Brüssel - Wegen steigender Rohstoffkosten will Heineken die Biertrinker stärker zur Kasse bitten. Vor allem teurere Braugerste macht dem niederländischen Konzern zu schaffen. Im ersten Jahresquartal schrumpfte deswegen der Gewinn. Das teilte der Weltmarktdritte am Mittwoch ohne Angabe konkreter Zahlen mit.
Weitere Gründe für den Gewinnrückgang: gestiegene Vertriebskosten und Ausgaben für die Expansion mit Marken wie Desperados und Amstel in Schwellenländer. Auch ein überraschend kräftiges Absatzwachstum und ein Umsatzplus von rund sieben Prozent auf 3,8 Milliarden Euro hätten dies nicht ausgleichen können.
Heinekens Maßnahmen zur Problembekämpfung: Preiserhöhungen und eine neue Sparrunde. Damit sollen die Kosten bis 2014 um zusätzliche 500 Millionen Euro gedrückt werden. An seinen Geschäftsprognosen für 2012 hält der Konzern fest. Vor allem in Asien, Lateinamerika und Afrika rechnet Heineken mit Wachstum.
Die Anleger schienen aber trotz der Gewinneinbußen von der Geschäftsentwicklung überzeugt: Die Aktie legte am Vormittag rund vier Prozent zu auf den höchsten Stand seit vier Jahren.
Heineken ist der erste der großen Bierbrauer, der über den Jahresstart informiert. Der britische Weltmarktzweite SABMiller folgt am Donnerstag. Branchenprimus Anheuser-Busch Inbev, zu dem auch die deutsche Brauerei Beck's gehört, legt seine Quartalszahlen am 30. April vor, der dänische Rivale Carlsberg am 9. Mai.
cla/Reuters
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