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16. Februar 2015, 11:55 Uhr

Vergleichsportal

Hartz-IV-Empfänger bekommen zu wenig Geld für Strom

Der im Hartz-IV-Regelsatz vorgesehene Betrag für Strom reicht nicht aus. Einem Internet-Vergleichsportal zufolge müssen Arbeitslosengeld-II-Bezieher jeden Monat draufzahlen - in einen günstigeren Tarif können sie nicht wechseln.

München - Wer Arbeitslosengeld II bezieht, bekommt zwar zusätzlich zum Regelbedarf von derzeit 399 Euro auch die Kosten für Unterkunft und Heizung erstattet - nicht aber für Strom. Einer Analyse zufolge reichen die Hartz-IV-Regelsätze bei Weitem nicht aus, um diese Kosten zu decken. Durchschnittlich 116 Euro müssen Bezieher von Arbeitslosengeld II dafür im Jahr zusätzlich aus eigener Tasche aufbringen, wie aus einer am Montag in München veröffentlichten Berechnung des Internet-Vergleichsportals Check24 hervorgeht. Besonders stark betroffen sind demnach Verbraucher in Ostdeutschland.

Eine alleinstehende Person zahlt in Deutschland dem Vergleichsportal zufolge monatlich im Schnitt rund 43 Euro für Strom in der Grundversorgung. Der Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger sieht für den Posten Wohnen, Energie und Strom aber nur rund 33 Euro im Monat vor. Knapp zehn Euro müssten Bezieher von Arbeitslosengeld II demnach pro Monat in anderen Bereichen wie Nahrungsmittel oder Kleidung einsparen, heißt es in der Analyse.

Da der Strompreis in ostdeutschen Bundesländern durchschnittlich knapp vier Prozent über dem in Westdeutschland liege, treffe es die Verbraucher dort dementsprechend härter. Knapp 10,50 Euro zahlen ostdeutsche Hartz-IV-Empfänger demnach im Durchschnitt pro Monat aus eigener Tasche hinzu.

Auch ein Wechsel des Stromanbieters hilft nicht: Für Verbraucher mit geringer Bonität ist es nämlich häufig nicht möglich, aus der Grundversorgung zu einem Alternativanbieter zu wechseln und Stromkosten zu sparen, wie Check24 schreibt. In den meisten Fällen würden sie nach der Bonitätsprüfung von den Anbietern abgelehnt und müssten "im teureren Grundversorgungstarif bleiben".

nck/AFP

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