Handelsstreit EU will mehr Rindfleisch aus den USA erlauben

Um den Handelskonflikt mit Donald Trump zu entschärfen, will die EU den USA mehr Importe von Rindfleisch ermöglichen. Demnach soll dem Land ein bestimmter Teil der Einfuhren vorbehalten sein.

Rindfleisch in Schlachthaus in Brüssel
REUTERS

Rindfleisch in Schlachthaus in Brüssel


Die Europäische Union will ihre Mitgliedstaaten um ein Mandat bitten, um mit den USA Verhandlungen über den Import von Rindfleisch in die EU aufzunehmen. Dies teilte die EU-Kommission mit. Um den Handelsstreit zwischen der EU und den USA zu entschärfen, soll ein bestimmter Teil aller Rindfleischimporte in die Union den USA vorbehalten sein.

Seit 2009 dürfen 45.000 Tonnen Rindfleisch pro Jahr in die Europäische Union eingeführt werden; allerdings unter Einhaltung der strengen EU-Standards für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit: Wachstumshormone, die bei der US-amerikanischen Viehzucht oft eingesetzt werden, dürfen zum Beispiel nicht in europäischem Fleisch vorhanden sein.

Woher genau das Rindfleisch importiert wird, ist allerdings bisher nicht festgelegt. Nun soll ein bestimmter Teil des Imports von hormonfrei produziertem Rindfleisch in die EU den USA vorbehalten werden. An die Lebensmittelstandards für den Import, mit dem nur hormonfrei produziertes Rindfleisch importiert wird, soll sich die USA aber weiterhin halten müssen. Außerdem betonte EU-Agrarkommissar Phil Hogan, dass die Gesamtquote für den Rindfleischimport damit nicht erhöht werden soll.

Mit dieser Reform will die EU-Kommission die Ausweitung des Handelsstreits mit den USA abwenden. Nachdem Präsident Donald Trump im Frühsommer mit Strafzöllen auf europäische Autos gedroht hatte, war Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zum Krisengespräch in die USA gereist. Dort hatte er zur Abwendung der Stafzölle eine Neuregelung der transatlantischen Handelsbeziehungen versprochen.

mal/Reuters/dpa



insgesamt 28 Beiträge
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Chilango 03.09.2018
1. Der Markt! ;)
Aha. Der Markt regelt also doch nicht alles. Für die USA machen wir ein bisschen Sozialismus ;) Die DDR musste ja auch ihre Flugzeugindustrie einstellen und die Flieger beim grossen Bruder einkaufen. Aber ein paar ewig gestrige werden dem entgegenhalten das die Sowietunion ja den "Osten" besetzt hatte, die USA aber unsere Freunde und Befreier sind. Der Vorteil der Ostdeutschen ist das sie das schon kennen. Nun erkennen wir also einen neue Grossen Bruder. Und auch hier wird brüderlich geteilt und nicht 50/50
HCL 03.09.2018
2. Das ist doch wohl Realsatire pur
Wer soll dann bitte das hormonverseuchte Fleisch dann verzehren? Doch hoffenlich nur die EU Kantinen in Bruessel und Strassburg. Als politisch bewusster Konsument weigere ich mich US Rindfleisch und andere Produkte zu konsumieren. Auf Boykott mit Lockerung von Kontingenten zu reagieren, unterwuefiger geht es wohl nicht. Herr lass Hirn regnen, besonders auf die EU Politiker.
Stäffelesrutscher 03.09.2018
3.
Trumps Erpressungen beantwortet man also damit, dass man ihm entgegenkommt? Einfach nur feige.
carnicle 03.09.2018
4. EU überschuss
wir verschiffen unsere Rinder auf uralten Schiffen auf erbärmliche Art . Werden gequält und geschlagen bis Sie in den Ländern angekommen ,krank an Atemwegserkrankungen in die Schlachthäuser geschlagen und getreten werden. Und dafür müssen wir Rindfleisch aus Amerika einführen. Muss ich das verstehen.
Augustusrex 03.09.2018
5. Warum nicht
Warum nicht, wenn Qualität und Preis stimmen.
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