Internationaler Vergleich Schweizer dreimal so reich wie Deutsche

Die Deutschen haben ihre Verluste aus der Finanzkrise ausgeglichen: Im internationalen Vermögensvergleich reicht es trotzdem nur zu einem Platz im Mittelfeld. Spitzenreiter ist die Schweiz, aber auch die Schwellenländer holen rasant auf.

Euro-Scheine: Deutschland im Länderranking nur auf Platz 16
dapd

Euro-Scheine: Deutschland im Länderranking nur auf Platz 16


Berlin - Die deutsche Wirtschaft hat ein starkes zweites Quartal 2010 hinter sich, die EU-Kommission erhöht ihre Konjunkturprognose drastisch - und auch das Geldvermögen der Deutschen hat wieder das Niveau von vor der Finanzkrise erreicht. Auf 56.856 Euro pro Kopf kommt jeder Bundesbürger, das Gesamtvermögen liegt bei 4,67 Billionen Euro. Dies teilte die Allianz-Versicherung in ihrem Globalen Wohlstandsbericht in München mit.

"Dies ist auf die im internationalen Vergleich hohe Sparquote und die vergleichsweise konservative Anlagestruktur zurückzuführen, die die Wertverluste in der Krise begrenzte", heißt es in dem Bericht. Laut einem Berichts des SPIEGEL liegt außerdem die Zahl der Vermögensmillionäre in Deutschland auf Rekordniveau.

Allerdings sei das Geldvermögen der Bundesbürger im internationalen Vergleich relativ niedrig. Die Zuwachsrate liegt mit 3,2 Prozent deutlich unter dem europäischen Durchschnittswachstum von 4,1 Prozent.

Über mit Abstand am meisten Geld verfügen laut dem Bericht die Schweizer mit 163.732 Euro pro Kopf. Es folgen mit einigem Abstand die US-Amerikaner, Dänen, Niederländer und Japaner. Deutschland liegt im weltweiten Ranking nur auf Platz 16.

Das globale Geldvermögen lag der Allianz zufolge trotz eines kräftigen Anstiegs von 7,5 Prozent Ende 2009 mit 82,2 Billionen Euro immer noch vier Prozent unter dem Niveau vor der Krise an den Finanzmärkten.

Einen Trend macht der Bericht besonders deutlich: In den Schwellenländern wuchs das Geldvermögen in den vergangenen zehn Jahren stärker als in den Industriestaaten: "Die ärmeren Länder holen auf; die Wohlstandslücke ist durch die Finanzkrise etwas kleiner geworden", sagte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise.

Weltweit 565 Millionen Menschen zählten mit 5300 bis 31.600 Euro Vermögen inzwischen zur Mittelschicht, weniger als die Hälfte davon aus den Industrieländern. Trotzdem seien die Unterschiede noch riesig: "Nordamerika, Westeuropa und Japan verfügen zusammen über 85 Prozent des gesamten globalen Geldvermögens", so Heise.

Übersicht: Die reichsten Länder der Welt

jok/dapd

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 45 Beiträge
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Zorpheus 14.09.2010
1. Altersvorsorge?
Frage: Ist bei den Schweizern, Amerikanern und Japanern die Altersvorsorge mit gerechnet? Dort gibt es ja kein staatliches Rentensystem. Auch bei den Schweizern gibt es wohl nur eine minimale Rente. Die Deutschen müssen dagegen mehr in die Rentenversicherung einzahlen, und bekommen mehr von dort im Alter.
sic tacuisses 14.09.2010
2. "Nordamerika, Westeuropa und Japan verfügen zusammen über 85 Prozent des gesamten glo
Damit sind dann wohl die schönen bunt bedruckten Papierchen gemeint, die man Geld nennt ??
c++ 14.09.2010
3. .
Das die große Mehrheit der Deutschen immer ärmer wird und im Wohlstand zurückfällt, das weiß jeder, der Statistiken verfolgt. Die augenblicklichen Erfolgsmeldungen über unsere tolle Wirtschaft ändern nichts daran, dass die Verteilung des Wohlstandes sehr einseitig zulasten der Arbeitnehmer verläuft und vermutlich auf Konten in der Schweiz landet.
sapere_aude!, 14.09.2010
4. Reich - gemessen an was?
Wer schon einmal in der Schweiz war, weiß auch, wie teuer dort alles ist. Extrem viele Menschen sind dort auf eine zusätzliche staatliche Stütze angewiesen. Auch in Japan verdienen die Menschen mehr als hier und auch dort ist alles viel teurer. Deshalb reisen die Japaner auch so gerne. Wir lachen, weil sie an einem Tag in Heidelberg das Schloss und am nächsten den Eiffelturm knipsen, dabei gehen die hauptsächlich shoppen und kommen inklusive Flug + Zoll am Ende billiger davon, als wenn sie die gleichen Produkte in der Heimat erstanden hätten. So oder so ähnlich machen wir es ja auch gerne selbst (billiger tanken, Zigaretten in östlichen Ländern, etc.). Reichtum ist somit relativ, ich vermute, der Maßstab wurde falsch gewählt.
alpas 14.09.2010
5. Schweizer Umlage-Rente (AHV)
Zitat von ZorpheusFrage: Ist bei den Schweizern, Amerikanern und Japanern die Altersvorsorge mit gerechnet? Dort gibt es ja kein staatliches Rentensystem. Auch bei den Schweizern gibt es wohl nur eine minimale Rente. Die Deutschen müssen dagegen mehr in die Rentenversicherung einzahlen, und bekommen mehr von dort im Alter.
Schon x-mal hier abgehandelt: gegenüber DE-GRV genau umgekehrt gedeckelt (seit 1948)SAEMTLICH (sämtliche) Einkommen unterliegen ungedeckelt einem 5.1/5.1% (Arbeitgeber/-nehmer)ungedeckelten Beitrag (auch z.B. wäre für Ackermann's mio.) - Die max. Rente daraus ist jedoch gedeckelt (wird bei za. 4'000€/M erreicht) auf 2'280 Sfr/M Einzel- und 3'400 Sfr/M Eheparrente. Den Vergleich zur DE-GRV überlasse ich Ihnen. CH hat jedoch dazu noch eine seit 1985 OBLIGATORISCHE (alle Arbeiznehmer) 2te staatlich "gecoachte" kapitalgedecke Rente (7.5/7.5%) das man als ZWANGSSPAREN bezeichnen kann. - die durchschnittlich ausbezahlte UMLAGERENTE ist in CH (trotz Deckelung) höher als die durchschnittliche DE-GRV (aber DE hat die Beamten-Pensionen) - Alle Arbeitnehmer, ob Privatwirtschaft oder Beamte, unterliegen in CH dem gleichen obigem System. - CH kennt noch eine steuerabzügliche fakultative 3te Säule - weil steuerlich erheblich gewinnbringend, von jedem aufgeklärten Bürger deshalb ausgenützt.
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