Young-Money-Blog Warum ein Kontowechsel oft sinnvoll ist

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Nach vielen Jahren habe ich vor Kurzem mein Sparkassenkonto gekündigt. Ich war mit der Bank aufgewachsen, wurde wie viele andere Heranwachsende mit dem Knax-Club geködert. Das Comic-Heftchen mit lustigen Bildern gab's zur Kontoeröffnung gratis dazu. Die Bank stand für mich von Beginn an für Vertrauenswürdigkeit und guten Service. Ich war immer zufrieden, nutzte auch als Student gern das Girokonto, weil die Sparkasse das größte Automatennetz in Deutschland hat und ich so immer an Bargeld kam. Auch der angebotene Online-Banking-Service der Bank war in Ordnung.

Doch irgendwann bemerkte ich zufällig beim Blick auf meine Kontoauszüge, dass mir monatlich Geld für das Konto berechnet wurde, immerhin 7,90 pro Monat, also knapp 100 Euro im Jahr. Vermutlich hatte die Bank mir mal nach meinem Berufseinstieg einen Brief geschrieben und mich darauf hingewiesen, dass für mich als Berufseinsteiger das Konto nicht mehr kostenfrei sei. Doch wie so oft landete der Brief ungelesen im Müll.

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    Die Börse fasziniert Henning Jauernig, 28 Jahre alt, seit der Kindheit. Die erste eigene Aktie kaufte er, als er 20 war, ein paar Jahre später folgten die ersten Fondsanteile. Seine Finanzen regelt er seitdem selbst. Immer wieder löchern ihn seine Freunde mit Finanzfragen: Wie kann ich mein Geld richtig anlegen? Welche Versicherungen brauche ich? Und wie mache ich meine Steuer? Über Antworten auf all diese Fragen schreibt er im Young-Money-Blog.

Den meisten meiner Freunde geht es ähnlich. Sie sind seit Kindheitstagen Kunde bei klassischen Filialbanken und wissen oft nicht einmal, dass sie monatlich dafür zahlen. Wenn ich sie darauf anspreche, warum sie dort ein Konto haben, sagen sie Sätze wie: "Ich bin da halt schon immer" oder "Kein Bock, mich darum zu kümmern." Auch Umfragen zeigen: Nur jeder zehnte Kunde spielt überhaupt mit dem Gedanken, die Bank zu wechseln, noch weniger sind es, die dann wirklich gehen.

Doch das kann teuer werden: Denn in den vergangenen Jahren haben viele Banken ihre Kontogebühren drastisch erhöht und denken sich immer neue Möglichkeiten aus, um beim Kunden abzukassieren: Damit die Gebührenerhöhungen nicht so auffallen, haben sich viele Banken und Sparkassen ein teilweise kompliziertes System aus verschiedenen Kontomodellen einfallen lassen: vom Premiumkonto mit allen Extras und hoher Grundgebühr bis zum Billigkonto, bei dem der Kunde für jede Überweisung extra zahlen muss. Die Berliner Sparkasse etwa bietet als günstigstes Grundmodell das Giro Individual an, für das pro Monat nur ein Euro Grundgebühr fällig wird. Dafür kostet jedes Geldabheben am Automaten 30 Cent extra. Nicht jeder Kunde weiß das.

Knax-Comic der Sparkasse
DSV-Gruppe

Knax-Comic der Sparkasse

Dahinter steckt in der Regel keine böse Willkür, sondern oft schlicht Not. Durch die dauerhaften Niedrigzinsen haben die Banken deutlich weniger Möglichkeiten, mit den Kundenguthaben Geld zu verdienen. Die Spanne zwischen den Zinsen für langfristige Kredite und jenen für kurzfristige Guthaben ist zu klein geworden, um daraus die Dienstleistungen zu finanzieren, die die meisten Banken und Sparkassen anbieten: Beratung in der Filiale, ein Netz von Geldautomaten und den ganz normalen Zahlungsverkehr.

