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Sinkende Ölpreise: Inflation auf niedrigstem Stand seit fünf Jahren

Einkaufsstraße in Stuttgart: Verbraucherpreise kaum gestiegen Zur Großansicht
DPA

Einkaufsstraße in Stuttgart: Verbraucherpreise kaum gestiegen

Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen im Schnitt kaum noch, die Inflationsrate lag im Dezember bei 0,2 Prozent - so niedrig wie zuletzt in der Wirtschaftskrise 2009. Hauptgrund ist der Fall des Ölpreises.

Wiesbaden/Berlin - Der dramatisch gefallene Ölpreis lässt die Inflation in Deutschland nahe null sinken. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, lag die Teuerungsrate im Dezember nur noch bei 0,2 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2009, als die Verbraucherpreise im Jahresvergleich überhaupt nicht mehr stiegen. Im November hatte die Teuerungsrate noch bei 0,6 Prozent gelegen.

Auch auf das gesamte Jahr gesehen erreichte die Inflation einen Fünf-Jahres-Tiefstand: 2014 stiegen die Verbraucherpreise um 0,9 Prozent. Im Jahr 2009 lag der entsprechende Wert bei 0,3 Prozent.

In einigen Bundesländern stagnierten die Preise im Dezember im Jahresvergleich regelrecht. In Nordrhein-Westfalen etwa lag die Inflationsrate bei gerade mal 0,1 Prozent.

Hauptgrund für die schwache Preisentwicklung ist der dramatisch gesunkene Ölpreis. Er ist in den vergangen sechs Monaten um rund die Hälfte auf den tiefsten Stand seit Anfang 2009 gefallen. Das schlägt auch auf die Verbraucherpreise durch, weil Heizöl und Benzin deutlich billiger geworden sind.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) ist die niedrige Inflation ein Warnsignal. Sie strebt eigentlich stabile Preise an, was für die Notenbanker eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent bedeutet. Diese Marke ist allerdings in weite Ferne gerückt.

Kauft die EZB nun Staatsanleihen?

Die EZB versucht bereits seit längerem gegenzusteuern: Ultraniedrige Zinsen, langfristige Billigkredite an die Banken und der Aufkauf von gebündelten Unternehmenskrediten sollen die Kreditvergabe in Schwung bringen und so die Wirtschaft beleben. Dann, so die Hoffnung, würden automatisch auch die Preise wieder stärker steigen.

Doch bisher zeigen die Maßnahmen kaum Wirkung. EZB-Chef Mario Draghi und sein Chefvolkswirt Peter Praet haben deshalb bereits angedeutet, bald womöglich auch Staatsanleihen am Markt aufzukaufen - ein umstrittenes Vorhaben, gegen das sich vor allem die deutschen Vertreter im EZB-Rat wehren. Sie vermuten darin eine verdeckte Finanzierung von Krisenstaaten.

Entscheidend könnte sein, wie sich die Inflation in der gesamten Eurozone entwickelt. Neue Daten zum Dezember sind für diesen Mittwoch angekündigt. Weil die Preise in einigen Staaten wie Spanien oder Griechenland zuletzt sogar gefallen sind, dürfte die Inflation im Euroraum insgesamt noch niedriger liegen als in Deutschland. "Es ist gut möglich, dass die Inflationsrate im Euroraum unter null rutscht", sagt Ökonom Holger Sandte von der Nordea Bank. "Damit stiege die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die EZB am 22. Januar den Ankauf von Staatsanleihen ankündigt."

Ähnlich sieht das Analystin Jennifer McKeown von Capital Economics. "Erstmals seit Oktober 2009 könnte die Inflationsrate im Euroraum negativ sein", sagte die Expertin. Diese Entwicklung würde es für die EZB nahezu unvermeidlich machen, auf ihrer ersten Zinssitzung im neuen Jahr am 22. Januar den Kauf von Staatsanleihen zu beschließen.

stk/Reuters

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insgesamt 90 Beiträge
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1. inflation top!
GaliX622 05.01.2015
Ich verstehe nicht warum Inflation von den Medien immer als ein muss dargestellt wird. aus der sich der Bürger bedeutet Inflation nur mein Geld wird das ich erspare ist weniger wert. Für den Staat der Billionen an schulden hat ist das natürlich ein muss, unterm strich ist Inflation ein negativ Zins auf Kredite da der Betrag gleich bleibt der wert der Schulden jedoch sinkt.
2. Nun
kroetenschaf 05.01.2015
Erklärt mir mal bitte jemand plausibel, warum Inflation so etwas tolles ist? Warum ist es wichtig, dass man letztendlich für einen Kredit weniger zurück zahlen soll, als man selbst verbraucht hat? Leuchtet es den Wirtschaftsbossen irgendwann mal ein, dass es nicht immer nur mehr mehr mehr gibt? Und dann wundern sich die Leute, wenn die Wirtschaft am Abgrund steht... Kannste echt nur mit dem Kopf schütteln.
3. Gebt den Bürger ihr Geld zurück - dann Investition,Inflation
wernerbenter 05.01.2015
Familien und dem Mittelstand in Deutschland gehen die Puste aus. Die Konten sind leergeräumt. Was lohnt sparen, Altersversorgung noch bei Draghis Minizinsen? Kurz: das Geld ist futsch! Stoppt die schleichende Enteignung. Es macht keinen Sinn, noch mehr Billig-Milliarden ausgerechnet in die Banken zu pumpen und Ramschanleihen der Südländer zu kaufen. Ihr bekommt Investitionen und Konsum = Inflation nur, wenn ihr das Geld dem Bürger zurückgebt und das Würgen mit immer neuen Abgaben und Preis- Steuererhöhungen der öffentlichen Haushalt ein Ende hat. Der Staat ist für den Bürger da - nicht umgekehrt.
4.
webstar2568 05.01.2015
Das gilt vermutlich nur, wenn man ein Auto hat. Alles andere ist teurer geworden - das ist keine Behauptung, das sehe ich an meinen Quittungen, wo ich für Lebensmittel bedeutend mehr zahle und wo der Semesterbeitrag gestiegen ist (und zwar beachtlich).
5. Die Deflation...
mulli3105 05.01.2015
...ist die kleine Schwester der Inflation. Dass die sich breitmacht möchte Draghi verhindern. Aber ob dafür der Ankauf von Staatsanleihen alleine hilft, glaube ich nicht. Solange die Kaufzurückhaltung und die gleichzeitige Schnäppchenmentalität der Bürger anhält, sehe ich da schwarz. Und die Depression folgt auf dem Fuß.
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