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Grüne Woche: Zehntausende demonstrieren gegen die Agrarindustrie

Demonstranten am Potsdamer Platz in Berlin: "Wir haben Agrarindustrie satt!" Zur Großansicht
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Demonstranten am Potsdamer Platz in Berlin: "Wir haben Agrarindustrie satt!"

Zehntausende Menschen protestieren in Berlin friedlich für einen besseren Tier- und Klimaschutz in der Landwirtschaft. Unter dem Motto "Wir haben Agrarindustrie satt" forderten die Teilnehmer am Rande der Grünen Woche von der Bundesregierung eine agrarpolitische Wende.

Berlin - Mehrere zehntausend Menschen sind in Berlin für einen besseren Tier- und Klimaschutz in der Landwirtschaft auf die Straße gegangen. Zu der Demonstration unter dem Motto "Wir haben Agrarindustrie satt" hatte ein breites Bündnis aus Tierschützern, Verbraucher-, Umwelt- und Bauernorganisationen aufgerufen. Am Rande der Grünen Woche forderten die Teilnehmer von der Bundesregierung eine Wende in der Agrarpolitik.

Nach Informationen des Veranstalters hatten bis zum frühen Nachmittag etwa 30.000 Menschen an dem Protestzug teilgenommen. Rund 70 Traktoren seien dem Protestzug vorweggefahren, hieß es. Einige Landwirte seien mit ihren Treckern aus ganz Deutschland bis zu 50 Stunden lang angereist.

Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) begrüßte, dass sich Demonstranten an der politischen Debatte beteiligten. "Alle Argumente, die dort vorgetragen werden, spielen auch in unserer Diskussion eine Rolle und haben ihre Berechtigung", sagte er. Es sei gut, dass die Demonstranten ihre Meinung sagten, "weil es zeigt, dass viele Menschen sich Gedanken machen um die Welternährung". Gute Landwirtschaft mit nachhaltiger Produktion und hoher Qualität wollten alle erreichen. Über den Weg dorthin gebe es allerdings verschiedene Ansichten.

Grünen-Chefin Simone Peter nannte die Demonstration in einer Mitteilung "ein deutliches Stoppschild gegen Massentierhaltung in Megamastanlagen, Gentechnik auf dem Teller und Pestizide im Essen". Der Ökolandbau zeige, dass es auch anders gehe. Der Biobranche dürften keine Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, weil der neue Agrarminister vor allem auf industrielle Massenproduktion setze.

Die Veranstalter kritisierten besonders das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. "Hinter verschlossenen Türen verhandelt die EU-Kommission über ein Freihandelsabkommen, das Bauern und Verbrauchern gleichermaßen schadet", sagte einer der Veranstalter, Jochen Fritz.

Auf dem Berliner Messegelände kletterten einige Protestierende auf den Funkturm, um für mehr Tierschutz in der Landwirtschaft zu demonstrieren. Sie entrollten ein Transparent mit der Aufschrift "Bloß nicht genau hinsehen". Die Polizei sperrte die Umgebung ab.

Auf Transparenten der Teilnehmer der offiziellen Demonstration in Berlin-Mitte hieß es unter anderem "Kein Gen-Food" oder "Gegen Wachstumswahn". Der Protestzug hatte am Vormittag am Potsdamer Platz begonnen, die Demonstranten liefen und fuhren anschließend zum Kanzleramt. Nach Angaben der Polizei verlief die Kundgebung friedlich. Autofahrer mussten sich auf Staus und Umleitungen einstellen.

nck/dpa

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insgesamt 107 Beiträge
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1. Was denken die wo die Tofuwurst herkommt?
ixap 18.01.2014
Immer schön die Hand beißen, die einen füttert.
2. Ja, liebe Leute
herbfischer 18.01.2014
Dann wartet mal, was wir nach Inkrafttreten des Freihandelsabkommens mit den USA alles auf den Tisch bekommen. Angefangen von genmanipulierten Rindern und Schweinen über genmanipuliertes Gemüse und Obst. Profit über alles, Bedenken über die Langzeitfolgen werden weggewischt.
3. Gut so! Schützt uns und unsere Bauern vor dem "Freihandelsabkommen"
Europa! 18.01.2014
Zitat von sysopDPAZehntausende Menschen protestieren in Berlin friedlich für einen besseren Tier- und Klimaschutz in der Landwirtschaft. Unter dem Motto "Wir haben Agrarindustrie satt" forderten die Teilnehmer am Rande der Grünen Woche von der Bundesregierung eine agrarpolitische Wende. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/gruene-woche-zehntausende-demonstrieren-gegen-die-agrarindustrie-a-944270.html
An dieser Demonstration hätten genauso viele teilnehmen müssen wie damals, als Obama an der Siegessäue gesprochen hat und alle noch an ihn geglaubt haben. Ich schäme mich, dass ich nicht da war!
4. Agrar mach rar!
Thorkh@n 18.01.2014
Arten- und Naturschutz in der Landwirtschaft!
5. tjaaaaaaaa......
galahad610 18.01.2014
Zitat von herbfischerDann wartet mal, was wir nach Inkrafttreten des Freihandelsabkommens mit den USA alles auf den Tisch bekommen. Angefangen von genmanipulierten Rindern und Schweinen über genmanipuliertes Gemüse und Obst. Profit über alles, Bedenken über die Langzeitfolgen werden weggewischt.
ist doch alles gekennzeichnet,muss ja keiner essen. und die die da demonstrieren essen das bestimmt ohnehin nicht. mein Problem dabei:die wollen MIR vorschreiben was und wie ich zu essen habe...und DAS kommt garnicht in frage(abgesehen davon esse ich sehr gut und gucke schon auf die Labels,aber ICH kann es mir auch leisten)! und somit dann die zweite Sache:deutsche wollen halt billig,billig,NOCH billiger...jeder kriegt was er verdient...dann muss man halt mehr fürs essen ausgeben und weniger für Urlaub,und es muss auch kein tablet oder iphone sein...aber WOLLEN die leute das? diese erzieherische Grundhaltung dieser leute im allgemeinen(und der grünen im besonderen) geht der deutschen Bevölkerung zusehends auf die nerven!wer lässt sich schon gerne bevormunden? daher:jeder esse wie er mag,aber diese spinner sollen mich verschonen!
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