Islamische Schlachtvorschrift Halal-Fleisch darf kein Bio-Logo tragen

Fleisch aus ritueller Schlachtung darf nicht als Bioprodukt verkauft werden. Das entschied der Europäische Gerichtshof - und argumentierte dabei mit dem Tierwohl.

Halal-Hinweis auf Wurstpackung in den USA (Archivbild)
AP

Halal-Hinweis auf Wurstpackung in den USA (Archivbild)


Fleisch aus sogenannter Halal-Schlachtung darf nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) nicht mit dem Biogütesiegel der EU gekennzeichnet werden. Die Schlachtmethode nach Vorgaben des islamischen Glaubens erfülle nicht die höchsten Tierschutzstandards, begründeten die Richter in Luxemburg ihr Urteil.

Vorausgegangen war ein Rechtsstreit in Frankreich. Dort wollte eine Tierschutzorganisation erreichen, dass als halal gekennzeichnete Hacksteaks nicht mehr damit beworben werden dürfen, dass sie aus "ökologischem/biologischem Landbau" stammen. Das zuständige Verwaltungsgericht bat den EuGH um Rat bei der Auslegung von europäischem Recht.

Die Richter befanden nun, dass in den betreffenden EU-Verordnungen mehrfach betont werde, dass bei Biofleisch das Tierwohl eine zentrale Rolle spiele. Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass Betäubung die Technik sei, die das Tierwohl zum Zeitpunkt der Schlachtung am wenigsten beeinträchtige. Das Leiden werde erheblich verringert. Die von religiösen Riten vorgeschriebenen Schlachtmethoden ohne Betäubung erfüllten diese Kriterien hingegen nicht.

Im deutschen Einzelhandel sind Halal-Produkte noch vergleichsweise wenig verbreitet. Einen ausführlichen Bericht zu den Gründen finden Sie hier.

Rechtssache C-497/17

dab/dpa

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troy_mcclure 26.02.2019
1.
Die Begründung klingt auf jeden Fall nachvollziehbar.
VolkerK 26.02.2019
2. Unsinn, zumindest in Deutschland
Hier in NRW gibt es Schlachthöfe, die Fleisch mit Halal-Siegel produzieren. Keiner davon hat eine Ausnahmegenehmigung, um ohne die im Tierschutzgesetz vorgeschriebene Betäubung zu schlachten. Tatsächlich ist die übliche Betäubung mit Bolzenschuss nicht halal, da das Tier dadurch irreversibel verletzt wird. Bei der Elektrokurzzeitbetäubung ist das anders, die wird hier in NRW praktiziert und es gibt sogar eine Fatwa - also ein islamisches Rechtsgutachten - dass ein derart betäubtes Tier halal ist, da es, wenn es nicht geschlachtet wird, nach einer Viertelstunde wieder aufsteht und keine Zeichen von Gesundheitsschäden aufweist. Das wurde der AfD-Fraktion im NRW-Landtag auf ihre naseweise Anfrage hin unlängst alles nochmal so erläutert: Halal-Schlachtung und Tierschutzgesetz passen zusammen, wenn man nur mal mit einander redet. Insofern ist der Bericht Unsinn, das Urteil bezieht sich ausschließlich auf unbetäubte Schlachtungen, die, siehe oben, zumindest in NRW, mutmaßlich in ganz Deutschland, nicht legal existieren. Offenlegung: ich bin seit 22 Jahren Vegetarier, mich ärgert nur immer wieder, dass alljährlich zum islamischen Opferfest rassistische Ressentiments in Tierschutzthemen verpackt werden, indem diese kleine, aber entscheidende Entwicklung der letzten Jahrzehnte einfach geleugnet wird.
Wolfno 26.02.2019
3. Verbieten lassen
Man sollte endlich das Schlachten mit nicht zeitgemäßen Methoden verbieten. Es kann nicht sein das man hier Tiere quälen darf nur wegen religiösen Vorlieben. In allen Bereichen müssen die Gesetze über die Religion stehen.
jan07 26.02.2019
4. Tierschutz hat Vorrang!
Das Schächten gehört grundsätzlich verboten. Natürlich sollte man auch die Praktiken der Massenschlachtung von Tieren grundsätzlich hinterfragen. Das ist noch viel zu tun! Das Wohlbefinden der Tiere sollte immer Vorrang vor vermeintlichen 'religiösen' Riten und Befindlichkeiten haben.
ogoehni 26.02.2019
5. Nachvollziehbar...
Gut, dieses Urteil, weil hier klar die unbetäubte Tötung als tierfeindlich und nicht mit unseren humanen Werten übereinstimmt. Diese Bewertung dürfen deutsche Gerichte nicht anders bewerten, gut so. Trotz dieses Standpunkts, finde ich, dass das jüdische Leben bei uns einen fester Bestandteil sein sollte und nicht nur wegen demHolocaust. Es gehört zu unserer europäischen Kultur.
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