Vergleichsportal Hartz-IV-Empfänger bekommen zu wenig Geld für Strom

Der im Hartz-IV-Regelsatz vorgesehene Betrag für Strom reicht nicht aus. Einem Internet-Vergleichsportal zufolge müssen Arbeitslosengeld-II-Bezieher jeden Monat draufzahlen - in einen günstigeren Tarif können sie nicht wechseln.

Hartz-IV-Bezieherin (in Niedersachsen): Regelsatz zu niedrig für Strom
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Hartz-IV-Bezieherin (in Niedersachsen): Regelsatz zu niedrig für Strom


München - Wer Arbeitslosengeld II bezieht, bekommt zwar zusätzlich zum Regelbedarf von derzeit 399 Euro auch die Kosten für Unterkunft und Heizung erstattet - nicht aber für Strom. Einer Analyse zufolge reichen die Hartz-IV-Regelsätze bei Weitem nicht aus, um diese Kosten zu decken. Durchschnittlich 116 Euro müssen Bezieher von Arbeitslosengeld II dafür im Jahr zusätzlich aus eigener Tasche aufbringen, wie aus einer am Montag in München veröffentlichten Berechnung des Internet-Vergleichsportals Check24 hervorgeht. Besonders stark betroffen sind demnach Verbraucher in Ostdeutschland.

Eine alleinstehende Person zahlt in Deutschland dem Vergleichsportal zufolge monatlich im Schnitt rund 43 Euro für Strom in der Grundversorgung. Der Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger sieht für den Posten Wohnen, Energie und Strom aber nur rund 33 Euro im Monat vor. Knapp zehn Euro müssten Bezieher von Arbeitslosengeld II demnach pro Monat in anderen Bereichen wie Nahrungsmittel oder Kleidung einsparen, heißt es in der Analyse.

Da der Strompreis in ostdeutschen Bundesländern durchschnittlich knapp vier Prozent über dem in Westdeutschland liege, treffe es die Verbraucher dort dementsprechend härter. Knapp 10,50 Euro zahlen ostdeutsche Hartz-IV-Empfänger demnach im Durchschnitt pro Monat aus eigener Tasche hinzu.

Auch ein Wechsel des Stromanbieters hilft nicht: Für Verbraucher mit geringer Bonität ist es nämlich häufig nicht möglich, aus der Grundversorgung zu einem Alternativanbieter zu wechseln und Stromkosten zu sparen, wie Check24 schreibt. In den meisten Fällen würden sie nach der Bonitätsprüfung von den Anbietern abgelehnt und müssten "im teureren Grundversorgungstarif bleiben".

nck/AFP

Forum - Diskussion über diesen Artikel
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myoto 16.02.2015
1. Dann sollen sie sparen lernen!
43 Euro Durchschnitt für EINE Person? In einem 2 Personen-Haushalt ohne großes Sparen haben wir einen Ca-Verbrauch von 50,- Euro im Monat. 33 Euro pro Person halte ich für angemessen.
jojack 16.02.2015
2. Quatsch
Selbst bei den gepfefferten Strompreisen in Deutschland: 43 EUR im Monat müssen nicht sein. Wir zahlen als Familie weit weniger, kommen trotz großer Wohnung nur auf 900 kWh im Jahr. Damit haben wir weit geringere Kosten als die besagten 43 EUR pro Monat. Für 33 EUR im Monat kann man übrigens ca. 1500 kWh verbrauchen - als Single!
keksguru 16.02.2015
3. 33 Euro ist schon sehr knapp
speziell wenn das Warmwasser aus dem Durchlauferhitzer kommt. Da bin ich mit 1x täglich duschen, einem Kühlschrank, Waschmaschine und einem Elektroherd schon eher bei 40 Euro. Aber muß man sich denn täglich waschen? Und dann noch warm?
spon-facebook-10000098806 16.02.2015
4. Das ist leider schon mehr als 10 Jahre so
und dieser Bericht ist immer noch sehr schönfärberisch. Denn die Eigentlichen Stromkosten belaufen sich im Durchschnitt nicht auf 44 euro pro Monat für einen 1 Personen haushalt sondern liegen mindestens schon bei 80 Euro pro monat. Das ist die Realität. Denn die Stromabrechnungen der Anbieter weisen immer neue Zusatzkosten und Preiserhöhungen aus. Das heisst eigentlich muss der Hilfeempfänger von seinem Bezug nicht 10 euro Draufzahlen sondern mindestens 47 Euro. Und wehe man Verbraucht irendwie mehr. zb. durch mehrmals Wäsche waschen. dann ist der Monatliche Abschlag mehr als 100 Euro. ausserdem gibt es keine zulage bei hohen Endabrechnungen. Auf jeden fall Reicht Hartz 4 sowiso nicht zum Leben. Wer damit normal Überleben könnte ohne massive Einschränkungen der vollbringt schon enormes. das ist Eigentlich unmöglich
Franz D. 16.02.2015
5. Durchschnitt einer alleinstehenden Person
Ich zahle für meine Zweitwohnung 28 Euro pro Monat für Strom. Warum soll jemand, dem andere den Lebensunterhalt zahlen, so viel Strom verbrauchen wie ein Durchschnittsverbraucher? Kann man von jemandem, der von anderen finanziert wird, nicht erwarten, dass er etwas spart und weniger verbraucht als der durchschnittliche Stromkunde?
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