Zum 1. September EU macht Schluss mit Halogenlampen

Nach der Glühbirne trifft es die Halogenlampe: Ab September darf sie nicht mehr in der EU verkauft werden. Die EU-Kommission will damit Energie sparen.

Halogenlampe (Archiv)
Getty Images

Halogenlampe (Archiv)


Am 1. September tritt die letzte Stufe der EU-Lampenverordnung in Kraft. Ab dann ist in allen 28 EU-Staaten der Verkauf besonders energiehungriger Halogenlampen verboten.

Betroffen sind vor allem die meist birnen- und kerzenförmigen Leuchten der Energieklasse D mit ungebündeltem Licht. Stattdessen werden künftig hauptsächlich Energiesparlampen und LEDs in den Handel gelangen. Dadurch soll der EU-Kommission zufolge jährlich so viel Strom gespart werden, wie Portugal in einem Jahr verbraucht.

Ausnahmen wird es etwa für platte Spotlampen, wie sie bei Deckenstrahlern genutzt werden, und für Halogenlampen in Schreibtischlampen oder Flutlichtern geben. Restbestände dürfen auch über September hinaus noch verkauft werden.

Teure Anschaffung amortisiert sich

Hintergrund des schrittweisen Auslaufens der Halogenlampe ist die sogenannte Ökodesign-Richtlinie der EU. Sie legt Anforderungen an die Energieeffizienz von Produkten fest. Eigentlich hätten die Halogenlampen schon 2016 vom Markt verschwinden sollen. Damals entschieden sich die EU-Staaten jedoch für eine Fristverlängerung. Seit 2012 sind in der EU konventionelle Glühlampen verboten.

Im Video: Glühlampenverbot wird zur Farce (SPIEGEL TV von 2012)

SPIEGEL TV

Bei der Glühlampe wurden nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie in Licht umgewandelt. Der Verbrauch einer Halogenlampe ist der EU-Kommission von 2015 zufolge immer noch fünf mal höher als der einer LED.

Noch sind LEDs in der Anschaffung zwar meist etwas teurer als Halogenlampen. Die Mehrkosten sind allerdings ziemlich schnell wieder reingeholt. Laut EU-Kommission kann es schon nach einem Jahr so weit sein. Der BUND rechnet vor, dass eine Halogenlampe inklusive Anschaffungskosten bei täglicher Brenndauer von drei Stunden über zehn Jahre hinweg Kosten von rund 160 Euro verursacht. Bei einer LED sind es gerade mal bei 28 Euro.

Seit der Novellierung 2009 geht es bei der Ökodesign-Richtlinie zudem um Produkte, die den Energieverbrauch beeinflussen, etwa Duschköpfe oder Fenster. Der Stromverbrauch der Privathaushalte soll so gesenkt und stromsparenden Geräten zum Durchbruch verholfen werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Produktion bestimmter Halogenlampen werde zum 1. September verboten. Das Verbot bezieht sich aber nur auf das Inverkehrbringen. Wir haben den Text entsprechend geändert.

Im Video: Sparfüchse - Energiesparen als Volkshobby

SPIEGEL TV

brt/dpa



insgesamt 52 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
scooby11568 23.08.2018
1. Sehr schön...
Und warum klappt das nicht endlich bei Autos? Philips Retrofit, hält ewig, leuchtet besser und präziser aus und ist, natürlich, illegal. Also EU, ran...
oelfinger 23.08.2018
2. Meist etwas teurer?
Halogenlampe 3?, LED 15-18? ist ETWAS teurer? Vier Stück gekauft (Osram) 220V, 11W, garantierte Lebensdauer 100.000h. Eine hat tatsächlich, bei täglich 3h Nutzung, vier Wochen durchgehalten. Die drei Anderen hatten sich schon vorher mit einem Knall und herausgeflogener Sicherung verabschiedet. Ich habe nichts gegen die LEDs, aber bitte ein wenig betriebssicherer.
Der Name 23.08.2018
3. Längst überfällig
Die LED Spots, Glühbirnen als LED sowie LED deckfluter sind mittlerweile so gut wie gewohnte Lampen. Sie sind in der Anschaffung etwas teurer aber die Kosten habe ich innerhalb eines Jahres zurück. Und halten schon mehr als 5 Jahre. Kann ich nur empfehlen !
neutron76 23.08.2018
4. Eigentlich kein wirklich notwendiger Schritt
Beim Neukauf hat sich die LED längst durchgesetzt und bei Ersatzteilen hat man genau die ausgespart, die am meisten Energie verbrauchen: Deckenfluter und ähnliches. Das Herstellungsverbot trifft eine Branche, die ohnehin gerade stirbt.
Strangelove 23.08.2018
5. Andere Erfahrung
Zitat von oelfingerHalogenlampe 3?, LED 15-18? ist ETWAS teurer? Vier Stück gekauft (Osram) 220V, 11W, garantierte Lebensdauer 100.000h. Eine hat tatsächlich, bei täglich 3h Nutzung, vier Wochen durchgehalten. Die drei Anderen hatten sich schon vorher mit einem Knall und herausgeflogener Sicherung verabschiedet. Ich habe nichts gegen die LEDs, aber bitte ein wenig betriebssicherer.
inzwischen bekommt man manchmal das Dreierpack OSRAM LED Birnen für 1,5 € (60 W äquivalent) und die LEDs sowie die Elektronik die früher der Schwachpunkt waren sind deutlich besser geworden, auch die Effizienz der LEDs. Bei mir ist bislang nur eine ältere LED Birne kaputtgegangen, von den anderen, die ich zum Teil mehrere Stunden am Tag betreibe, keine. Teuer sind vor allen Dingen die LED Lampen die dimmergeeignet sind oder sich mit dem Smartphone steuern lassen (Farbe, Helligkeit) aber sonst sind die Preise dramatisch gefallen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.