Prognose zum Immobilienmarkt Es wird noch teurer

Die Preise für Häuser und Wohnungen werden in Deutschland auch 2018 steigen - wie schon seit Jahren. Eine Trendwende in naher Zukunft halten die amtlichen Gutachter für ausgeschlossen.

Eigenheimsiedlung bei Potsdam
DPA

Eigenheimsiedlung bei Potsdam


Auf dem deutschen Immobilienmarkt wachsen die Umsätze sprunghaft - und werden es voraussichtlich weiterhin tun: Rund 237,5 Milliarden Euro haben Käufer im vergangenen Jahr für Wohnimmobilien, andere Gebäude und Bauflächen ausgegeben, teilt der Arbeitskreis der Gutachterausschüsse mit. Das seien etwa 25 Prozent mehr gewesen als noch zwei Jahre zuvor.

Für seinen Immobilienmarktbericht 2017 hat der Arbeitskreis rund eine Million Kaufverträge ausgewertet. Die Umsätze stiegen vor allem in städtischen Regionen. Ein Grund seien die nach wie vor niedrigen Zinsen, sagte die Vorsitzende Anja Diers. Auch die Wohnungsknappheit treibe die Kauf- und Mietpreise in die Höhe. Die Experten kommen für die weitere Entwicklung zu einer eindeutigen Prognose: Eine Trendumkehr sei "nicht in Sicht", sagte Diers.

Etwa zwei Drittel des Geldes wurden für Wohnimmobilien ausgegeben. Vor allem selbst genutzter Wohnraum ist dem Bericht zufolge deutlich teurer geworden. Das zeigen etwa die Verkaufspreise für gebrauchte Ein- oder Zweifamilienhäuser in der mittleren Preislage: Im Jahr 2016 habe ein Quadratmeter Wohnfläche im bundesweiten Mittel 1545 Euro gekostet - 145 Euro mehr als noch 2014.

Dabei gibt es regional große Unterschiede. In München mussten die Käufer mit 8500 Euro pro Quadratmeter rechnen, der Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt markiert mit 380 Euro die untere Grenze der Preisskala. Im thüringischen Kyffhäuserkreis war es mit 470 Euro nicht viel teurer. Beim Bauland sind die Unterschiede und Preissteigerungen ähnlich groß.

Inzwischen gebe es vor allem in städtischen Gebieten Preisübertreibungen, sagte Diers. Die Gefahr einer Immobilienblase könne sie aber nicht erkennen. Steigende Preise seien nur einer von vielen Indikatoren für eine mögliche Blase. Weitere Faktoren müssten die Zunahme von spekulativen Käufen und unter Umständen Finanzierungsprobleme sein. Das sei so am deutschen Markt aber nicht erkennbar, sagte Diers.

fdi/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 81 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
der.tommy 12.12.2017
1.
Wer in München kauft, spekuliert. Das ergibt sich schon aus dem simplen Umstand, dass eine Refinanzierung der gekauften Immobilie über die Miete in 30 Jahren nicht möglich ist. Einen anderen Grund, außer die spekulative Annahme, man könne in 10 Jahren noch teurer verkaufen, gibt es nicht. Die Aussage der werten Dame im Artikel ist daher entweder zu pauschal oder grundsätzlich als falsch zu bewerten.
Pfund Hacks 12.12.2017
2. Preisblase:
ein süffiger Begriff, der nichts erklärt. Die Preisbildung findet am Markte statt und eine spekulative Überhöhung der Immobilienpreise -wie z.Zt. bei Bitcoin- ist nicht zuerkennen. Aber Nachrichten im Boulevard sind nichts ohne Spekulation und Spektakel.
matthias111 12.12.2017
3. Und sollte die Immopreise doch mal fallen droht das Patzen der Blase
Aber da haben die Landbesitzer ja jetzt eine Wunderwaffe gegen. Man nimmt einfach 1-2 Millionen Flüchtlinge auf und schon ist der Kredit für 2-3 Jahre gesichert. Nur dumm dass die Infrastruktur nicht mitwächst.
Solid 12.12.2017
4. Keine Spekulation
Zitat von der.tommyWer in München kauft, spekuliert. Das ergibt sich schon aus dem simplen Umstand, dass eine Refinanzierung der gekauften Immobilie über die Miete in 30 Jahren nicht möglich ist. Einen anderen Grund, außer die spekulative Annahme, man könne in 10 Jahren noch teurer verkaufen, gibt es nicht. Die Aussage der werten Dame im Artikel ist daher entweder zu pauschal oder grundsätzlich als falsch zu bewerten.
Dass eine Refinanzierung über die Miete nicht möglich ist, bedeutet nicht, dass die Preise der Immobilien über deren Wert/Kosten liegen, sondern dass die staatlich fixierten Mietpreise zu gering und nicht mehr kostendeckend sind. Was dazu führt, dass immer weniger Objekte vermietet werden, weil der Vermieter dabei massiv draufzahlt. Dass die Objektpreise so hoch sind, liegt daran, dass der Euro weniger wert ist. Und das wird er auch bleiben. Zu glauben, dass die Immobilienpreise Teil einer Spekulationsblase wären, ist ein gefährlicher Irrtum, der einen zu kontraproduktiven Maßnahmen verleitet.
christine.rudi 12.12.2017
5. Bonn vs Berlin + das anglo-amerikanische WirtschaftPolitik-Konglomerat
Seitdem die Hauptstadt von Bonn nach Berlin gewandert ist, ist vorallem eins passiert. Die deutsche Politik ist kapitalismusfreundlicher geworden. ... Aber nach dem Ende von Trump werden auch viele Leute (inklusive Merkel) sagen: hätten wir doch die Hauptstadt in Bonn gelassen !
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.