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Neue Immobilien: Niedrigzinsen befeuern Wohnungsbau-Boom

Wohnungsbau in Köln: In Metropolregionen ist die Nachfrage besonders hoch Zur Großansicht
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Wohnungsbau in Köln: In Metropolregionen ist die Nachfrage besonders hoch

Die deutsche Immobilienbranche feiert die günstigen Zinsen. In den ersten neun Monaten 2013 wurden so viele neue Wohnungsbauten genehmigt wie seit neun Jahren nicht mehr. Bei Einfamilienhäusern ist der Trend deutlich schwächer.

Wiesbaden - Der Boom im deutschen Wohnungsbau hat sich im laufenden Jahr verstärkt. Von Januar bis September 2013 wurde der Bau von 202.100 Wohnungen genehmigt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 13,5 Prozent oder 24.000 Wohnungen mehr als in den ersten neun Monaten 2012 - und so viele wie seit 2004 nicht mehr.

Damit setzt sich ein Trend fort, der 2010 begonnen hat. Hauptgrund dürften die niedrigen Zinsen sein. 2009 hatte die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen für Banken drastisch auf ein Prozent gesenkt. Entsprechend wurden auch für Unternehmen und Verbraucher Kredite deutlich billiger. Seit Mitte 2012 drückt die EZB den Leitzins erneut - der bisher letzte Schritt erfolgte Anfang November. Nun liegt der wichtigste Zinssatz der Euro-Zone bei gerade noch 0,25 Prozent.

Ein weiterer Grund für den Wohnungsbauboom sind die zumindest in den Metropolregionen guten Renditeaussichten. In Städten wie Hamburg, München, Berlin oder Stuttgart sind die Kauf- und Mietpreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Bauherren und Vermietern winken lohnende Geschäfte.

Immobilienverband kritisiert Mietpreisbremse

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) bezeichnete den Trend als "positives Signal für den Wohnungsmarkt". GdW-Präsident Axel Gedaschko sagte: "Der Aufwärtstrend beim Neubau ist (...) dringend notwendig, um den bereits bestehenden Wohnraummangel in wachsenden Großstadtregionen in Deutschland nicht weiter zu verschärfen."

Nach den Zahlen der Statistiker stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit plus 25,1 Prozent und in Zweifamilienhäusern mit plus 14,2 Prozent besonders stark. Die Genehmigungen von Einfamilienhäusern stiegen hingegen nur um ein Prozent.

Gleichzeitig griff der Verband die geplante Mietpreisbremse und die in den Koalitionsverhandlungen diskutierte Befristung des Mieterhöhungsanspruchs bei Modernisierung scharf an. Die Maßnahmen würden den positiven Neubautrend abwürgen und ins Gegenteil verkehren, warnte der GdW-Chef. Die geplanten Maßnahmen seien ein bundesweites "Investitionsverhinderungsprogramm".

Union und SPD planen, drastische Mieterhöhungen gerade in Großstädten zu bremsen, damit das Wohnen bezahlbar bleibt. Gleichzeitig wollen sie den Bau neuer Wohnungen ankurbeln - etwa mit der Wiederbelebung steuerlicher Abschreibungsmöglichkeiten.

stk/dpa

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insgesamt 77 Beiträge
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1. optional
nic 19.11.2013
"Die deutsche Immobilienbranche feiert die günstigen Zinsen." Das kann ich mir vorstellen. Und die Käufer haben gar nicht mitbekommen, dass zwar die Zinsen niedrig sind aber im Vergleich dafür die Preise überproportional angestiegen sind. Und es werden schon die ersten Kredite auch bei nicht vorhandenem Eigenkapital ausgegeben. Irgend jemand blässt die Blase ganz sachte auf.
2. Ein Steuerschlupfloch kehrt zurück
michibln 19.11.2013
>> Union und SPD planen, drastische Mieterhöhungen gerade in Großstädten zu bremsen, damit das Wohnen bezahlbar bleibt. Gleichzeitig wollen sie den Bau neuer Wohnungen ankurbeln - etwa mit der Wiederbelebung steuerlicher Abschreibungsmöglichkeiten.
3.
lofi 19.11.2013
Ja, niedrige Zinsen sind ideal um überteuerte Immobilien an den Mann zu bringen.
4.
ralf_si 19.11.2013
Zitat von nic"Die deutsche Immobilienbranche feiert die günstigen Zinsen." Das kann ich mir vorstellen. Und die Käufer haben gar nicht mitbekommen, dass zwar die Zinsen niedrig sind aber im Vergleich dafür die Preise überproportional angestiegen sind. Und es werden schon die ersten Kredite auch bei nicht vorhandenem Eigenkapital ausgegeben. Irgend jemand blässt die Blase ganz sachte auf.
Es gibt auch genug, die den Kapitaldienst gerade so erbringen können. Viel Spaß bei der Anschlussfinanzierung in 10 Jahren.
5. Steinglück ... im Höchstformat
susiwolf 19.11.2013
'Die Anfang 2013 begonnene Schwangerschaftsperiode führt nun zu Geburten.' Jetzt heisst es das Wachstumspotenzial der 'babies' bestmöglich umzusetzen. Noch warten, bis der Leitzins die "0" erreicht hat ? Das wäre wohl das totale Glück in Stein und Erden. Bis Weihnachten konsumieren ? Geschenke ? Zeitvergeudung ? Umherhasten ? Nix da. Sparen, vorbereiten, suchen ... zuschlagen ! "Bist Du noch Mieter oder freust Du Dich schon ... ?" Die Vor-Freude ist die schönste Freude. Also, bis zum Jahreswechsel dann - in 2014 im Höchstformat !
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