Studie Immobilien eignen sich nur bedingt als Altersvorsorge

Die niedrigen Zinsen verleiten zum Hauskauf - doch wer eine Immobilie zur Altersvorsorge erwirbt, muss laut einer aktuellen Studie aufpassen: In vielen Regionen schrumpfen Bevölkerung und Nachfrage bald stark, zudem ändert sich der Wohnwert von Stadtteilen schneller als bislang.

Wohnhäuser in Düsseldorf: Region und Lage müssen stimmen
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Wohnhäuser in Düsseldorf: Region und Lage müssen stimmen


Berlin - Die niedrigen Zinsen bedrohen die Altersvorsorge vieler Deutscher, gleichzeitig erscheint der Hauskauf dadurch attraktiver. Dennoch eignen sich Wohnimmobilien nur bedingt, um sich für die Zeit in Rente abzusichern. Wenn das Eigenheim auf lange Sicht etwas abwerfen soll, muss es in der richtigen Region liegen, ergab eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Empirica. Manchmal komme es sogar auf den Stadtteil an.

"Man muss höllisch aufpassen, wo man investiert", sagte Co-Autor Ulrich Pfeiffer. Vor allem gebe es keine Garantie für eine stabile Entwicklung, Gebiete könnten an Wert gewinnen oder verlieren. Innerhalb der Städte vollzögen sich zeitgleich unterschiedliche Trends. Es entwickelten sich angesagte innerstädtische Familienviertel, traditionelle Familiengebiete am Stadtrand, Studentenviertel und Arbeiterkieze.

Auftraggeber der Empirica-Studie ist das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA), das von der Deutschen Bank und der Zurich Gruppe Deutschland getragen wird.

Schwarmstädte ziehen junge Leute an

Ab 2020 wird demnach die Nachfrage nach Wohnungen in Deutschland insgesamt sinken. Das gilt jedoch nicht für Wachstumsregionen wie Berlin oder München, wo die Zahl der Haushalte auch dann noch steigen wird. Das kann selbst in Regionen geschehen, in denen die Bevölkerung schrumpft, wenn dort im Schnitt weniger Menschen in einem Haushalt leben. Dort seien in Zukunft anspruchsvolle Nischenprodukte für Familien, Senioren oder Singles gefragt.

Sei es früher vor allem auf die Lage des Objekts innerhalb einer Gemeinde angekommen, so müsse man nun vor allem auf die Region achten, sagte Braun. So gebe es bestimmte sogenannte Schwarmstädte, auf die sich das Interesse von 20- bis 35-Jährigen stärker richte als früher. Leipzig sei ein aktuelles Beispiel dafür.

fdi/dpa

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hpop 28.10.2013
1. Und nu?
Zitat von sysopDPADie niedrigen Zinsen verleiten zum Hauskauf - doch wer eine Immobilie zur Altersvorsorge erwirbt, muss laut einer aktuellen Studie aufpassen: In vielen Regionen schrumpfen Bevölkerung und Nachfrage bald stark, zudem ändert sich der Wohnwert von Stadtteilen schneller als bislang. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/immobilien-als-altersvorsorge-wertzuwachs-nur-in-wachsenden-regionen-a-930516.html
Der Artikel ist völlig aussagefrei. Was ist denn das für eine Erkenntnis, dass es bei Immobilien vor allem auf die Lage ankommt? Es ist doch jedem klar, dass ein Häuschen auf dem Land im Osten einen Nachfrageschwund erfahren wird während München weiter wächst, weil München schon immer weiter gewachsen ist... Ausserdem sollte man mal anerkennen, dass nicht jeder Immobilienbesitzer primär nach Wertsteigerung strebt, sondern es auch um Wohn- und Lebensqualität geht. Was bietet sich denn stattdessen besser an als Altersversorgung? Aktien?
muffelkopp 28.10.2013
2.
Zitat von sysopDPADie niedrigen Zinsen verleiten zum Hauskauf - doch wer eine Immobilie zur Altersvorsorge erwirbt, muss laut einer aktuellen Studie aufpassen: In vielen Regionen schrumpfen Bevölkerung und Nachfrage bald stark, zudem ändert sich der Wohnwert von Stadtteilen schneller als bislang. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/immobilien-als-altersvorsorge-wertzuwachs-nur-in-wachsenden-regionen-a-930516.html
Komischer Gedankenansatz im Artikel. Ich zahle für mein Haus, um im Alter (was mit sehr wenig Geld gestaltet werden wird, fürchte ich) keine Miete mehr zahlen zu müssen. Nicht, um damit reich zu werden. Altersvorsorge heißt für mich, Ausgaben im Alter in Zeiten von vorhandenem Geld zu minimieren. Es kauft sich nicht jeder gleich eine Mietswohnung, um Studenten abzuziehen, Herr Studieninitiator.
colinchapman 28.10.2013
3. Kleiner Denkfehler
Wer die Immobilie, die er zu Berufszeiten erwirbt, (auch) im Alter nutzen will, dem kann egal sein, ob die Immobilie an Wert verliert oder zulegt. Er will sie ja zu Lebzeiten nicht mehr verkaufen. Die Herausforderung bleibt aber, beim Eintritt ins Rentenalter eine Immobilie zu haben, die a) schon abbezahlt ist und b) noch nicht bereits wieder sanierungsbedürftig ist. Denn nur so spart man zusätzliche Belastungen im Rentenalter.
wire-less 28.10.2013
4. Schon richtig
Viele meinen mit Immobilien das geringere Risiko zu wählen. Aber Immobilienkauf ist bei der momentanen Preislage hochspekulativ.
zack34 28.10.2013
5. Ihr Punkt b) ist das Allerwichtigste
Zitat von colinchapmanWer die Immobilie, die er zu Berufszeiten erwirbt, (auch) im Alter nutzen will, dem kann egal sein, ob die Immobilie an Wert verliert oder zulegt. Er will sie ja zu Lebzeiten nicht mehr verkaufen. Die Herausforderung bleibt aber, beim Eintritt ins Rentenalter eine Immobilie zu haben, die a) schon abbezahlt ist und b) noch nicht bereits wieder sanierungsbedürftig ist. Denn nur so spart man zusätzliche Belastungen im Rentenalter.
Aber meiner Erfahrung aus dem Bekanntenkreis nach... denkt kein (!) Häuslebauer an die alle (!) 20-25 Jahre (also noch während das Haus der Bank gehört...) mal wieder fälligen neuen Dächer, neuen Heizungen, neuen Fenster, ... Zeigen Sie mir ein normales EFH, dass nicht bereits nach 20 Jahren zum ersten mal Kosten in Größenordnung 50.000,-EUR verursacht, obwohl noch nicht mal abbezahlt... Und wielange lebt sich zur Miete nur von dem Geld für die Sanierung, na? Die Story mit der Miete ist ausgerechnet bei den Baufirmen und Banken die Lieblingsnummer. Dasselbe mit der Wärmedämmung, die in 20 Jahren neue Sanierungskosten und Berge an Sondermüll verursacht. Warum wohl... Hauptsache der Rubel dreht sich. Und die Steuer fließen.
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