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Handel: Belastetes Spielzeug weiter in den Läden

Von Nils Klawitter

Gesundheitsgefährdende Schadstoffe in vier von fünf Produkten: Die Stiftung Warentest stellt in einer aktuellen Untersuchung vielen Herstellern von Kleinkind-Spielzeug ein vernichtendes Zeugnis aus. Doch die meisten der belasteten Waren sind weiterhin zu kaufen.

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Stiftung Warentest

Von Stiftung Warentest geprüftes Spielzeug: Belastet durch Schadstoffe

Hamburg - Das Ergebnis war alarmierend: Mehr als 80 Prozent des Spielzeugs, das die Stiftung Warentest vor kurzem geprüft hatte, war mit Schadstoffen belastet. Sieben Artikel galten nicht einmal als verkehrsfähig.

Geschehen ist seitdem wenig: Von zwei Rückrufen abgesehen sind die Produkte weiter im Handel. Manche, wie eine mit Flammschutzmittel belastete Brio-Eisenbahn oder ein schadstoffhaltiger Teddy von Steiff, werden zwar nicht mehr produziert, sind aber weiter erhältlich. Auch im Internet geht der Handel mit den fragwürdigen Produkten weiter, ein Rückruf wäre teuer.

Viele Hersteller betonen, die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten und halten die Kontrollen der Stiftung Warentest für zu penibel. Das will Prüferin Nicole Merbach jedoch nicht gelten lassen: "Der Test war ein Armutszeugnis für die Branche." An gesetzliche Grenzwerte könne man sich bei Spielzeug für Kleinkinder nicht klammern, da sie meist für ganz andere Produktgruppen erhoben worden seien.

Dass die belasteten Produkte noch immer im Handel seien, hält Nicole Maisch, verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen, für skandalös: "Ministerin Aigner profiliert sich gern mit dem Thema Spielzeugsicherheit, den versprochenen nationalen Maßnahmeplan hat sie aber noch immer nicht zustande gebracht."

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass bleihaltiger Kinderschmuck in Europa eifrig vermarktet wird. Der Bleigehalt liegt dabei oft über den zulässigen Höchstgrenzen - ein Risiko, das für Kinder tödlich enden kann.

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1. Es geht doch nur um Kinder...
elbröwer 20.11.2010
In der BRD ist Kinderfeindlichkeit hoffähig geworden. Die Vergiftung von Kinder, ist zunächst einmal eine Kostenfrage. Bevor die Innen"experten" wieder zur Panik vor Moslems aufrufen, sollten sie lieber diese Ganoven dingfest machen die mit dem Leben von Kinder spielen.
2. Hier die Liste
enfanterrible 20.11.2010
Hier die Liste: http://www.test.de/themen/kinder-familie/test/Spielzeug-Alarm-im-Kinderzimmer-4150171-4151409/ Warum der Artikel nicht etwas mehr ins Detail geht, frage ich mich ja schon...
3. Oo
laberhannes 20.11.2010
die belastung mit industriegiften aller denk- und undenkbaren (!) arten ist doch wirklich ein URALTER hut! um zu sehen, was sich daraus entwickelt, schaut man in die ursprungsländer der gifte / spielwaren (u.a. asien). es lebe der postenshop (euroshop) und, natürlich, K!K (zeeman nicht zu vegessen). gibt es überhaupt noch quellen für "sauberes" spielzeug?
4. Das Problem sitzt oben
bissig 20.11.2010
Das Problem bei der Sache ist, dass auch versucht wird, mit Kinderspielzeug Geld zu verdienen. Dies ist an sich kein verwerfliches Vorhaben. Und gesetzliche Rahmenbedingungen sind nun mal leider alles, woran man sich halten muss und wofür man belangt werden kann, wenn man sich nicht daran hält. Wer in der heutigen Zeit nach Verantwortung und Moral schreit, der hat sprichtwörtlich das Geschäft nicht verstanden. Und wer Spielzeugsets für 1 Euro kauft sollte eigentlich wissen, dass das Zeugs nicht viel taugt . Dass die Politik hier nicht einschreitet, ist das eigentliche Problem. Den normalen Verbraucher fehlt einfach das Wissen um die Probleme, und das rote Spielzeug ist doch sooo schön und sooo billig. Aber erstens müssen auch Eltern auf die Haushaltskasse achten, und zweitens - und das habe ich schon öfters gesagt - dürfen Kinder nunmal nicht wählen, sind also als Zielgruppe für werbewirksame Aktionen für Politiker alle Couleur vollkommen ungeeignet. Anders wiederum als Autofahrer, die sich im Winter schonmal über ein querstehendes Auto mit Sommerreifen aufgeregt haben - aber das ist eine ganz andere Geschichte. Das einzige, was unsere Politiker sicher machen wollen, ist ihre Wiederwahl - der Rest nur schmückendes oder störendes Beiwerk. Der Verbraucher muss mit den Füssen abstimmen. Aber erstens fehlt im meist dazu das Wissen (wer hat schon gerade den letzten Testbericht in der Tasche, wenn er im Spielzeugladen steht) und zweitens würden noch viel mehr Leute schreien, wenn Kinderspielzeug teurer werden würde.
5. Spielzeug auf Zeitschriften
dasAndi 23.11.2010
Hat sich mal jemand um das Spielzeug auf Zeitschriften gekümmert? Es ist in meinen Augen unverantwortlich was für ein Müll auf den Kinderzeitschriften klebt. Wenn das einzige Verkaufsargument die Zugabe auf der Zeitschrift ist, dann lieber nicht kaufen. Auch wenn man dann der Buhmann ist.
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