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Glühbirnenverbot: Energiesparlampen werden deutlich teurer

Verbraucher müssen sich darauf einstellen, mehr für Energiesparlampen zu bezahlen: Der Hersteller Osram will die Preise für die Ökoleuchten kräftig erhöhen - zum Teil um 25 Prozent. Als Grund nennt das Unternehmen steigende Rohstoffkosten, unter anderem bei sogenannten Seltenen Erden.

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DPA

Energiesparlampen: Osram begründet die Preiserhöhung mit höheren Rohstoffkosten

Hamburg/München - Ab dem 1. September gilt das EU-weite Verbot für 60-Watt-Glühbirnen. Wer sich nicht rechtzeitig eindeckt, muss ab Donnerstag Energiesparlampen kaufen. Just zu diesem Zeitpunkt erhöht der Leuchtmittel-Hersteller Osram laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" die Preise für die Öko-Leuchten.

Das Unternehmen begründet die "außerordentliche Preiserhöhung" demnach mit einer drastischen Verteuerung von sogenannten Seltenen Erden, die als Rohstoff benötigt werden. Im Schnitt lägen die Preiserhöhungen bei 20 bis 25 Prozent, sagte Osram-Vorstand Martin Goetzeler der "FTD". Betroffen sind neben Energiesparlampen auch Leuchtstoffröhren.

In Einzelfällen können die Lampen sogar noch deutlich teurer werden. "Das ist vom Produkttyp abhängig, wir haben erhebliche Unterschiede - je nachdem, welche Rohstoffe eingesetzt werden und in welchem Ausmaß", sagte Goetzeler. Die Leuchtmittelhersteller sind ein Beispiel dafür, wie sehr die Industrie in Europa und weltweit von Seltenen Erden abhängt. Auch der Online-Branchendienst Digitimes rechnet damit, dass Festplatten noch im laufenden Jahr um bis zu zehn Prozent teurer werden. Laut den Experten soll dies vor allem kleinere Speicher betreffen, bei den inzwischen weitverbreiteten 1-Terabyte-Platten wird sich der Preisaufschlag um fünf Prozent bewegen. Auch beim niederländischen Konzern Philips sind für Deutschland durchschnittliche Preissteigerungen zwischen 20 und 25 Prozent geplant, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

"Die zunehmende globale Knappheit dieser Materialien hat zu einer Kostenexplosion geführt", schreibt Osram laut "FTD" in einem Brief an die Kunden. Hintergrund sei die gestiegene Nachfrage nach Seltenen Erden wie Europium, Terbium und Yttrium und die restriktive Exportpolitik Chinas, das einen großen Teil der Abbaugebiete kontrolliert. Goetzeler rechnet daher mit Preissteigerungen in der gesamten Branche. Osram arbeite an Prozessen, um Seltene Erden über Recycling zurückzugewinnen.

Ab diesem Donnerstag dürfen EU-weit keine herkömmlichen Glühbirnen mit mehr als 40 Watt in den Handel kommen, Restposten dürfen die Händler noch verkaufen. Dadurch wird die Nachfrage der Verbraucher nach Energiesparlampen deutlich ansteigen. Befürworter hatten bisher argumentiert, die wesentlich teureren Energiesparlampen wären nicht nur effizienter, sondern aufgrund ihrer längeren Haltbarkeit unterm Strich auch günstiger für die Verbraucher.

cte

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1. *
jomarten, 31.08.2011
Zitat von sysopVerbraucher müssen sich darauf einstellen, mehr*für Energiesparlampen zu bezahlen:*Der Hersteller Osram*will die Preise für die Ökoleuchten kräftig erhöhen - zum Teil um 25 Prozent. Als Grund*nennt das Unternehmen*steigende Rohstoffkosten, unter anderem bei sogenannten Seltenen Erden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,783535,00.html
An diese Vorgabe der EU hält sich sowieso nur wieder der dumme deutsche Michel. Wir Idioten lassen ja wirklich alles mit uns machen.
2. Nicht umsonst...
nemesis001 31.08.2011
habe ich mich längst mit allen wichtigen Glühlampen von 40 - 100 Watt für die Lebenszeit und weit darüber hinaus eingedeckt.
3. Komisch....
fatherted98 31.08.2011
...das das grade nach dem Glühbirnenverbot passiert....und gleich 25%...hmm...ob da noch jemand Osram kauft?
4. Politik gegen Bürger
nr6527 31.08.2011
Zitat von sysopVerbraucher müssen sich darauf einstellen, mehr*für Energiesparlampen zu bezahlen:*Der Hersteller Osram*will die Preise für die Ökoleuchten kräftig erhöhen - zum Teil um 25 Prozent. Als Grund*nennt das Unternehmen*steigende Rohstoffkosten, unter anderem bei sogenannten Seltenen Erden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,783535,00.html
Ist das die Freiheit der Verbraucher sich in freier Wahl für das für ihn am besten geignete Produkt zu entscheiden? Nein, das ist Gängelung von Oben und der Zwang die Umwelt mit Schadstoffen aus Energiesparlampen zu verunreinigen.
5. So eine Überraschung...
j_w_pepper, 31.08.2011
... erhöhte Nachfrage, selbst wenn sie durch politische Zwangsmaßnahmen ausgelöst wird, sorgt doch tatsächlich für höhere Preise! Wer hätte das gedacht? Es bleibt unabhängig vom Stromsparerfolg aber Unfug, die Dinger als "Ökoleuchten" zu bezeichnen, solange diese noch einen erheblichen Giftcocktail enthalten.
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Seltene Erden
Die Seltenen Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen, darunter Lanthan, Europium und Neodym. Meist kommen sie am selben Standort, im selben Gestein, vor. Sie werden in kleinen Mengen verwendet, sind aber unverzichtbar unter anderem für die Herstellung von Computern und Computer-Monitoren, DVD-Spielern, leistungsstarken Akkus, Hybrid-Autos, Halbleitern, Handys, Rüstungsgütern und Windturbinen. Autozulieferer nutzen Seltene Erden bei der Herstellung von Elektromotoren. Die größten Verbraucher Seltener Erden sind China, Japan und die USA, die eine starke Technologiebranche haben. Wegen der zunehmenden Bedeutung der Umwelttechnologien wird mit einem steigenden Bedarf gerechnet. Der mit Abstand größte Produzent ist China. Im Jahr 2008 wurden dort 120.000 Tonnen gefördert, das waren 97 Prozent der weltweiten Menge. China exportierte gut 30.000 Tonnen.


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