Nachhaltigkeits-Ranking Greenpeace wirft Adidas und Nike Schönfärberei vor

Große Modefirmen haben sich dazu verpflichtet, bald auf schädliche Chemikalien zu verzichten und die Produktionsbedingungen offenzulegen. Laut Greenpeace tun einige dafür aber nichts. In einem Ranking ordnet die Organisation unter anderem Adidas und Nike als "Greenwasher" ein.

Läuferfüße auf der Leichtathletik-WM in Moskau: Greenwashing
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Läuferfüße auf der Leichtathletik-WM in Moskau: Greenwashing

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Hamburg - Die Kleidungsproduktion ist häufig eine schmutzige Sache: Viele Hersteller verwenden schädliche Chemikalien, die in Ländern wie China, Pakistan oder Mexiko in die Umwelt gelangen und Gewässer und Trinkwasser vergiften. Immerhin: Das Problem ist erkannt und 17 der größten Firmen haben sich im Rahmen der Greenpeace-Kampagne "Detox" zu einer schadstofffreien Produktion von 2020 an verpflichtet.

Die Sportartikelhersteller Adidas und Nike waren unter den ersten, die sich 2011 den Forderungen unterwarfen. Getan haben sie seitdem aber so gut wie nichts - sagt Greenpeace. Die Umweltschützer bezeichnen Adidas, Nike und eine chinesische Firma deshalb als "Greenwasher" - also als Unternehmen, die sich nur oberflächlich einen grünen Anstrich geben, statt wirklich umweltbewusst zu handeln.

In einer neuen, interaktiven Onlineplattform namens "Detox Catwalk" teilt Greenpeace die 17 Modefirmen, die an der Kampagne mitwirken, in einer Art Nachhaltigkeitsranking in die Kategorien "Trendsetter", "Greenwasher" und "Schlusslichter" ein. Als Grund nennt Manfred Santen, der Chemieexperte der Umweltschutzorganisation, fehlendes Engagement: "Vor zwei Jahren waren Adidas und Nike noch Detox-Vorreiter, haben dann aber den Worten keine Taten folgen lassen. Gerade Adidas macht weiter wie bisher, anstatt konkrete Maßnahmen hin zu einer sauberen und transparenten Textilproduktion zu beginnen."

Konkret wirft Greenpeace Adidas vor, noch keines seiner vollmundigen Entgiftungsversprechen eingelöst zu haben. Auch habe sich das Unternehmen zu der Grundannahme der Kampagne, es gebe keine ökologisch vertretbaren Mengen gefährlicher Chemikalien, noch nicht eindeutig geäußert. Erst vor wenigen Tagen hatten die Umweltschützer Adidas und anderen Herstellern vorgeworfen, giftige Chemikalien nicht aus der Produktion verbannt zu haben - ein Labor hatte in einem Mädchenbadeanzug des Sportartikelherstellers gesundheitsschädliche Substanzen nachgewiesen. Adidas verstecke sich hinter "den leeren Papierversprechen" der Industrieinitiative Zero Discharge of Hazardous Chemicals Group (ZDHC), schreibt Greenpeace. Dasselbe gelte für Nike, das "keinen glaubwürdigen Plan zum Verzicht auf wichtige gefährliche Chemikalien" anbiete.

Adidas reagiert mit Unverständnis auf die Einstufung. Auf Anfrage teilt das Unternehmen mit, das Greenpeace-Ranking basiere nicht auf Fakten, "da wir uns strikt an die Zusagen halten, die wir bei der Vorstellung der Detox Kampagne gemacht haben". Adidas habe ein gründliches Chemikalien-Management und werde bei Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten weltweit als führend eingestuft. "So wurden wir beispielsweise vom Institute of Public and Environmental Affairs (IPE), einer Partnerorganisation von Greenpeace, als eine der vier besten Marken unserer Branche in China bewertet." Von Nike war eine Stellungnahme zunächst nicht zu bekommen.

Greenpeace weist darauf hin, dass die Mehrzahl der bewerteten Firmen zeigt, dass es auch anders geht. So finden sich große Modemarken wie Benetton, H&M, Zara, Esprit, C&A, G-Star Raw, Levi's oder Puma in der Kategorie "Trendsetter" wieder. Diese Firmen veröffentlichen laut Greenpeace Daten über Schadstoffeinleitungen ihrer Zulieferer in China auf der Plattform des Institute of Public & Environmental Affairs (IPE). Außerdem hätten sie begonnen, besonders gefährliche Schadstoffe wie per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) aus ihren Produkten und Herstellungsprozessen zu verbannen.

