Von Stefan Kaiser
Aktien sind mehr als ein Stück Papier. Sie sind Unternehmensbeteiligungen und zählen damit auch zu den sogenannten Sachwerten, die viele Experten derzeit empfehlen. Allerdings haben Aktien für Anleger einen Haken: Ihr Kurs schwankt deutlich stärker als der anderer Wertpapiere - und sie können sich einem allgemeinen Abwärtstrend der Wirtschaft nur selten entziehen.
Das heißt im Klartext: Wenn die Weltwirtschaft in die Rezession zurückfällt, werden wahrscheinlich auch die großen Aktienindizes sinken. "Aktien sind nicht risikoärmer geworden, nur weil Staaten hochverschuldet sind", sagt Anlageexperte Andreas Beck.
Wer auf lange Sicht anlegt und richtig auswählt, kann mit Aktien trotzdem richtig liegen, meint Anlagestratege Philipp Vorndran. Er setzt vor allem auf große, international ausgerichtete Konzerne wie Nestlé
, Pepsi
oder auch Bayer
. "Wichtig ist, dass die Unternehmen eine solide Bilanz haben und ordentliche Dividenden zahlen - und zwar aus ihren ordentlichen Gewinnen, nicht aus ihrer Substanz."
Vorndran rechnet vor, dass man mit einem gut diversifizierten Portfolio von Qualitätsaktien alleine durch die Dividenden auf jährliche Renditen von knapp 4,5 Prozent kommen kann - deutlich mehr als etwa bei zehnjährigen Bundesanleihen, die derzeit nur rund 2,2 Prozent pro Jahr abwerfen und damit nicht einmal die Wertverluste durch Inflation ausgleichen. "Selbst wenn der Aktienkurs leicht sinkt, steht man mit guten Aktien und einem Zeithorizont von mindestens fünf Jahren also noch immer besser da", sagt Vorndran. "Aus meiner Sicht muss ein Anleger, der seine Kaufkraft sichern will, dieses Risiko eingehen."
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