Immobilien Hier finden Käufer noch Schnäppchen

In deutschen Großstädten sind Immobilien kaum noch zu bezahlen. Doch einer Studie zufolge bietet jeder zehnte Landkreis noch günstige Bedingungen für Investitionen.

imago/imagebroker

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen. Doch es gibt noch Regionen, in denen die Bedingungen für Käufer vorteilhaft sind. Das zeigt der Investitionschancen-Index, den Experten des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) für den Postbank Wohnatlas berechnen.

Dabei weist der aktuelle Wohnatlas für etwa jeden zehnten Kreis in Deutschland günstige Bedingungen für Immobilieninvestments aus. Demnach gibt es in 36 von 401 Landkreisen und kreisfreien Städten die Chance, Immobilien zu moderaten Preisen zu erwerben, die gute Aussichten auf Wertsteigerungen bieten. Für weitere 186 Kreise gibt der Atlas eine positive Werthaltigkeitsprognose ab. Dort sei das aktuelle Preisniveau aber bereits vergleichsweise hoch, heißt es.

Die Postbank hat als Auftraggeber der Studie ein Interesse daran, dass der Immobilienboom anhält. Wie die meisten Banken und Sparkassen profitiert sie vom lukrativen Geschäft mit Immobilienfinanzierungen.

SPIEGEL ONLINE

Für die Berechnung wurden die aktuellen Preise und die voraussichtliche Entwicklung bis 2030 einbezogen. In die Kaufpreisprognose flossen die Angebots- und Nachfrageentwicklung ein, die anhand verschiedener Daten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung, Wohnausgaben und Wohnungsangebot und deren wechselseitiger Beeinflussung berechnet wurden.

Potenzial außerhalb der Großstädte

Als Messlatte für die Kaufpreise legt die Studie die Mietpreise vor Ort zugrunde. Der sogenannte Vervielfältiger, mit dem sich die Rendite ausrechnen lässt, drückt den durchschnittlichen Kaufpreis für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in örtlichen Jahresnettokaltmieten aus. Ein hoher Vervielfältiger kann bedeuten, dass ein Teil des bis 2030 erwarteten Preiswachstums bereits jetzt schon realisiert wurde. Die Ertragschancen sind tendenziell umso höher, je geringer der gegenwärtige Vervielfältiger und je höher die prognostizierte Preissteigerung ist.

Fotostrecke

6  Bilder
Postbank Wohnatlas 2018: In diesen Kreisen lohnen sich Immobilien-Investments

Laut der Studie finden Kaufinteressierte vor allem außerhalb von Großstädten noch attraktive Investments, besonders im Nordwesten und Süden Deutschlands.

  • In Niedersachsen böten beispielsweise die Landkreise Osnabrück, Diepholz und Gifhorn besonders gute Investitionschancen.
  • Rund um Deutschlands drittteuerste Metropole Hamburg bieten die Landkreise Harburg, Stade, Segeberg, das Herzogtum Lauenburg und Lüneburg noch Optionen. Weiter nördlich lohne auch Schleswig-Flensburg einen Blick, heißt es in der Studie.
  • Um die Hauptstadt Berlin gebe es in Oberhavel noch vergleichsweise günstige Immobilien mit Potenzial.
  • Bei den Städten sehen die Verfasser der Studie nur in Bonn und Worms noch vergleichsweise preiswerten Wohnraum bei guter Wertsteigerungsprognose
  • Bei Frankfurt im Main-Kinzig-Kreis, in den Regionen um Darmstadt oder Mainz für die Landkreise Darmstadt-Dieburg und Mainz-Bingen finden sich demnach ebenfalls noch attraktive Investitionschancen.
  • In Bayern werden fast flächendeckend positive Preisentwicklungen erwartet. Dabei biete nur Straubing-Bogen nahe Regensburg vergleichsweise moderate Immobilienpreise.
  • In Baden Württemberg sei die Tendenz ähnlich. Im äußersten Südwesten hätten die Kreise Rastatt, Ortenaukreis, Lörrach und Waldshut noch Potenzial.

brt

insgesamt 40 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
brooklyner 26.04.2018
1.
Ja dumm nur, dass Berlin beispielsweise bei skandinavischen Mittelständlern immer noch wegen der lächerlich geringen Preise äusserst beliebt ist. Der einheimische Jammerossi schiebt es natürlich in seiner kleingeistigen Fremdenfeindlichkeit nur auf den „Schwaben”, weil er zu mehr Differenzierung nicht fähig ist und sich selbst hasst, weil er es verpennt hat, zu kaufen, als es noch günstig war. Zum Glück tritt man deshalb seltener in Hundekot, weil der manierenbefreite Altbewohner mittlerweile bei Seinesgleichen in Hohenschönhausen wohnt. Da wird noch einiges kommen und die feuchten DDR Träume, dass das irgendwann irgendwie von „dänän da öbn” geregelt wird, werden nie eintreten. So schauts aus und eigentlich finde ich das ganz gut. Ist netter hier mittlerweile. Man kann sich mit gebildeten Nachbarn aus West- und Nordeuropa nett unterhalten und muss nicht immer diese leidigen Kompromisse machen.
Sibylle1969 26.04.2018
2. Main-Kinzig-Kreis
Der ist ziemlich gross und reicht von Maintal direkt an der Frankfurter Stadtgrenze bis kurz vor Fulda bzw. bis weit in den sehr ländlich geprägten Vogelsberg hinein. Als Immobilienmarkt also sehr heterogen: vom unmittelbaren Frankfurter Speckgürtel bis hin zu sehr ländlichen Gebieten ist alles dabei.
lupo62 26.04.2018
3.
Wo gibt es noch fette Beute? Deutschland aus der Geierperspektive. Gehts noch?
mocodelpavo 26.04.2018
4. Erinnerungen an die Dotcom-Blase
Über die Aktien am neuen Markt hat man zu Spitzenzeiten dasselbe gesagt: ist schon gestiegen, aber die richtigen Werte sind noch immer nicht zu teuer und gute Investionschancen weil die Preise ja weiter steigen werden. Man weiß ja, wie sie sich Preise am neuen Markt zu Beginn dieses Jahrtausends entwickelt haben. Die Situation am Immobilienmarkt erinnert mich daran in verdächtiger Weise. Bin mal gespannt, was mit den Immobilienpreisen passiert, wenn die Zinsen für Baugeld weiter steigen...
rainer_d 27.04.2018
5. Was für ein Schmarrn
Da, wo es jetzt noch "billig" ist, werden die Preise sicher nicht mehr steigen - vor allem, wenn dann mal die Preise auf breiter Front anfangen zu fallen, auch da wo sie jetzt noch steigen. Wer noch nicht sitzt, wenn dann die Musik aufhört zu spielen hat ziemlich viel Geld in den Sand gesetzt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.