Es ist also wichtig, über einen Wechsel nachzudenken, denn zum einen lässt sich mit einem vernünftigen Konto auf Dauer viel Geld sparen, und zum anderen ist es für jeden der Einstieg zum richtigen Umgang mit dem eigenen Geld. Denn wer sich schon nicht um ein vernünftiges Girokonto kümmert, wird sich auch eher nicht mit größeren Themen wie Geldanlage und Altersvorsorge beschäftigen. Die Auswahl eines guten und günstigen Girokontos sollte so etwas sein wie der erste Schritt auf dem Weg zum finanziellen Glück.

Im Young-Money-Blog schreiben wir über Finanzthemen für Einsteiger.

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Ich bin zu einer Direktbank ohne Filialen gewechselt, mit der ich in ganz Europa kostenlos Geld abheben kann und mit der ich alle Bankgeschäfte mobil auf meinem Smartphone abwickeln kann. Nach Lust und Laune öffne ich die schicke App und sehe mir meinen Ausgabenverlauf an. So macht der Umgang mit dem eigenen Geld sogar Spaß.

Und wenn ich ein Problem mit einer Überweisung habe, oder eine Abbuchung nicht verstehe, rufe ich meinen Kundenbetreuer per Telefon an. Das geht meiner Erfahrung nach schneller, als in eine Filiale zu rennen und dort in einer Schlange zu stehen.

Ob sich der Kontowechsel von einer Bank zur anderen lohnt, können Sie selbst für sich beantworten. Diese drei Fragen bieten dabei Orientierung:

1. Brauche ich eine Filiale?

Menschen, die es vorziehen, ab und zu in eine Filiale zu gehen, um eine Papierüberweisung zu tätigen, sich einen Kontoauszug auszudrucken oder mit einem Bankberater zu sprechen, müssen sich von vorneherein auf höhere Kontokosten einstellen. Denn die Bank muss Ladenmiete und das Personal vor Ort bezahlen. Echte Null-Euro-Konten gibt es heute nur noch bei Direktbanken.

Zu diesen Banken sollten Kunden wechseln, die ihre Bankgeschäfte nur noch online oder mobil erledigen. Zur Auswahl stehen: DKB, ING, Comdirect, Norisbank, Consorsbank und N26. Diese Banken betreiben Bankgeschäfte ohne eigenes Filialnetz und benötigen dabei keinen persönlichen Kontakt zu ihren Kunden. Sie finanzieren sich in der Regel darüber, dass sie Kunden neben dem Girokonto noch andere Finanzprodukte verkaufen. Doch auf diese Angebote müssen Sie als Kunde natürlich nicht eingehen.

2. Wo will ich kostenlos Geld abheben?

Kunden von Filialbanken können nur an Automaten Geld abheben, die zu ihrem Bankenverbund gehören, sonst müssen sie hohe Gebühren zahlen. Auch das ist bei den Direktbanken bequemer: Bei diesen gibt's inzwischen eine kostenlose Kreditkarte (die man natürlich nicht nutzen muss) dazu, mit der man an jedem Automaten in Deutschland Geld abheben kann. Kunden müssen also nicht mehr den passenden Automaten finden, sondern können jeden nehmen, den sie auf der Straße sehen.

Mit der Kreditkarte lässt sich auch kostenlos Geld im Ausland abheben. Bei einigen Banken gilt dieser Service sogar weltweit, bei anderen nur in Europa.

3. Nutze ich öfter den Dispokredit?

Die Angebote der Direktbanken sind oft sehr ähnlich, weil sie im starken Wettbewerb zueinander stehen. Wenn Sie häufiger Ihr Konto überziehen, sollten Sie aber auf den Zinssatz des Dispokredits achten, denn der ist bei den Banken unterschiedlich hoch.

Hat man sich für eine Bank entschieden, geht der Wechsel ziemlich leicht. Bei Direktbanken dauert die Kontoeröffnung online wenige Minuten. Meist müssen Sie nur einen unterschriebenen Vertrag an die Bank schicken und Ihre Identität entweder in einer Postfiliale oder über eine Videoverbindung zur Bank nachweisen. Dann trudeln die Zugangsdaten, die Karten und die PIN in unterschiedlichen Briefen ein. Die Banken handhaben dies so, damit das Konto von Anfang an vor Kriminellen geschützt ist.

