Umfrage Jeder fünfte Bundesbürger hat zu wenig zum Sparen

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist gut und trotzdem können in Deutschland weniger Menschen Geld zur Seite legen als noch vor zwei Jahren. Der Anteil der Bundesbürger, die nicht in der Lage sind, Rücklagen zu bilden, ist auf über 20 Prozent gestiegen.

Bedürftige vor Essensausgabe: Jeder Fünfte hat zu wenig zum Sparen
DPA

Bedürftige vor Essensausgabe: Jeder Fünfte hat zu wenig zum Sparen


Bonn - Die Wohlhabenden in Deutschland haben ihren Reichtum in den vergangenen Jahren mehren können, gleichzeitig ist aber auch die Zahl der Armen gestiegen - das haben in den vergangenen Monaten mehrere Studien belegt. Die Folgen zeigen sich auch darin, dass es immer weniger Menschen gelingt, überhaupt etwas ansparen zu können. Trotz der stabilen Arbeitsmarktentwicklung können einer Umfrage zufolge in Deutschland zurzeit weniger Menschen Geld zur Seite legen als noch vor zwei Jahren.

Zwischen 2011 und 2013 sei der Anteil der Bundesbürger, die nicht in der Lage sind, Rücklagen zu bilden und etwas zu sparen von 17 auf 21,9 Prozent gestiegen, berichtet die Postbank unter Berufung auf eine repräsentative Emnid-Umfrage. Gleichzeitig stieg aber auch der Anteil derjenigen deutlich, die mehr Geld sparen als vor zwei Jahren.

Sparkönige in Deutschland sind der Postbank zufolge nach wie vor die Hessen mit einem Sparguthaben von 38.863 Euro pro Kopf. Das ist fast doppelt so viel wie der deutsche Durchschnitt. Dabei konnten die Hessen ihren Vorsprung vor den anderen Bundesländern 2012 dank des höchsten Zuwachses bei den klassischen Sparanlagen sogar noch ausbauen. Auf Platz zwei im Sparer-Ranking folgt demnach Hamburg mit 25.816 Euro. Platz drei belegen die Berliner mit 25.305 Euro durchschnittlichem Sparguthaben.

Deutlich kleiner sind die Spareinlagen in den neuen Bundesländern. Mit 10.000 bis 13.000 Euro pro Kopf erreichen sie nur rund die Hälfte des Westniveaus. Schlusslicht ist der Studie zufolge weiterhin Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlichen Einlagen von 10.573 Euro. Während in allen anderen Bundesländern die Einlagen wuchsen, verringerten sich die Sparguthaben in Thüringen - um 76 Euro auf 11.241 Euro.

nck/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
skorpianne 21.10.2013
1. Pro Kopf
Wenig aussagekräftig. Handelt es sich um den Durchschnitt, ist es evtl. Den "Reichen" in Hessen gelungen, ihr Geld besser anzulegen odersie spenden mehr, oderdie Hessen verdienen mehr oder die Nicht- Hessen spenden mehr. Oder die Leite sparen einfach weniger weil es sich nicht lohnt oder,oder. Sau guter Artikel.
susiwolf 21.10.2013
2. Was bleibt übrig ?
Wenn denn -trotz guten Arbeitsmarktes- das Sparen eher abnehmende Tendenzen aufzeigt, ist der Arbeitsmarkt wohl doch nicht so gut. Merke: "Der Job in der Tasche bringt keine volle Flasche" !
daisytim 21.10.2013
3. Wird noch schlimmer...
Zitat von sysopDPADie Lage auf dem Arbeitsmarkt ist gut und trotzdem können in Deutschland weniger Menschen Geld zur Seite legen als noch vor zwei Jahren. Der Anteil der Bundesbürger, die nicht in der Lage sind, Rücklagen zu bilden ist auf über 20 Prozent gestiegen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/jeder-fuenfte-bundesbuerger-hat-zu-wenig-zum-sparen-a-929137.html
...denn nun haben wir die "GroKo", eine Konstellation, die es den beteiligten Parteien erlaubt, ohne nennenswerte Gegenwehr einer Opposition alles durchzuwinken, was es so auf dem Wunschzettel steht. Die CDU will mehr Europa und die SPD will diesen Irrsins-Mindestlohn, welcher dafür sorgt, das die Preise steigen werden. Man kann nur noch den Kopf schütteln, was wir Deutsche da schon wieder gewählt haben. Und laut den Medien die "GroKo" auch noch für gut befinden. Mir wird echt Angst und Bange...
t.h.wolff 21.10.2013
4.
Die Arbeitsmarktentwicklung ist nicht gut. Die Zahl der geleisteten Jahresarbeitsstunden ist seit rund 15 Jahren unverändert, die Konditionen werden allerdings laufend schlechter. Das geht nur bei Massenarbeitslosigkeit, anderenfalls würden Löhne und Gehälter zumindest im verteilungsneutralen Spielraum steigen (Produktivitätszuwachs+Inflationsrate). Gäbe es keine Massenarbeitslosigkeit, dann gäbe es auch keine wachsende Armut.
Broeselbub 21.10.2013
5. Das ist die Politik
von Frau Merkel. Die Reichen ent-und die Armen belasten. Warum die wiedergewählt wurde kann keiner erklären. Deutschland geht mit Frau Merkel dem Abgrund entgegen. Und das kann sehr schnell gehen.
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