Irreführende Werbung Richter stoppen Reklame von Quark-Hersteller

Genauso viel Kalzium, aber viel mehr Zucker: So fällt der Vergleich eines Früchtequarks mit einem Glas Milch aus. Dennoch suggerierte der Hersteller mit einer Werbebotschaft, beides sei gleich wertvoll. Nun verbot ein Gericht den Slogan.

Milch im Glas ist laut den Richtern nicht dasselbe wie Milch im Früchtequark
DPA

Milch im Glas ist laut den Richtern nicht dasselbe wie Milch im Früchtequark


Stuttgart - Richter haben erneut eine Werbung gestoppt, die versteckte Dickmacher als gesunde Ernährung anpreist: Das Oberlandesgericht Stuttgart untersagte einem Milchproduktehersteller die Verwendung des Slogans: "So wichtig wie das tägliche Glas Milch". Das Unternehmen hat damit einen Früchtequark beworben, der zwar den gleichen Kalziumgehalt wie die Milch, aber gleichzeitig die mehrfache Menge an Zucker enthält. Der Satz sei geeignet, den Verbraucher in die Irre zu führen, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

Geklagt hatte die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg, welche die Werbeaussage als Irreführung der Verbraucher beanstandete. Mit dem Slogan werde den Eltern suggeriert, man könne das "tägliche Glas Milch" durch den Früchtequark ersetzen.

In der Vorinstanz hatte das Landgericht Stuttgart die Klage noch als unbegründet abgewiesen. Das OLG korrigierte das Urteil nun. Gegen die Entscheidung wurde die Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) zugelassen.

dab/dapd



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insgesamt 47 Beiträge
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debreczen 03.02.2011
1. Einerseits, andererseits
Zitat von sysopGenauso viel Calcium, aber viel mehr Zucker: So fällt der Vergleich eines Früchtequarks mit einem Glas Milch aus. Dennoch suggerierte der Hersteller mit einer Werbebotschaft,*beides sei gleich wertvoll. Nun verbot ein Gericht den Slogan. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,743467,00.html
Einerseits - ist diese Art Abmahnung sinnvoll. Möglicherweise könnte man ja diesen Privatabzockern das Abmahnen verbieten und an deren Stelle die Verbraucherzentralen ermutigen, öfter und früher einzugreifen, wenn derartige Chemieprodukte mal wieder als besonders gesund vertrieben werden sollen. Ich könnte da gleich noch ein paar andere Aspiranten auf ein schickes Wettbewerbsverfahren benennen, aber dann werde ich hier zensiert :( Andererseits - wie naiv muß ein Mensch eigentlich sein, um in diesen unendlichen Reihen "Fruchtjoghurt" etwas anderes zu sehen als Emulgatoren-Stabilisatoren-Zuckerpampe mit naturidentischen Farb- und Aromastoffen? Wer seinen Kindern so einen Dickmacher als "Mahlzeit" auf den Tisch stellt, der ist m. E. überhaupt nicht willens, sich über richtige Ernährung zu informieren. Solchen Eltern ist auch mit einem Gerichtsurteil nicht zu helfen.
cleos 03.02.2011
2. Wem wurde denn nun auf die Finger gehauen
Liebe SPON-Redaktion, ich wette mit Ihnen, um ein Quarkbecher der verurteilten Firma, dass sie den Namen kennen. Wäre es nicht im öffentlichen Interesse und der Verantwortung ihrer Profession gerecht werdend, wenn Sie diesen uns verrieten? Das ist doch eine durchaus relevante Information für Verbraucher, wenn mal wieder ein Nahrungsmittelhersteller versucht wissentlich (und nichts anderes ist da passiert, bei der Diskussion um die Anzeigenmotive) seine "besten" Kunden und deren Kinder zu vera ... . Ihre Aufgabe wäre es den Namen mitzuliefern - möglicher Werbepartnerverlust hin oder her. Guten Appetit.
skilliard, 03.02.2011
3. Au Backe
Den Urheber des Spruches herauszufinden ist doch jetzt wirklich das Einfachste von der Welt. Einfach in die Suchmaschine Ihrer Wahl eingeben "So wichtig wie das tägliche Glas Milch" und schon finden Sie heraus, dass von "Monsterbacke Fruchtquark" von Ehrmann die Rede ist.
sample-d 03.02.2011
4. Ehrmann Monsterbacke
Zitat von cleosLiebe SPON-Redaktion, ich wette mit Ihnen, um ein Quarkbecher der verurteilten Firma, dass sie den Namen kennen. Wäre es nicht im öffentlichen Interesse und der Verantwortung ihrer Profession gerecht werdend, wenn Sie diesen uns verrieten? Das ist doch eine durchaus relevante Information für Verbraucher, wenn mal wieder ein Nahrungsmittelhersteller versucht wissentlich (und nichts anderes ist da passiert, bei der Diskussion um die Anzeigenmotive) seine "besten" Kunden und deren Kinder zu vera ... . Ihre Aufgabe wäre es den Namen mitzuliefern - möglicher Werbepartnerverlust hin oder her. Guten Appetit.
In der Zeit wo Sie das geschrieben haben hätten Sie auch googlen können ;) Es ist die Molkerei Ehrmann, das Produkt heisst "Monsterbacke". hier: http://www.berlin.de/special/gesundheit-und-beauty/essen-und-geniessen/1047482-213.gallery.html?page=8
m-pesch, 03.02.2011
5. ...
Zitat von cleosLiebe SPON-Redaktion, ich wette mit Ihnen, um ein Quarkbecher der verurteilten Firma, dass sie den Namen kennen. Wäre es nicht im öffentlichen Interesse und der Verantwortung ihrer Profession gerecht werdend, wenn Sie diesen uns verrieten? Das ist doch eine durchaus relevante Information für Verbraucher, wenn mal wieder ein Nahrungsmittelhersteller versucht wissentlich (und nichts anderes ist da passiert, bei der Diskussion um die Anzeigenmotive) seine "besten" Kunden und deren Kinder zu vera ... . Ihre Aufgabe wäre es den Namen mitzuliefern - möglicher Werbepartnerverlust hin oder her. Guten Appetit.
Den Slogan "....Keiner macht ich mehr an" darf der Hersteller aber weiterhin benutzen. ;-)
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