Wirtschaft

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Handelsstreit

EU will mehr Rindfleisch aus den USA erlauben

Um den Handelskonflikt mit Donald Trump zu entschärfen, will die EU den USA mehr Importe von Rindfleisch ermöglichen. Demnach soll dem Land ein bestimmter Teil der Einfuhren vorbehalten sein.

REUTERS

Rindfleisch in Schlachthaus in Brüssel

Montag, 03.09.2018   16:37 Uhr

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Die Europäische Union will ihre Mitgliedstaaten um ein Mandat bitten, um mit den USA Verhandlungen über den Import von Rindfleisch in die EU aufzunehmen. Dies teilte die EU-Kommission mit. Um den Handelsstreit zwischen der EU und den USA zu entschärfen, soll ein bestimmter Teil aller Rindfleischimporte in die Union den USA vorbehalten sein.

Seit 2009 dürfen 45.000 Tonnen Rindfleisch pro Jahr in die Europäische Union eingeführt werden; allerdings unter Einhaltung der strengen EU-Standards für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit: Wachstumshormone, die bei der US-amerikanischen Viehzucht oft eingesetzt werden, dürfen zum Beispiel nicht in europäischem Fleisch vorhanden sein.

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Woher genau das Rindfleisch importiert wird, ist allerdings bisher nicht festgelegt. Nun soll ein bestimmter Teil des Imports von hormonfrei produziertem Rindfleisch in die EU den USA vorbehalten werden. An die Lebensmittelstandards für den Import, mit dem nur hormonfrei produziertes Rindfleisch importiert wird, soll sich die USA aber weiterhin halten müssen. Außerdem betonte EU-Agrarkommissar Phil Hogan, dass die Gesamtquote für den Rindfleischimport damit nicht erhöht werden soll.

Mit dieser Reform will die EU-Kommission die Ausweitung des Handelsstreits mit den USA abwenden. Nachdem Präsident Donald Trump im Frühsommer mit Strafzöllen auf europäische Autos gedroht hatte, war Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zum Krisengespräch in die USA gereist. Dort hatte er zur Abwendung der Stafzölle eine Neuregelung der transatlantischen Handelsbeziehungen versprochen.

mal/Reuters/dpa

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