Ärger im Zahlungsverkehr Verbraucher beschweren sich über Probleme mit Kontonummer IBAN

Die IBAN soll internationale Zahlungen generell ermöglichen. Tatsächlich monieren Hunderte Besitzer ausländischer Konten, dass deutsche Firmen ihre Bankverbindung nicht akzeptieren.

Überweisungsträger mit Iban-Nummer
DPA

Überweisungsträger mit Iban-Nummer


Bei der Wettbewerbszentrale gehen unvermindert Beschwerden über Probleme mit der internationalen Kontonummer IBAN ein. Seit der Einrichtung der Sepa-Beschwerdestelle Ende Mai 2017 beklagten sich Verbraucher inzwischen 280 Mal.

Der Grund: Sie konnten eine ausländische Bankverbindung bei bestimmten Unternehmen nicht für Zahlungen in Deutschland nutzen - obwohl dies im Zahlungsverkehrsraum Sepa ("Single Euro Payments Area") ausdrücklich möglich sein soll.

"Die Mehrzahl der Unternehmer hat zwar die rechtlichen Vorgaben umgesetzt, es gehen aber immer noch Beschwerden bei uns ein", bilanzierte Rechtsanwalt Peter Breun-Goerke zum Jahrestag.

Probleme meldeten Verbraucher bei Versicherern, Energieversorgern und Lotterieanbietern, aber auch bei Banken. So wollten etwa in Deutschland tätige Arbeitnehmer aus dem europäischen Ausland Versicherungsbeiträge von ihrem Konto in der Heimat abbuchen lassen - und bekamen vom Versicherer beschieden, es werde nur eine Bankverbindung in Deutschland akzeptiert. Oder der Einkauf im Internet scheiterte, weil die Onlinesysteme der Shops die Eingabe von Auslandskonten nicht zuließen.

In 120 Fällen stellte die Wettbewerbszentrale Verstöße fest und mahnte Unternehmen ab. Meist mit Erfolg: Die Firmen verpflichteten sich, ihre Modalitäten zu ändern. In drei der Fälle jedoch sah sich die Wettbewerbszentrale zur Klage gezwungen - Ausgang offen.

Die IBAN ("International Bank Account Number") soll Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen in derzeit 34 Ländern grenzüberschreitend standardisieren und so beschleunigen. Seit dem 1. August 2014 ist das Format für Unternehmen und Vereine verpflichtend, Verbraucher müssen die IBAN seit dem 1. Februar 2016 nutzen.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 81 Beiträge
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pyromantic 29.05.2018
1.
Und was hat das nun konkret mit der IBAN-Kontonummer zu tun? Wenn ein Unternehmen / Onlineshop "nur eine deutsches Konto" zulässt, dann ist es doch ein Fehler in den Geschäftsbedingungen oder den Eingabe-Einstellungen und hat rein gar nichts mit IBAN zu tun, das wäre dann mit jeder Art von Kontonummer nicht möglich... Hatte auch schon einmal ein Formular wo das "DE..." vorgedruckt war, klar kann ich da dann nur ein deutsches Konto eintragen. Wenn das nicht zulässig ist, liegt der Fehler aber bei den Unternehmen. Eine genauere und zuverlässigere Information hätte ich nun schon erwartet.
spiegelleser987 29.05.2018
2.
Ist doch bei der heutigen Bürokratie verständlich. Vor etwa 10 Jahren haben ich für einen großen Hersteller in Liechtenstein etwas entwickelt und geliefert. Danach haben die die Rechnung bezahlt. Und zwei Jahre später sagt das Finanzamt bei einer Betriebsprüfung, dass das Geldwäsche und damit Steuerbetrug wäre. Beim Widerspruchsschreiben kam die gleiche Antwort. Es hat einige Jahre gedauert, bis das Problem gelöst war.
Rainer Hackenberg 29.05.2018
3. Dauerauftrag
Bei der Commerzbank kann ich auch keinen Dauerauftrag auf ein Konto in Österreich einrichten was sicherlich nicht mit Swift oder IBAN zu tun hat.
ptb29 29.05.2018
4. 280 Fälle von Beschwerden
Das ist schon viel, bei über 70000 Girokonten, bei 10 Überweisungen im Monat (ich gehe niedrig ran) und das seit rund 20 Monaten. Die Beschwerden betrifft ja nicht das Verfahren, sondern ein paar Firmen.
Lankoron 29.05.2018
5. 280 Beschwerden bei
wie vielen Überweisungen gesamt? Die Überschrift suggeriert wieder mal ein globales Problem, dass sich bei näherer Betrachtung als ein Problem im absoluten Promillebereich erweist.
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