Berlin - Ein neuer Index soll das Wohlbefinden messen - und die Deutschen schneiden dabei nur mäßig ab: Laut Umfrage bewerten nur 41 Prozent der befragten Deutschen ihre gegenwärtige Lebenssituation oder ihre nahe Zukunft als gut und erfolgreich. In den USA tun dies 53 Prozent, in Großbritannien 52 Prozent. Das geht aus dem Wellbeing-Index hervor, den das Marktforschungsinstitut Gallup zusammen mit dem Unternehmen Healthways am Dienstag erstmals für Deutschland präsentierte.
In der Gesamtbewertung hingegen, die außer der Einschätzung zur Lebenssituation auch Angaben zur Arbeit, Gesundheit und Grundversorgung berücksichtigt, haben die Deutschen auf dem Index knapp die Nase vorn: Insgesamt verteilten rund 68 Prozent hohe Punktzahlen.
Dabei zeigte sich im Detail: Die Deutschen treiben deutlich mehr Sport, haben weniger Depressionen und sind zufriedener mit ihrer Wohnsituation als die Menschen in den USA oder Großbritannien. Auch ihre Grundversorgung und die Arbeitszufriedenheit bewerten sie mit 90 und 55 Prozent deutlicher Zustimmung besser.
Migranten sind deutlich unzufriedener
Im innerdeutschen Vergleich schätzen Haushalte mit Kindern insgesamt ihre Lebenszufriedenheit höher ein als kinderlose Haushalte - allerdings mit Ausnahme der Einkommensgruppen im unteren Mittelfeld. Migranten bewerten ihr Wohlbefinden deutlich niedriger.
Der Wellbeing-Index, der in den USA und Großbritannien bereits seit einigen Jahren ermittelt wird, soll einen regelmäßigen, aktuellen Überblick über die Befindlichkeit der Deutschen geben. Rund 5000 Menschen wurden dazu seit März in einer repräsentativen Stichprobe befragt. Die Interviews laufen weiter und werden monatlich als Index veröffentlicht. Im kommenden Frühjahr sollen auch regionale Daten vorliegen.
Erst vor wenigen Tagen war der erste "Glücksatlas Deutschland" vorgestellt worden, der überwiegend ähnliche Ergebnisse aus den Daten der Sozio-Ökonomischen Panels der vergangenen Jahre herauszog. Dabei zeigten sich Kinder jedoch nicht unbedingt als Glücksgaranten: Sie machten vor allem den Großeltern Freude.
kra/dpa
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