Internet-Geschwindigkeit Der Westen surft schnell, der Osten langsam

Deutsche Verbraucher gehen mit großen Tempounterschieden online. Vor allem auf dem Land haben viele eine eher langsame Verbindung. Das trifft besonders den Osten. Wie schneidet Ihre Region ab? Der Überblick.

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In Deutschland gibt es erhebliche regionale Tempounterschiede bei den Internetverbindungen: Einem Highspeed-Korridor im Westen und Südwesten des Landes stehen vergleichsweise langsame Geschwindigkeiten im Osten und in Bayern gegenüber. Das ergibt eine Auswertung des Verbraucherportals Verivox, die dem SPIEGEL vorliegt.

Durch das schnellste Internet klicken sich demnach die Düsseldorfer und Karlsruher, hier beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit jeweils 71 Megabit pro Sekunde. Mit Mannheim, Wiesbaden, Frankfurt, Stuttgart, Köln und Dortmund tummeln sich ausschließlich Städte aus dem Westen und Südwesten oberhalb der Marke von 60 Megabit pro Sekunde.

Niedrigere Durchschnittsgeschwindigkeiten finden sich indes geballt in Bayern und im Osten des Landes. In Augsburg, München und Nürnberg liegt die Internetgeschwindigkeit ebenso unterhalb von 45 Megabit pro Sekunde wie in Dresden, Erfurt oder Magdeburg.

Wer surft am schnellsten?

Durchschnittsgeschwindigkeit aller über Verivox gebuchten Internetanschlüsse in einer Stadt im Jahr 2016. Klicken Sie auf einen Punkt in der Karte, um sich die Geschwindigkeit in MBits/s anzeigen zu lassen.

Überdurchschnittlich
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich
Quelle: Verivox

Hauptgrund für die regionalen Unterschiede ist die Bevölkerungsdichte. "In spärlich besiedelten Regionen entstehen höhere Kosten pro Kopf", sagt Christian Schiele, Bereichsleiter Telekommunikation bei Verivox. Entsprechend langsamer gehe der Netzausbau dort voran. Das betreffe zum Beispiel Teile Bayerns oder die ostdeutschen Flächenländer. Hinzu kommt, dass Kunden nicht immer die schnellste Internetverbindung buchen, um Kosten zu sparen.

Laut der Digitalen Agenda der Bundesregierung sollen bis Jahresende 2018 allen Verbrauchern Anschlüsse von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Noch ist die Republik davon weit entfernt (mehr zum Thema lesen Sie hier). Auch folgende Stichprobe zeigt das deutlich: Vergleicht man die jeweils größten mit den jeweils kleinsten Städten der 13 Flächenländer, so zeigt sich in den großen Städten eine Versorgungsdichte von fast 90 Prozent. In den jeweils kleinsten Städten liegt diese gerade mal bei 38 Prozent.

Stadt-Land-Kluft

Durchschnittsgeschwindigkeit in Städten über und unter 100.000 Einwohnern in Megabit pro Sekunde. Auswertung für 2016.



Dabei wünschen sich immer mehr deutsche Internetnutzer mehr Tempo im Netz. 2016 buchten Internetkunden laut Verivox im Schnitt um 12 Megabit pro Sekunde schnellere Verbindungen als noch drei Jahre zuvor. Vor allem in Mannheim, Mainz, Wiesbaden, Düsseldorf und Kiel sei die Nachfrage nach schnellerem Internet stark gestiegen. In Köln und München sei sie dagegen am geringsten.

Wer drückt aufs Tempo?

Zuwachs der Durchschnittsgeschwindigkeit aller über Verivox gebuchten Internetanschlüsse in einer Stadt. Vergleich zwischen 2013 und 2016.

Überdurchschnittlicher Zuwachs
Unterdurchschnittlicher Zuwachs
Quelle: Verivox
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insgesamt 81 Beiträge
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hausfeen 25.10.2017
1. Jetzt bekommen wir ja die FDP, die sorgt schon für Power beim ...
...Jobkiller Digitalisierung. Egal ob Ost oder West, Stadt oder Land.
chrismuc2011 25.10.2017
2.
Brandenburg an der Grenze zu Königs Wusterhausen, 35km SÖ von Berlin, ca. 15km von der Stadtgrenze Berlin entfernt. LTE Vorafone Cube mit externer Antenne. Download 1,4MB/sec, Upload 0,9MB/sec. Und das ist schon sehr schnell verglichen mit anderen Anbietern, die teilweise nur mittelmäßiges 3G bereitstellen bei Kosten von ca. 60Euro pro Monat im Vergleich zu dem Angebot von Vodafone mit dem Cube, bei dem ich noch ein risiges Restvolumen hätte, um streaming Angebote zu nutzen, was ich nicht tue.
christian.fischer.1441810 25.10.2017
3. liegt eindeutig am Provider
Wenn man sich die Karten anschaut, liegt es eindeutig am Provider. Habe inzwischen 125 MB. Telekom konnte mir nie einen Anschluss über 20 MB anbieten, da angeblich die Slots für mehr fehlten. V-DSL. Mein jetziger Anbieter ist ausschließlich in Hessen, NRW und Ba-Wü tätig, zu einem sehr konkurrenzfähigen Preis.
hwdtrier 25.10.2017
4. Problemfall Trier
Hab bei 1und1 einen 50er Vertrag der eingehalten wird aber in einigen Teilen Triers gibts nur 16er und im Landkreis noch weniger.
cpt.z 25.10.2017
5. Haha! @Nr.1
Jobkiller Digitalisierung? Willkommen in der Zukunft... Ich kann garnicht zählen, wieviele Schüsse man nicht gehört haben muss, um solch einen Kommentar zu schreiben. Aber wahrscheinlich hatte man keine Zeit sich mit Technik zu beschäftigen, weil man noch Karteikarten sortiert und später noch den Jahresabschluss mit Rechenschieber macht - für die nächsten sechs Monate...
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