Auf der anderen Seite stehen Firmen wie GAP, Calvin Klein und Tommy Hilfiger in der Kategorie "Schlusslichter". Diese Marken ignorieren den Umweltschützern zufolge das Problem bisher und verweigerten eine Verpflichtung zur Entgiftung der Herstellungsprozesse. Allerdings haben sich auch zahlreiche dieser Unternehmen der ZDHC-Initiative angeschlossen.

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insgesamt 5 Beiträge
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sirgentlemen 31.10.2013
1. Verstehe ich nicht.
Da steht ab 2020, dass heisst bis dahin dürfen die das, wieso also sollen sie es heute tun??? Damit hat die Textilindustrie noch kein Versprechen gebrochen.
brummer07 31.10.2013
2. Unklar!
zero discharge of hazardous chemicals heißt nach meinem Sprachverständnis kein Einleiten von gefährlichen Chemikalien (in Gewässer) - und das war doch der Aufhänger der Detox Kampange. Das ist aber ein kleiner aber feiner Unterschied zu "nicht einsetzten" ... ich werde den Eindruck nicht los, dass es hier der Auftakt zum Weihnachtsgeschäft ist - bekanntermaßen der Zeit des größten Spendenaufkommens und da kann man anscheinend nicht Abseits stehen - oder muss ich meine Greenpeace Aktien bald verkaufen weil die Finazierung der Gesellschaft unsicher ist?
räbbi 31.10.2013
3.
Zitat von brummer07zero discharge of hazardous chemicals heißt nach meinem Sprachverständnis kein Einleiten von gefährlichen Chemikalien (in Gewässer) - und das war doch der Aufhänger der Detox Kampange. Das ist aber ein kleiner aber feiner Unterschied zu "nicht einsetzten" ... ich werde den Eindruck nicht los, dass es hier der Auftakt zum Weihnachtsgeschäft ist - bekanntermaßen der Zeit des größten Spendenaufkommens und da kann man anscheinend nicht Abseits stehen - oder muss ich meine Greenpeace Aktien bald verkaufen weil die Finazierung der Gesellschaft unsicher ist?
...nich wenn Adidas zu Weihnachten nochmal nen ordentlichen Scheck schickt...dann klappt's auch wieder mit dem Ranking. Abgesehen davon. Greenpeace-Aktien?! Wär ich sofort dabei. Mit schlechtem Gewissen hat sich schon immer gut Geld verdienen lassen. Da ist die Dividende gesichert. ;)
abseitstor 31.10.2013
4. Grüne Schutzgelderpressung
Zitat von sysopDPAGroße Modefirmen haben sich dazu verpflichtet, bald auf schädliche Chemikalien zu verzichten und die Produktionsbedingungen offenzulegen. Laut Greenpeace tun einige dafür aber nichts. In einem Ranking ordnet die Organisation unter anderen Adidas und Nike als "Greenwasher" ein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/greenpeace-bezeichnet-adidas-und-nike-in-ranking-als-greenwasher-a-930973.html
Was ist los? Haben die Unternehmen ihre Schutzgelder (verdeckte Spenden) an Greenpeace nicht bezahlt? So wie einst Lidl, als sie das Greenpeace-Magazin kostspielig entsorgten, um damit als Vorbild in Sachen Pestizidrückständen von Greenpeace gelobt zu werden? Geschäftsbeziehung mit Lidl: "Das passt nicht zu Greenpeace" - Stern TV | STERN.DE (http://www.stern.de/tv/sterntv/geschaeftsbeziehung-mit-lidl-das-passt-nicht-zu-greenpeace-591524.html)
muenchen84 31.10.2013
5. Noch schlimmer: Die Kundschaft
Dass die Industrie sich um Umweltschutz nicht schert ist schlimm, die Sache wäre aber gleich gegessen, wenn die Kunden nicht vollgas und mit Jubelschreien wie Lemminge in die billigen Fallen der Konzerne tappen würden; es gibt genug nachhaltige kleine Firmen mittlerweile
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