben.

brt/dpa/Reuters

insgesamt 7 Beiträge
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keine-#-ahnung 29.08.2017
1. Ich mag die Zahlen ja nicht anzweifeln ...
... zumal der Zusammenhang mit dem Niedrigzins ja offensichtlich berücksichtigt ist, aber ich und meine bessere Hälfte kaufen von Jahr zu Jahr eher weniger. Irgendwann hat man doch alles zusammen, was man benötigt ... und nur weil das Geld da ist, kaufe ich doch nicht jedes Jahr einen neuen Wagen oder eine neue Küche? Letztlich landet das Geld dann eh auf dem Konto und im Depot - Kapitalismus ist schon eine putzige Geschichte.
frank.heinz 29.08.2017
2. pünktlich zur Wahl - alles super!!
und die negativen Erwartungen für die kommenden Monate - nur ein Ausrutscher !!? Ich frage mich immer wer diese Statistiken bzw. die Interpretation in Auftrag geben und bezahlt hat.
furo81 29.08.2017
3. Missverständnis @Keine lAhnung
Es geht nicht darum, ob Sie mit fortschreitendem Alter Ausgaben verringern. Es geht darum, ob Sie mit steigendem Alter mehr ausgeben, als diejenigen, die vor ihnen in diesem Alter waren. Und ob diejenigen, die in Ihr Alter "hoch rutschen", mehr ausgeben, als Sie das "damals" taten. Das gilt auch bei solch kurzen Betrachtungen wie Monatsdaten, denn auch innerhalb eines Monats rutschen natürlich immer einige Befragte (wie auch in der abgebildeten Grundgesamtheit) in höhere Altersklassen, und von unten rutschen andere nach.
furo81 29.08.2017
4. Ps:
Man könnte auch sagen, das Reduzieren von Ausgaben mag als Alterseffekt vorhanden sein (wer älter wird, gibt weniger aus - würde ich aber ehrlich gesagt anzweifeln), es ist aber kein Gesamt-gesellschaftlicher Kohorteneffekt
herm16 29.08.2017
5. meine Einkommenserwartung
sieht als Rentner eher bescheiden aus, liegt auch nicht in meinen Händen..
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