Wohneigentum Wo sich der Immobilienkauf noch lohnt

Finanzminister Schäuble warnt vor einer Immobilienblase - in vielen Teilen Deutschlands könnte sich der Kauf von Wohneigentum dennoch lohnen. Einer Studie zufolge werden die Preise vor allem im Süden weiter steigen.

Altbauten in Hamburg: Wertsteigerung vor allem in Ballungsräumen erwartet
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Altbauten in Hamburg: Wertsteigerung vor allem in Ballungsräumen erwartet


Frankfurt am Main/Bonn - Seit Längerem ziehen die Immobilienpreise in deutschen Städten bereits kräftig an. Dennoch ist einer Prognos-Studie im Auftrag der Postbank zufolge gerade in Süddeutschland mit weiteren Wertsteigerungen zu rechnen. Der Kauf eines Eigenheims könne sich laut den Autoren noch immer lohnen.

"In einem Drittel - genauer 36 Prozent - der 402 Kreise und Städte in Deutschland können Haus- oder Wohnungsbesitzer davon ausgehen, die eigenen vier Wände später mit Gewinn verkaufen zu können", teilte die Postbank mit. Das gelte vor allem für die strukturstarken Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg, aber auch etwa für die Universitätsstadt Münster.

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Die Studienergebnisse überraschen etwas, weil sich in letzter Zeit die Stimmen mehrten, die vor einer Immobilienblase warnten. So kritisierte der Wirtschaftsweise Volker Wieland, die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank führe zu Übertreibungen bei den Preisen für Wohneigentum. Das Internetportal Immobilienscout24 präsentierte eine Analyse, wonach das Risiko für eine Preisblase in einigen mittelgroßen deutschen Städte besonders hoch sei. Nicht zuletzt war es Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der von "gefährlichen" Preisentwicklungen im Immobiliensektor sprach.

Im Gegensatz dazu steht nun die Prognos-Studie im Auftrag der Postbank. Demnach sind nicht nur in knapp einem Drittel der Kommunen steigende Preise zu erwarten. In weiteren 38 Prozent der Kreise und Städte fänden potenzielle Eigenheimbesitzer immerhin gute Voraussetzungen für einen Kauf - mit Preisstürzen sei hier nicht zu rechnen. Die Studie untersuchte Indikatoren wie die erwartete Bevölkerungsentwicklung, Leerstandsquote oder Arbeitsplatzdichte. Im Ergebnis stimmten die Bedingungen für eine stabile bis positive Wertentwicklung auch im Westen und Norden, teilten die Experten mit.

Stärkste Preissteigerungen in München erwartet

Zudem fänden Käufer demnach gute Zukunftswerte für steigende Preise in Metropolregionen, vor allem in und um Berlin, Hamburg, Frankfurt, Dresden sowie Köln, Düsseldorf und Bonn. Auch in einigen eher ländlichen Regionen in den alten Bundesländern sehen die Experten Gegenden, die Wertsteigerungen versprechen. Auch in Berlin und Umgebung sowie in Dresden und Jena sei die Suche nach werthaltigen Immobilien ähnlich leicht wie in Süddeutschland.

Bezogen auf Ostdeutschland sind diese Gegenden allerdings Ausnahmen. Käufer müssten den Autoren zufolge im Rest der neuen Bundesländer hingegen schon ein Eigenheimjuwel finden, wenn sie kein Verlustgeschäft machen wollten. "Weite Teile Brandenburgs, Sachsen-Anhalts, Thüringens und Mecklenburg-Vorpommerns kämpfen stark gegen rückläufige Bevölkerungszahlen. Dadurch überwiegen dort die Risiken, dass Immobilien künftig an Wert einbüßen", heißt es in der Studie.

Wohneigentum im Großraum München hingegen ist zwar bereits besonders teuer. Dennoch könne sich der Kauf laut Postbank langfristig auszahlen. Die bayerische Hauptstadt und der Kreis München führen das Standortranking mit den besten Wertsteigerungsprognosen bei Immobilien an. Dort hätten Käufer von Eigentumswohnungen und Häusern sehr gute Chancen, dass ihre Immobilie bis 2025 erheblich an Wert gewinne.

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fdi/dpa

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Seite 1
kdshp 17.07.2014
1.
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEFinanzminister Schäuble warnt vor einer Immobilienblase - in vielen Teilen Deutschlands könnte sich der Kauf von Wohneigentum dennoch lohnen. Einer Studie zufolge werden die Preise vor allem im Süden weiter steigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/immobilienmarkt-wo-sich-der-hauskauf-noch-lohnt-a-981616.html
Hier kann keine blase entstehen! Die meisten immobilien die jetzt gekauft werden sind kaum oder garnicht finanziert. Selbst wenn die preise stark sinken sollten verlieren nur einige was von ihrem geld wenn sie denn dann überhaupt verkaufen. Deswegen kann ich herrn schäubles (CDU) aussage nicht so recht nachvollziehen bzw. überlege was er wirklich damit bezwecken will. Vieleicht ist es für den deutschen finanzmakrt nicht gut wenn die leute mrd an EURO in häuser stecken als damit an der börse zu spekulieren.
vitalik 17.07.2014
2. Haus
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEFinanzminister Schäuble warnt vor einer Immobilienblase - in vielen Teilen Deutschlands könnte sich der Kauf von Wohneigentum dennoch lohnen. Einer Studie zufolge werden die Preise vor allem im Süden weiter steigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/immobilienmarkt-wo-sich-der-hauskauf-noch-lohnt-a-981616.html
Für wen gelten diese Aussagen? Ich habe mir noch keine tiefgehenden Gedanken um ein Immobilienkauf gemacht, aber ist die Wertsteigerung für einen normalen Käufer so relevant? Geht es nur darum möglichst viel Geld zu verdienen oder ein Zuhause zu errichten?
streckengeher 17.07.2014
3. Der halbe Osten knallrot, der Rest gelb...
...und ganze drei Städte, nämlich Dresden, Potsdam und Jena, haben "gute" Zukunftschancen. "Sehr gute" gibt es gar nicht. Bin ich der einzige, dem da himmelangst wird?
TheRunner 17.07.2014
4. Stuttgart
Eine vier-Zimmer-Wohnung mit 105 Quadratmetern aus den 1970ern für 450 TE ... + Makler und Notar - das kann kaum eine Blase sein - nein, nein. Und um meinem Vor-Kommentierenden Recht zu geben: Ja alle zahlen hier ihre neuen Häuser bar und in kleinen, nichtnummerierten Scheinen. Die niedrigen Zinsen werden ignoriert. Ich freue mich auf die Anschlussfinanzierungen - das wird ein Spaß.
schutsch 17.07.2014
5. Fragwürdige Prognose
Wie soll ein Reihenhaus für eine Kleinfamilie bei München, das schon jetzt über 600 T€ kostet, sich noch gut entwickeln können? Das gleiche Haus bekomme ich in Vorpommern für 100 T€. Leute die schlau sind und sich nicht an Banken versklaven wollen, wählen diesen Weg und haben sicher eine bessere Zukunft vor sich. Nicht alle sind Schafe, ihr Makler!
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