Den Papierkram haben die Banken selbst zu erledigen, auf Wunsch des Kunden müssen sie alle Geschäftspartner - ob Stromanbieter, Internetanbieter oder Versicherer - über die neue Kontoverbindung informieren.

Noch schneller geht es, wenn Kunden sich bei den Anbietern selbst online einloggen und die neue Kontoverbindung hinterlegen. Dann ist das neue Konto direkt nach Eröffnung einsatzfähig.

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insgesamt 45 Beiträge
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Seite 1
napoleonwilson 07.02.2019
1. Bankfiliale ...
Und was mache ich mit einer reinen Online Bank ohne Filiale? Dort müssen angelernte Kräfte ohne Banktarif Bezahlung arbeiten. Das sollte jedem Billig Online Banker geläufig sein. Sein alles Billiger kostet anderen Ihren vernünftig bezahlten Arbeitsplatz. Und die 100 EUR im Jahr wäre mir eine persönliche Betreung schon wert.Wenn man etwas mehr auf der Kante hat, ist eine persönliche Beratung sowieso unabdingbar. Nur wenn man sowieso eher nur auf Dispo lebt, braucht man keine Beratung.
Daniel Fleck 07.02.2019
2. schön bill8g
klar kann man (an den Gebühren) sparen wenn man zur Online-Bank geht. aber wehe man braucht Mal etwas wo persönlicher Kontakt erforderlich ist. ich zahle lieber mehr und bin bei der bank bekannt. das hat mir schon einige Probleme ferngehalten. Leistung und Service muss einem auch etwas wert sein. niemand möchte kostenlos arbeiten
reminder99 07.02.2019
3. nur die halbe Wahrheit...
Der Autor beruft sich - wie viele Andere die vor ihm zu dem Thema geschrieben haben - auf die Niedrigzinsen, aufgrund derer die Banken und Sparkassen angeblich nicht genug Gewinn erwirtschaften könnten. Doch dabei wird Einiges gerne übersehen und/oder verschwiegen. Vor allem, dass die Banken nach wie vor schier obszöne Gehälter und Boni an ihre "Spitzenleute" auskehren - von Einsparungen keine Spur. Gleichzeitig könnte ich mich nicht erinnern, zu Zeiten eines Zinshochs von meiner Bank eine nachträgliche Zinsgutschrift oder Sonderbonus bekommen zu haben, weil die Bank so gut gewirtschaftet hatte... Dieses Geld landete wieder bei den "Spitzen" - siehe oben. Nein, die Banken haben definitiv kein Problem ihre Aufgaben zu erfüllen. Sie erwirtschaften lediglich nicht mehr so hohe Überschüsse wie sie bräuchten, um die genannten Boni und Gehälter der Spitzen wie früher zu finanzieren. Und da man zu Einsparungen bei sich selber ja nie bereit ist, müssen eben nach wie vor die Kunden bluten...
Martin205 07.02.2019
4. kostenlos Geld abheben
... stimmt so nicht (mehr): Gerade die Sparkassen und Volksbanken gehen vermehrt dazu über, ihre Geldautomaten für Institutsfremde Kreditkarten zu sperren.
Henson 07.02.2019
5. Ein Aspekt fehlt
Was ist mit Krediten? Ich habe einen Kredit für ein Haus und einen KfW Kredit für eine Sanierung. Beides habe ich bei der Bank, bei der auch alle meine Konten liegen. Ich habe zwar eine Filale, war aber seit bestimmt 6 Jahren nicht mehr da. Ich kann alles per Telefon oder online erledigen. Wenn ich aber in den nächsten Jahren mal mit Umschulung und Konsolidierung der einzelnen Dinge anfange, dann ist es erstens gut, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben und zweitens hat man es um einiges einfacher, wenn alles über eine Bank läuft. Man hat dann dort schon noch ein anderes Standing. Das ist der Hauptgrund, warum ich mein Konto aktuell nicht wechsle.
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