Neue Studie Die Vermessung des deutschen Grillers

Gas oder Kohle? Discounter-Würstchen oder Biogemüse? Die Deutschen grillen oft - und sehr verschieden. Eine neue Studie macht drei Grilltypen aus.

Grillen mit dem Holzkohlegrill
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Grillen mit dem Holzkohlegrill


Sommer, Sonne, Grillsaison. In Fulda treffen sich am Wochenende die Profis zur 21. Deutschen Grillmeisterschaft. Die Veranstalter erwarten bis zu 30.000 Besucher, die den konkurrierenden Teams beim Grillen zusehen wollen. Auch privat wird immer mehr gegrillt. Das hat das Marktforschungsinstitut Nielsen in seiner Studie zur Vermessung der deutschen Grilllandschaft herausgefunden.

Demnach grillen 87 Prozent der Haushalte mindestens einmal im Jahr. Damit ist der Anteil seit 2009 um sieben Prozentpunkte gestiegen. Fast die Hälfte von ihnen nutzt das Grillen während der Sommermonate als Ersatz zum Kochen und grillt auch allein oder bei schlechtem Wetter. "Der Grill wird damit zunehmend zur Alternative zum Herd und Backofen", sagt Lothar Staiblin, Leiter der Grillstudie. "Das hängt damit zusammen, dass fast jeder Zweite auch gern allein grillt - sozusagen als Unterhaltung und Besonderheit zwischendurch."

Bei der Frage, welche Art des Grillens denn nun die beste ist, spaltet sich die Republik in drei Teile. "Man könnte auch sagen, dass beim Grillen das Prinzip gilt: Sag mir, wie du grillst, und ich sag dir, wer du bist. Denn oft gehen mit der Wahl des Grills auch spezielle Gewohnheiten einher", sagt Studienleiter Staiblin.

Die Marktforschungsfirma hat drei Grilltypen ausgemacht:

  • Der Anteil der traditionellen Holzkohlegriller ist so mit rund 16 Millionen Haushalten der größte. Die Gruppe besteht überwiegend aus jungen Familien, die bei schönem Wetter mit Freunden und Bierchen im Garten grillen, und ist im Osten Deutschlands überproportional vertreten.
  • Im Nordosten Deutschlands und in Nordrhein-Westfalen regieren die Elektro-Pragmatiker. Dazu zählen rund 6,5 Millionen Haushalte, überwiegend Singles und Senioren, die eher wetterabhängig auf dem Balkon grillen und ihr Fleisch im Discounter kaufen. Ihr Anteil ist gegenüber 2009 jedoch um neun Prozent zurückgegangen.
  • Stark auf dem Vormarsch hingegen sind die Gasgrill-Genießer. Diese Gruppe besteht aus 3,2 Millionen Haushalten, häufig Familien und junge Paare ohne Kinder, die wetterunabhängig auf der Terrasse grillen. Sie leben überwiegend im Südwesten Deutschlands, grillen gesunde und vielfältige Zutaten und nutzen den Grill als Kochersatz.

Eingekauft wird insgesamt am liebsten im Supermarkt (70 Prozent), gefolgt von Metzger (51 Prozent) und Discounter (43 Prozent).

Aber so vielfältig die deutsche Grilllandschaft auch ist, überwiegend einig waren sich die Befragten bei der passenden Getränkewahl. Da wird unabhängig von Ort und Anlass bei drei Viertel der Deutschen mit Bier angestoßen.



insgesamt 102 Beiträge
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potkan 06.08.2016
1. und die smoker?
die freunde des bbq's bleiben aussen vor? ich denke sie gehören zu der zahlenmäßig am stärsten wachsenden spezies.
Frokuss 06.08.2016
2.
"Eingekauft wird insgesamt am liebsten im Supermarkt (70%), gefolgt von Metzger (51%) und Discounter (43%). " Dem kann ich leider nicht folgen... Oder sollte dies eine Aufschlusselung und Zuordnung zu den drei Typen sein?
dolfi 06.08.2016
3. Gas-Kugelgrill rules
Mein Tipp für perfektes Grillieren: im Gas-Kugelgrill (Swiss Outdoor Chef) oder im Crockpot garen und dann kurz über einem Thüros-Grill (Holzkohle) die Oberfläche veredeln. Und das richtige Vorbereiten nicht vergessen: Egal ob Rub oder Flutschi-Marinade.
Bueckstueck 06.08.2016
4. Die grosse Gemeinsamkeit:
Die Allermeisten können nicht grillen. Unabhängig von der Methode die die Hitze erzeugt, qualmt und stinkt es als ob ein vollbesetzter Schweinestall abfackelt. Und die schlimmsten sind die, die mehrmals die Woche den Grill als Herdersatz missbrauchen. Wir grillen zu besonderen Gelegenheiten mit Kohle. Grillen ist was besonderes und wenn mans kann, dann stinkt auch nichts.
schokohase123 06.08.2016
5. Sortieren, einordnen, katalogisieren
Gruselig an der ganzen Sache ist doch, dass auch hier wieder Nahrungszubereitung und Freizeitspaß zur Glaubenslehre hochstilisiert wird. Gasgriller suhlen sich im Weber-Wahn als die einzig wahren Helden, während Kohlegriller allen anderen die Atmosphäre absprechen. Besonders wichtig scheint der Preis zu sein, denn den erwähnt jeder Weber-Jünger spätestens beim zweiten Satz. Der Bekehrungswille wird nur noch von Veganern übertroffen. Dumm nur, wenn man dann Bindegewebe in Kunstdarm für 79 Cent auf dem 400 Euro-Grill zubereitet. Plötzlich sind alle Profis, bloß weil sie überteuerten Mist, Grillbibeln und Besteck für etliche Euros ihr eigen nennen. Und in Wirklichkeit merkt keiner, dass ihr nur mal wieder Trendfollower und Werbeopfer geworden seid.
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