Expertenausblick Immobilienpreise steigen weiter, aber langsamer

Die Immobilienpreise in Deutschland sind vielerorts bereits sehr hoch. Nach Ansicht von Experten dürften sie im kommenden Jahr weiter steigen - allerdings langsamer als bisher.

Baustelle eines Wohnhauses in Hamburg
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Baustelle eines Wohnhauses in Hamburg


Seit Jahren steigen die Immobilienpreise in Deutschland. Dieser Trend dürfte sich nach Ansicht von Experten auch 2018 fortsetzen, aber an Dynamik verlieren. "Die Preise dürften weiter steigen, aber weniger stark als in den Vorjahren", sagt Reiner Braun, Vorstand beim Analysehaus Empirica. Der stärkere Neubau dämpfe den Auftrieb, auch wenn das Ziel für Hunderttausende neue Wohnungen bundesweit erneut verfehlt worden sei.

Denn erstmals seit 2008 zeichnet sich in Deutschland ein Rückgang der Baugenehmigungen für Wohnungen ab. Trotz hoher Nachfrage nach Wohnraum wurden in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres 7,3 Prozent oder 22.400 Genehmigungen weniger erteilt als im Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt Mitte Dezember mit.

Demnach wurde der Bau von insgesamt 286.300 Wohnungen und Häusern genehmigt. "Gegen den allgemeinen Trend nahmen die Genehmigungen von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern zu", erklärten die Statistiker zur Bilanz bis Ende Oktober. Mit rund 140.700 Wohnungen wurde hier der höchste Wert für diesen Zeitraum seit zwei Jahrzehnten erreicht. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern gab es dagegen mit 5,1 und 1,5 Prozent weniger Bauzusagen.

In den vergangenen Jahren habe es viele Sondereffekte gegeben, die den seit 2007 laufenden Anstieg der Immobilienpreise verlängert hätten, etwa die Niedrigzinsen und die starke Zuwanderung von Flüchtlingen 2015. Nun fehle es an zusätzlichen Impulsen für den Zyklus, der ohnehin schon länger andauere als üblich, sagte Braun.

Auch der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) ist zurückhaltend. "Die Preise sind vielerorts schon sehr hoch" sagt Präsident Andreas Mattner. Die Immobilienpreise dürften daher im Schnitt zunächst stabil bleiben. Die Rahmenbedingungen seien aber robust, eine Trendwende erwartet der ZIA daher nicht. "Die Wirtschaft brummt, die Zinsen dürften absehbar niedrig bleiben, und es ist viel Geld im Markt", sagte Mattner. Vor allem die Großstädte blieben beliebt. "Der Trend zum Wohnen in den Innenstädten ist ungebrochen."

asc/dpa



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Guerilla_77 27.12.2017
1. ...
Meiner recherche nach gehen denen schlicht, je nach Region, zwischen 14 und 17Euro/qm/kalt (versteht sich...) die "Kundschaft" aus, also allmählich. Was auch, sehr bald(sind ja noch einige im Bau und der Hochpreismarkt ist jetzt schon gesättigt), einige wieder auf den Boden der Tatsachen bringen wird, wenn er mit Rendite vernebelten Blick, für seine 17Euro/qm Bude garkeine Mieter mehr findet...
cosifantutte 27.12.2017
2. Immobilien waren schon immer "teuer" seit 1970
Vor 40 Jahren brauchte man ein Haushaltsnettoeinkommen als Anzahlung für eine Immobilie und 4 bis 5 Haushaltsnettoeinkommen um sie zu bezahlen im Laufe der Jahre (plus Zinsen). Heute kann man mit den 50Tsd auch noch eine Immobilie anbezahlen, halt keine Luxusimmobilie in Innenstadtlage München. Mit weniger als 50Tsd netto im Jahr wird es eh schwer, eine Immobilie zu kaufen. Man kann halt nicht alles haben.
herrmann.bar 27.12.2017
3.
Zitat von Guerilla_77Meiner recherche nach gehen denen schlicht, je nach Region, zwischen 14 und 17Euro/qm/kalt (versteht sich...) die "Kundschaft" aus, also allmählich. Was auch, sehr bald(sind ja noch einige im Bau und der Hochpreismarkt ist jetzt schon gesättigt), einige wieder auf den Boden der Tatsachen bringen wird, wenn er mit Rendite vernebelten Blick, für seine 17Euro/qm Bude garkeine Mieter mehr findet...
Also qm-Preise von 14 EUR da muss man schon in einer Metropole wohnen oder in besonders teuren Wohngegenden. Selbst in einer begehrten Universitätsstadt wie Göttingen bekommt man noch Wohnraum in vernünftiger Lage für 9 bis 12 Eur den qm. Wenn man natürlich ins Ostviertel möchte wird dies nicht reichen. Auf dem Land 15 bis 20 km entfernt bekommt man guten Wohnraum für 6 EUR den qm. Man muss dann halt fahren (Fahrrad/Auto/Bus).
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