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Studie zu Energie-Importen: Heizkosten seit zwei Jahren auf Rekordniveau

Heizöl-Lieferung: Allein im ersten Quartal 2013 Mehrkosten von rund 60 Euro Zur Großansicht
DPA

Heizöl-Lieferung: Allein im ersten Quartal 2013 Mehrkosten von rund 60 Euro

Heizen ist für viele Verbraucher in Deutschland so teuer wie nie zuvor - und wird noch teurer: Die Kosten für Wärme steigen einer Studie im Auftrag der Grünen zufolge in den kommenden Jahren weiter stark.

Hamburg - Die Kosten für Ökostrom im Rahmen der Energiewende beherrschen die politische Agenda - dabei stellt für viele Verbraucher die Verteuerung fossiler Brennstoffe die weit größere Belastung dar: Die Heizkosten in Deutschland sind seit 2012 auf Rekordniveau. Laut einer Kurzstudie des Energieexperten Steffen Bukold im Auftrag der Grünen, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, sorgt die einseitige Ausrichtung der Energieversorgung auf Öl und Gas dafür, "dass 2012 und 2013 zu den teuersten Heizjahren der Geschichte wurden".

Jeder Bundesbürger wird demnach in diesem Jahr rechnerisch 1135 Euro für den Import fossiler Energien ausgeben - nur 34 Euro weniger als im Rekordjahr 2012. Im Jahr 2008 lag dieser Wert noch bei 662 Euro.

Doch während Autofahrer derzeit eine leichte Entspannung beim Benzinpreis erleben, muss für das Heizen von Wohnungen und Häusern in diesem Jahr wohl noch einmal deutlich mehr bezahlt werden. Die Studie verweist auf eine Prognose des Deutschen Mieterbunds, wonach die Heizkosten für eine 80-Quadratmeter-Wohnung durchschnittlich um mehr als zehn Prozent im Vergleich zu 2012 steigen werden. Hauptgrund für diese gegenläufige Entwicklung - steigende Heizkosten bei leicht fallenden Gas- und Ölimportkosten - dürfte der lange und kalte Winter 2012/2013 sein.

Bessere Dämmung und neue Heizungen

Insgesamt importiert Deutschland im laufenden Jahr der Studie zufolge unter dem Strich fossile Energien im Wert von 91 Milliarden Euro. 2012 lag diese Summe bei 94 Milliarden Euro. Und das Problem dürfte sich noch deutlich verschärfen. Für das Jahr 2020 prognostiziert Bukold einen Nettoimport an fossilen Energien in Höhe von 118 Milliarden Euro, für das Jahr 2030 von 173 Milliarden Euro.

"Die wirtschaftlichen Risiken sind enorm, die wir mit unserer Abhängigkeit von Erdöl, Gas und Kohle eingehen", warnte Julia Verlinden, energiepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion. Als Gegenmaßnahmen empfiehlt die Studie unter anderem eine bessere Wärmedämmung alter Wohngebäude, den Austausch betagter Ölheizungen gegen effizientere Anlagen und die Senkung des Benzinverbrauchs bei Autos.

Dieser Forderung schloss sich die Grünen-Abgeordnete Bärbel Höhn, seit neuestem Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, an: "Die Autohersteller sollen endlich sparsamere Pkw bauen." Zudem müssten innovative Heizkonzepte in der Breite durchgesetzt werden.

fdi

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insgesamt 72 Beiträge
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1. Ginge es auch etwas präziser ?
KuGen 27.12.2013
Welche Annahmen zu Mengen und Preisen liegen den Vorrhersagen für 2020 und 2030 zugrunde ? So ist das ganze nicht die Bits und Bytes wert, die hier heruntergeladen werden. Womit ich nicht sage, dass diese Angaben etwas verbessern würden. Nur so, wie dieser Artikel präsentiert ist, ist da gar nichts.
2. Fuer eine 80 qm Wohnung??
papayu 27.12.2013
Wieviele Personen leben dort???? 2 und beide berufstaetig?? Was machen die denn mit so einer grossen Wohnung?? Und dann auch noch alle Raeume heizen?? 24 Stunden fuer 4 Stunden gebrauchte Waerme? Ein Vorschlag eines alten Mannes, Vorkriegsmodell! Kaufen Sie sich einen Heizluefter, stellen diesen vor die Fuesse und gucken dann Fernsehen, beim Kochen auch oder vorm Schlafengehen ins Schlafzimmer. Dann ist es dort ueberschlagen, wie es meine Mutter nannte und sie schlafen wunderbar. Wozu gibt es Daunendecken?? Sie sparen Geld und Heizkosten und schonen die Umwelt. Kommen Sie ja nicht auf die Idee, das Haus zu isolieren, kostet eine Menge Geld und ist volkkommen nutzlos. Wenn das nicht genuegt, machen Sie sich heisse Gedanken! Also ich schlafe sehr gut ohne jegliche Heizung, habe nicht einmal eine.
3.
makuzei 27.12.2013
Zitat von sysopDPAHeizen ist für viele Verbraucher in Deutschland so teuer wie nie zuvor - und wird noch teurer: Die Kosten für Wärme steigen einer Studie im Auftrag der Grünen zufolge in den kommenden Jahren weiter stark. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/heizkosten-2012-und-2013-heizoel-und-erdgas-so-teuer-wie-noch-nie-a-940910.html
Studie im Auftrag der Grünen? Waren das nicht die,die auch eine dramatische Erhöhung der Stromerzeugungskosten vohergesagt haben auf über 20 ct/kWh? Tatsächlich sinds jetzt so um 3-5 ct -und im Ergebnis haben wir so an die 500 Mrd Euro via Energiewende verzockt.
4. Wie der Normalbuerger...
fatherted98 27.12.2013
...sich dieses auf Dauer noch leisten kann? Wir steuern auf griechische Verhaeltnisse zu...irgendwann wird auch in D der Holzofen ausgepackt...Problem dabei...es gibt kein billiges Holz mehr...was also tun? Als Harzer oder Kleinverdiener sollten die Pullover ausgepackt werden...5-10 Grad Raumtemperatur reichen doch wohl fuer die meisten aus...Hauptsache die Temperatur faellt nicht unter 0...die Kosten fuer die geplatzten Rohre koennte dann ja auch keiner mehr zahlen.
5. Heizölpreise teilweise niedriger als 2011
nordsued 27.12.2013
Also für man sollte den Abrechnungszeitraum 2013 betrachten, 2012 ist Schnee von gestern. Der Heizölpreis liegt in den letzten 3 Monaten unter dem Preis von 2011. Also sinkende Kosten für den Energieverbraucher. Was noch besser ist ist der bisherige milde Winter auch hier wird Heizkosten eingespart. Die Welt könnte ruhig 2 Grad wärmer werden. Dadurch sparen wir noch weitere Energiekosten.
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