Immobilien Drei von vier Eigenheimen werden teurer als geplant

Ausufernde Baukosten sind ein Problem, nicht nur bei öffentlichen Bauprojekten wie dem Flughafen BER: Laut einer Untersuchung müssen auch viele private Bauherren mehr zahlen als ursprünglich veranschlagt.

Baustellen bei Potsdam
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Baustellen bei Potsdam


Der Bau eines Eigenheims wird oft teurer als gedacht: Bei drei von vier Häusern, die in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland privat errichtet wurden, lagen die Baukosten einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Beratungsfirma Almondia zufolge über dem Plan. Jeder zweite Bau wurde demnach zudem nicht pünktlich fertig.

"Bauprojekte folgen häufig einem sehr engen Zeitplan", sagte Evi Hartmann von der Universität Erlangen-Nürnberg. Selbst kleine Verzögerungen könnten daher zu einem "Dominoeffekt" führen, durch den sich die Arbeiten immer weiter nach hinten verschöben. "Wenn dann noch ein besonders kalter Winter dazukommt, können bestimmte Arbeiten erst gar nicht ausgeführt werden", so Hartmann. So lasse sich etwa Estrich bei niedrigen Temperaturen nicht fachgerecht gießen.

Für die Untersuchung befragte die Beratungsfirma Almondia mehr als 1000 Bundesbürger, die entweder in den vergangenen fünf Jahren ein Eigenheim gebaut haben oder dies planten.

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Rooo 06.09.2017
1. Ich kann nur jedem Festpreis empfehlen
Ich kann nur jedem Festpreis empfehlen. Niemals irgendwelche Änderungen während des Baus beantragen, dann gilt der Vorkostenanschlag nicht mehr und die Rechnung vom Handwerker verdoppelt sich schnell mal. So steht man am Ende mit einem Haus da, dass X Wert ist, aber X+(1/2*X) gekostet hat. Wird Zeit, dass der ganze Mist automatisiert durch 3D-Drucker hergestellt und der Rest hoch standardisiert in Massenproduktion nur noch zusammengesteckt werden muss. Dann gehen vielleicht auch irgendwann mal die Baukosten runter. Alle Branchen sind produktiver geworden seit, sagen wir einfach mal 1970. Nur nicht die Baubranche. Die hat an Produktivität verloren. Was ein Wahnsinn.
markus.w77 06.09.2017
2.
und woran liegt das in min 75% der Fälle? Am Bauherrn selber! Vorher wird der billige Jacob gesucht, das vermeintlich günstigere Angebot entpuppt sich am Ende als nicht vollständig. Wir haben schon einen Bauherrn gehabt, der uns fast beschimpft hat nach Angebotsabgabe, wir seien viel zu teuer. 6 Monate später haben wir mitbekommen, das der Mitbewerber das Haus ohne Bodenplatte und Erdarbeiten angeboten hat. Der Oberschlaue Bauherr aber scheinbar nur Endsummen verglichen. Thats life.
laermgegner 06.09.2017
3. Also heute reichts mir mal wieder mit Unterstellungen
Hat der Spiegel immer recht ? Die Häuselbauer sind schutzlos ausgeliefert ? Wertarbeit gibt es nur billig ? Baugrundsätze können per Gesetz ausgehebelt werden ? Anmerkung : Häuser gibt es nicht von der Stange, obwohl es so suggeriert wird. Bei Billig ist Mangel berücksichtigt. In Brandenburg ist die Bauordnung geändert worden, damit die Bauüberwachung vereinfacht - spricht m.E. vernachlässigt wird. Eine Meisterbrief ist nicht mehr notwendig, um einen Betrieb zu führen - und und und. Das alles berichtet mit der freien Marktwirtschaft, wo anständige Leute - auch an dieser Stelle - immer ausgelacht werden.
schamot 06.09.2017
4. Leider ist das Handwerk
NIX mehr Wert. 4/5 der Arbeiten auf der Baustelle ist von den Handwerksbetrieben beabsichtigter "Pfusch" zur Gewinnmaximierung. Egal ob teuer oder billiges Angebot. Im gegenteil, die teueren sind einfach nur noch gieriger. Zudem kommen noch faule und unfähige Handwerker...und dann zieht es sich juristisch hin.
agtv 06.09.2017
5. Festpreis ist sinnvoll
Zitat von RoooIch kann nur jedem Festpreis empfehlen. Niemals irgendwelche Änderungen während des Baus beantragen, dann gilt der Vorkostenanschlag nicht mehr und die Rechnung vom Handwerker verdoppelt sich schnell mal. So steht man am Ende mit einem Haus da, dass X Wert ist, aber X+(1/2*X) gekostet hat. Wird Zeit, dass der ganze Mist automatisiert durch 3D-Drucker hergestellt und der Rest hoch standardisiert in Massenproduktion nur noch zusammengesteckt werden muss. Dann gehen vielleicht auch irgendwann mal die Baukosten runter. Alle Branchen sind produktiver geworden seit, sagen wir einfach mal 1970. Nur nicht die Baubranche. Die hat an Produktivität verloren. Was ein Wahnsinn.
Ich kann Ihnen nur teilweise zustimmen. Wir haben auch zum Festpreis gebaut und es hat alles gut geklappt und wurde keinen Cent teurer als vereinbart. Änderungen nach Abschluss sind immer teuer, das muss man sich gut überlegen. Aber dass die Baubranche nicht an Produktivität gewonnen haben soll? Unser Dachstuhl wurde vom Zimmermann mit der CNC vorab gefertigt, das war ein Bausatz der nach 5 Stunden aufgerichtet war. Der Maurer hatte einen fernbedienbaren Kran und eine Bühne, die haben in einem 3er Team gearbeitet und in 10 Stunden ein komplettes EFH-Stockwerk gemauert. Die Maler sind mit einer Sprühpistole durch, haben nicht abgeklebt sondern direkt gewischt und waren in Rekordzeit durch. Also ich habe schon teilweise gestaunt, wie das heute gemacht wird, das ging richtig schnell.
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