Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Verbraucherpreise: Inflation im Euro-Raum steigt auf 0,7 Prozent

Kühlregal im Supermarkt: Kernrate liegt etwas höher Zur Großansicht
DPA

Kühlregal im Supermarkt: Kernrate liegt etwas höher

Die Preise für Energie, Lebensmittel und Tabak im Euro-Raum sinken oder bleiben stabil - und drücken damit die Inflationsrate. Im Januar stieg sie lediglich auf 0,7 Prozent. Das dürfte die Europäische Zentralbank beunruhigen.

Luxemburg - Es geht weiter abwärts mit der Inflation im Euro-Raum. Die Teuerungsrate für Lebensmittel und andere Verbrauchsgüter sank von 0,8 Prozent im Dezember auf 0,7 Prozent im Januar, teilte das europäische Statistikamt am Freitag in Luxemburg mit.

Die Inflationsrate entfernt sich damit erneut vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie strebt mittelfristig eine Rate von knapp zwei Prozent an, weil sie diese als Garant für stabile Preise ansieht. Der schwache Preisauftrieb könnte die EZB unter Zugzwang setzen, ihre Geldpolitik weiter zu lockern. EZB-Chef Mario Draghi hatte unlängst klargestellt, die Notenbank werde im Falle eines sich verschlechternden Inflationsausblicks reagieren.

Ausschlaggebend für die schwächere Inflation sind den Daten zufolge vor allem rückläufige Energiepreise. Verglichen mit einem Jahr zuvor lagen sie im Januar 1,2 Prozent tiefer. Zudem schwächte sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln leicht ab. Ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak zog die Inflation indes leicht an. Diese sogenannte Kernrate stieg um 0,1 Punkte auf nun 0,8 Prozent.

yes/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Dummerweise ist für uns in Deutschland…
diplommaurer 31.01.2014
… die Inflation der Stromkosten wegen unserer Windräder und Solarzellen wesentlich höher. Hier sind die Kosten in den letzten Jahren explodiert.
2. Das Ende der Geldpolitik
Progressor 31.01.2014
Damit keine Missverständnisse entstehen: Die EZB unter Draghi hat gute Arbeit geleistet (wenn man Eurofreund ist). Die lockere Geldpolitik, die OMP-Ankündigung und die monetäre Staatsfinanzierung waren richtig und haben dem Euro den A gerettet. Es kann auch ruhig so weitergemacht werden. Aber: Das reicht nicht, zu viel Geld kommt nicht dort an wo es hinsollte, für Konsum und Investitionen in die Realwirtschaft nämlich. Auch die weitere Dimension der Geldlockerung QE (Quantiative Easing) genannt, kann da nicht mehr helfen, sondern verstärkt die kontraproduktiven Effekte. Es müssen staatliche Konjunkturprogramme auf Pump her und zwar in einer Größenordnung von mehreren hundert Milliarden Euro. Wenn man das jetzt noch nicht einsieht, dann bitte nach den EU-Parlamentswahlen. Ansonsten wird das zu _spät_.
3. Wie mach ich das klar?
Progressor 31.01.2014
Zitat von diplommaurer… die Inflation der Stromkosten wegen unserer Windräder und Solarzellen wesentlich höher. Hier sind die Kosten in den letzten Jahren explodiert.
Stellen Sie sich vor, Kartoffeln steigen um 40 % im Preis. Jeder würde jetzt sagen, wir hätten im Kartoffelmarkt eine 40 %ige Inflation. Volkswirtschaftlich gesehen haben Sie aber erst mal nur eine Preissteigerung. Nehmen wir an, die Konsumenten kaufen zu diesem Preis nicht und steigen z.b. auf Nudeln um. Dann gibt es keine Inflation im volkswirtschaftlichen Sinne. Die Kosten für erhöhte Energiepreise in Deutschland aufgrund der von Ihnen verhassten Umstellung auf erneuerbare Energien ist für die Eurozone nur von geringer Bedeutung was das Absinken in die Deflation betrifft.
4. Was denn jetzt eigentlich ...
fred_master 31.01.2014
... Strompreisanstieg bremsen ... oder ... Sinkende Energiepreise drosseln die Inflation ... ?
5. Verwirrung
Progressor 31.01.2014
Zitat von fred_master... Strompreisanstieg bremsen ... oder ... Sinkende Energiepreise drosseln die Inflation ... ?
Vielleicht kennen Sie den Film "Dune - Der Wüstenplanet"? Da wird aus abgestorbenen Riesenwürmern eine Droge mit Namen Spice abgebaut. Diese wird in dem Science-Fiktion-Film benötigt damit den Weltraumfahrern das Navigieren im Weltall besser möglich ist. Eine solche Droge wünsche ich mir auch oft für Volkswirtschaftler. Beim Überdenken der volkswirtschaftlichen Vorgänge bezüglich Haupt- und Nebenwirkungen, sowie den kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkung jeweils unterschiedlich die verschiedenen Wirtschaftsektoren betreffend, setzt zumindest bei mir schon mal das Gehirn aus. ;-)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Die Europäische Zentralbank
EZB
Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die gemeinsame Währungsbehörde der Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion und bildet mit den nationalen Zentralbanken der EU-Staaten das Europäische System der Zentralbanken .
Europäischer Leitzins
Der von der Europäischen Zentralbank vorgegebene Leitzins legt fest, zu welchen Bedingungen sich Kreditinstitute Geld beschaffen und verleihen können.
Expansive Geldpolitik
Durch expansive Geldpolitik wird die verfügbare Geldmenge bei den Geschäftsbanken erhöht, um dadurch die Konjunktur anzukurbeln.
Geldwertstabilität
Ein Hauptziel der EZB ist die Geldwertstabilität , die vor allem mit Hilfe der Geldpolitik erreicht werden soll.


SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: