Grüne Woche Gerd Müller fordert mehr Fairtrade in Supermärkten

Entwicklungsminister Gerd Müller hat auf der Agrarmesse Grüne Woche Supermärkte dazu aufgerufen, gute Arbeitsbedingung bei Produzenten zu fördern. Er lobte ausgerechnet einen Discounter.

Gerd Müller (r.) mit Gesprächspartnern auf der Grünen Woche
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Gerd Müller (r.) mit Gesprächspartnern auf der Grünen Woche


Auf der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin hat sich Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) für mehr fair gehandelte Lebensmittel ausgesprochen: Er forderte Verbraucher und Einzelhandel auf, bei Kakao, Bananen oder Kaffee auf eine Produktion zu besseren Arbeitsbedingungen zu achten. "Wer Bananen unter einem Euro das Kilo verkauft, der nimmt Kinderarbeit vor Ort in Kauf."

Der Handel solle dem Discounter Lidl folgen - die Kette hatte im Oktober vollständig auf fair gehandelte Bananen umgestellt. Dies müsse zum Standard werden. Auch an Finanzmärkten mit Nahrungsmitteln auf Kosten der Armen zu spekulieren, sei schändlich. Dies müsse verboten werden.

Müller und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) bekräftigten das Eintreten der Bundesregierung für bessere Lebensbedingungen von Kakaobauern vor allem in Westafrika. Müller sagte: "Hungerlöhne, Armut, Kinderarbeit und Abholzung der Regenwälder müssen endlich der Vergangenheit angehören." Klöckner betonte das Ziel, auf 100 Prozent fair gehandelten Kakao auf dem deutschen Markt zu kommen. Auch dank einer 2011 mit Süßwarenherstellern und Handel gestarteten Initiative stammten inzwischen 55 Prozent aus nachhaltigem Anbau. Ziel sei, diesen Anteil bis 2020 auf 70 Prozent zu erhöhen.

Mehr als 80 Prozent des Kakaos in Deutschland stammen demnach aus Nigeria, Ghana und der Elfenbeinküste. Auf dortigen Kakaoplantagen arbeiten zwei Millionen Kinder.

kko/dpa



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